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Mittwoch, 15. Juni 2022

Frühaufsteher oder

Spätentwickler, je nach Betrachtungsweise. Gesehen und fotografiert um genau 4:15 Uhr:


Es könnte natürlich auch sein, dass sich die Blüte genauso vor Spinnen ekelt wie ich und erst mal abwartet, bis die weg ist. Vor Ort hatte ich Spider-Woman nicht gesehen, erst zu Hause am Monitor entfleuchte mir bei ihrem Anblick ein entsetztes "Iiih, wat is dat denn?"

Dienstag, 14. Juni 2022

Opa erzählt von früher ...

Die Großnichte verabschiedet sich heute vom Kindergarten. Dazu ist ein ganztägiges Fest angesagt. Und dann übernachten die Kinder dort - man, was ist die Kleine aufgeregt. Kann ich aber gut verstehen, denn das waren auch meine ersten eingebrannten positiven Erinnerungen. Zusammen in der Kindergruppe auf Luftmatratzen, welch ein Abenteuer!

Bei mir war es zwar kein Kindergarten, wir Kinder kannten so etwas gar nicht, denn die "Blagen" des gesamten Dorfs wuchsen am Rande der Erwachsenenwelt auf. Man ging überall ein und aus, sämtliche Türen der Häuser waren unverschlossen und sogar zwischen den Arbeiten in mehreren Gärtnereien und Bauernhöfen rannten überall die Kinder umher. Rennende und kreischende Kinder gehörten einfach zum Alltagsbild wie Hunde und Katzen. Autos gab es ja noch kaum, die Straßen gehörten uns. Wir Kinder wuchsen völlig frei und unbehelligt von den Erwachsenen auf, organisierten uns selber und lernten ohne Pädagogik voneinander. Aber ich schweife ab. Also bei mir war es kein Kindergartenabschied, sondern regelmäßige Ferienfreizeiten der katholischen Jugend. Die ersten Male nahm ich einfach nur daran teil, bevor später jahrelang die Aufgaben eines Betreuers auf mich warteten. Immer zwei Wochen lang im Sommer mit ca. 100 Kindern und Jugendlichen in einer Schützenhalle im Sauerland. Wettkämpfe, Spiele aller Art, Tageswanderungen (die wir Kinder als Gewaltmärsche empfanden, was aber ein unbeschreiblich tolles Glücksgefühl beim Erreichen des Ziels erzeugte) und als Höhepunkt ein nächtliches "Lampensuchspiel", eine Schnitzeljagd des Nachts, bei der die einzelnen Posten anhand ihrer blinkenden Taschenlampen zu suchen waren. Was hatte mir das für einen Spaß gemacht! Aufs Lampensuchspiel freute ich mich schon wochenlang im Voraus. Vielleicht arbeite ich deshalb ja bis heute noch so gerne nachts draußen.

Jaja, der Olle erzählt von früher, OMG, ist schon klar ;-)

Dann will ich deine Geduld mal nicht überstrapazieren und schließe schnell für heute. Wobei mir gerade einfällt: stelle dir mal vor, heute würden Kinder blinkende Lampen nachts im Gelände suchen - welch ein Chaos und ein Irrgarten entstünde da. Überall blinkt es heutzutage - vor 50 Jahren erkannte man noch kilometerweit den Lichtschein einer einzelnen Taschenlampe.

Montag, 13. Juni 2022

Schnell wie der Blitz

Es wurde langsam wie eine Schnecke, das olle FTP-Programm, das ich - man lese und staune - vor 27 Jahren als Vollversion gekauft hatte und seither fast täglich benutzte, um Daten von zu Hause auf den Server hochzuladen. Diese Langsamkeit war der Grund, weshalb ich vor wenigen Jahren einen 100k-Vertrag mit der Telekom abschloss. Die vormals 50k hätten mir allemal gereicht. Sie genügen, um binnen Minuten Filme und in relativ kurzer Zeit sogar ganze Serien zu downloaden. Streamen mache ich ja nicht, dafür reichen sie aber ebenfalls voll und ganz. Nun ist der Upload aber immer nur sehr gering. Nach Abschluss des 100k-Vertrages wurde der auch schneller, aber die versprochenen 25k Upload wurden nicht ansatzweise erreicht.

Seit zwei Wochen wird dieser Upload aber wiederum ständig langsamer. Ich habe von der Technik, von den unterschiedlichen Protokollen und Methoden keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht, man kann nicht überall alles nachlesen und Experte werden, erst recht dann nicht, wenn nicht die geringste Lust dazu in meinem oberen inneren Hohlraum auffindbar ist. Zuletzt wurde der Upload dermaßen langsam, dass es mich richtig nervte.

Lange Rede, kurzer Sinn: nach 27 Jahren versuchte ich ein neues FTP-Programm. "Filezilla", eine freie Open-Source-Software. Und? Ich bin geplättet! Gefühlt ein unermesslicher Geschwindigkeitszuwachs (ich konnte anfangs gar nicht so schnell gucken, da war der Upload schon fertig). Was vorher eine Minute brauchte (z.B. das BackUp dieses Weblogs), lädt nun in deutlich unter 10 Sekunden auf den Server. Endlich lassen sich damit ganze Filme problemlos (ausschließlich privat) per Link verschicken. 1 Gigabyte lädt mit 2,4 Mbit/s, was sogar über den aktuell möglichen 21k Upload liegt (wahrscheinlich eine Umrechnungsdifferenz). Die Telekom verspricht zwar einen etwas schnelleren Upload, aber nunja, wir kennen alle den Unterschied vom Maximum "bis zu" zur Realität, die die Fritzbox anzeigt. Egal, ob nun 2,1 oder 2,4 Mbit/s, das ist locker 10 mal schneller als mit dem alten FTP-Programm. Knapp 7 Minuten und die 1-GB-Datei war hochgeladen.

Warum vergeht bei mir immer so viel Zeit, eh ich mich von alten Dingen verabschiede? Das hätte schon jahrelang so sein können, stattdessen begnügte ich mich mit Kompromissen und suchte die Ursache überall, nur nicht am alten FTP-Programm. Naja, besser spät als nie. Dafür ist die positive Überraschung jetzt besonders groß. Hat auch etwas.

In diesem Sinne: es gibt sie noch, die kleinen aber feinen positiven und schönen Erlebnisse. Und einen Tag mit positiven Dingen zu Beginn der neuen Woche wünsche ich dir ebenfalls.

Sonntag, 12. Juni 2022

Kryptisches

So, here I am again :-)  Alles ist prinzipiell lösbar im Leben, alles sind lösbare Probleme, alles bis bis auf wenige Krankheiten und bis auf den Tod. Man fragt sich, wieso es überhaupt Kriege gibt, da kein Konflikt durch die Natur vorgegeben oder unüberwindbar - unlösbar - wie der Tod ist. Aber das ist ein anderes Thema, etwas für nette "Schwurbeleien", Biertischgespräche oder so.

Jetzt zeigt sich allerdings für dich, liebe Leserin und lieber Leser, ein kleines Dilemma. Eigentlich (ein schönes Wort, ein "eigentlich" relativiert den nachfolgenden Inhalt bereits zu Beginn und deshalb sollte man auf das "eigentlich" im Sinne einer klaren Aussage "eigentlich eher" verzichten) - also eigentlich würde ich in einem echten Tagebuch aus Papier oder in einem persönlichen Brief genau schildern, was war, was ist und um was es geht, doch würde ich einen solchen Brief natürlich nie als Zeitungsanzeige veröffentlichen. Warum eigentlich nicht?, fragt mein inneres Ich. Warum hütet man Privates so sehr vor den Augen der Öffentlichkeit? Um Missverständnisse zu vermeiden, so lautet meine Antwort an das stets zweifelnde Innere Ich, um jenen Menschen, die einem Böses wollen (oder zumindest nichts Gutes), keine Munition zu liefern, denn man kann im Grunde alles auch gegen einen Menschen verwenden. Und sei es nur als eine moralische Bewertung - dafür braucht sie nicht einmal negativ auszufallen, es genügt, wenn jemand dieses Private heranzieht, um damit sein eigenes "Besser-Sein" zu illustrieren.

Viele Menschen neigen zu Überschätzungen der eigenen Person, sie zeigen, dass sie sich besser oder hochwertiger fühlen als andere. Einzig sie haben den vermeintlichen Durchblick, glauben sie, und nur sie machen alles richtig (auch wenn es gar kein "Falsch" gibt, so sind sie dennoch davon überzeugt, alles besser zu machen). Das geht so weit, dass manche denken, nur ihre eigene Lebensweise sei die einzig richtige und sie bräuchten nur alle anderen Menschen davon zu überzeugen (oder sie dazu zu zwingen), ihr bisheriges Leben zu ändern und fortan nach ihrem Beispiel zu leben. In vielen (allen?) Bereichen des Lebens ist das so. Bei Gesundheitsaposteln wird diese Denkweise hingegen sehr deutlich, finde ich, weshalb sie als Beispiel taugen, auch wenn alle anderen gleichsam damit gemeint sind. Sie möchten allen Menschen vorschreiben, wie sie sich zu ernähren und zu verhalten haben und wie eben nicht. Dabei geht es ihnen in erster Linie um Verbote (moralische Menschen zwingen anderen immer etwas auf). Verbote beinhalten aber automatisch Strafen (ohne Strafe kein Verbot). "Gut-Menschen" sind also in Wahrheit strafende Menschen - und das ist der böse Kern (oder das kranke Innere) ihres nach außen blendenden Heiligenscheins.

Schon klar, hierzu ließe sich eine Menge schreiben. Angstmachen und Drohen (vor Konsequenzen = Strafe) gehören genauso in ihr Repertoire wie Ausgrenzung und Stigmatisierung (man benötigt das Beispiel, auf das man mit dem Finger zeigen kann, um andere davon abzuhalten, ja nicht "so" zu werden oder so zu enden). Der Andersdenkende darf sich niemals durchsetzen, denn damit wäre der eigene Anspruch des Besser-Seins dahin. Deshalb ist das ideale Werkzeug für Gut-Menschen die Erfindung des Teufels. Des Teufels in Menschengestalt. Mit ihm kann jedes eigene Verhalten, jede Absicht, jede Zwangsmaßnahme und sogar jeder Krieg gerechtfertigt werden. Dieser Teufel erhält, je nach Epoche und Entwicklungsstand einer Zivilisation, natürlich immer andere und neue Namen und Beschreibungen. Man kann nun mal heute zum Beispiel mit der Verwendung alttestamentarischer Gottes- oder Satans-Begriffe keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken. Aber ich schweife schon wieder ab ;-)

Dem Tod gerade noch rechtzeitig von der Schippe gesprungen zu sein, lässt kurzfristig einen Blick hinter die Kulissen auf die Ursachen zu, die Gründe, weshalb Freund Hein schon mal aus den Schwaden menschlicher Ausdünstungen erkennbar hervorblickte. Diese Ursachen möglichst abzustellen, darum geht es im weiteren Verlauf des privaten, nicht öffentlichen Vorgehens. Aber das eben ohne Verbote, Gebote, Besserwisserei und ohne das zwanghafte Ändern jedweden anderen Seins.

Hilfe in Form eines Nichtstuns? Nein, aber bereit stehen für mögliche Unterstützung und, falls sie nicht erwünscht ist, andere Lebenswege akzeptieren zu lernen, selbst wenn sie nach der eigenen Meinung oder nach einer vorherrschenden "allgemeinen Meinung" als falsch gelten. Naja, das ist wohl doch zu kryptisch ausgedrückt, wenn man den Zusammenhang nicht kennt. Auf jeden Fall stehen der Familie und mir Veränderungen ins Haus, deren Ausgänge zwar ungewiss sind aber die die Routine unterbrechen und der Zeit hoffentlich noch künftiger Jahre mehr Beachtung und Wertschätzung schenken. Erst mit dem Verlust oder mit dem Beinahe-Verlust eines geliebten Menschen, wird einem dessen Wert so richtig bewusst.

Ich versuche nun, das Weblog weiterzuführen, ohne dabei auf das wichtigste persönliche Thema einzugehen. Ist schwierig, klar, aber von Anfang an hielt ich mich an eine einzige Vorgabe, die mir wichtig war und ist: Keine Jammerei! Jammern und Wehklagen sind so einfach, die meisten Menschen leiden - entweder immerzu oder von Zeit zu Zeit. Und man selber befindet sich auch immer im Recht, man kämpft gegen Ungerechtigkeiten jeglicher Art in jeglicher Weise. Manchmal stimmt es, manchmal nur teilweise und nicht selten stimmt es gar nicht. Für jedes Problem sind mehrere Perspektiven einer Ansicht vorhanden. Und sogar für einen faktisch eindeutig an einer Misere Unschuldigen, kann sein Schicksal grundlos einfach nur vorhanden sein, also weder positiv noch negativ; es ist halt nur, weil es ist. Den Hauptgewinnen oder den Nieten der Natur (dem Los des Lebens, der Biologie, der kosmischen Zusammenhänge oder dem puren Zufall) sind Wertungen fremd.

Wenn du irgendwo auf der Erde versehentlich und unbemerkt eine Ameise zertrittst oder sie mit dem Autoreifen überfährst, dann hat dieses tödliche Los zwar eine existentielle Bedeutung für die Ameise, doch nicht im Geringsten eine für dich. Genauso hat das Schicksal eines einzelnen Menschen keine Bedeutung für die Menschheit als Ganzes und sogar die Existenz unseres Planeten ist im kosmischen Zusammenhang so unwichtig, wie beispielsweise das Schicksal einer Ameise im Jahre 1634 auf dem Gebiet des heutigen Brasiliens. Je mehr man sich dieser eigenen Bedeutungslosigkeit bewusst wird, desto mehr zählt nur noch das Heute, die Gegenwart. Jedes Jammern verdirbt dieses Heute und verwandelt es in einen brodelnden Sud einer giftigen Suppe.

Religiöse Menschen sagen, egal was man macht, wir fallen alle in Gottes gnädige und gütige Hände. Es ist ein Trostbild leidender oder unterdrückter Menschen. Fanatiker sagen, nur sie würden den Sinn des Daseins erkennen und jedes Leid beträfe (als Strafe) all diejenigen, die nicht oder fehlerhaft ihrem fanatischen Beispiel folgen. Darunter fallen Heilslehren aller Art genauso wie die Wissenschaftsgläubigkeit und der Weltrettungs-Wahn unserer derzeitigen Zivilisation. Böse Menschen sagen, selbst dann, wenn jemand nichts für ein schlimmes Los kann, so sei irgendjemand der Familie aus der Vergangenheit dafür verantwortlich. Das ist unter anderem beim Buddhismus der Fall, jener fernöstlichen Lehre, die so sehr von den woken aufgeklärten Zeitgenossen geliebt wird. Alle "Lehren" begehen aber den einen Irrtum, dass sie die Bedeutung und den Wert des Individuums überschätzen. Weder ein Gott hält seine schützenden Hände über oder um jemanden, noch gibt es individuelle Gründe, mit denen ein Schicksal abgehalten oder im Nachhinein erklärt werden könnte. Auch wenn das Forschen und Verstehen-Wollen unserer Natur entspricht, die entscheidenden Schicksalswege als unergründlich zu akzeptieren, sie bedingungslos anzunehmen als das, was sie sind: als ewige Geheimnisse vielleicht sogar ohne jeden Sinn und Zweck - das ist der einzige Weg, ein Jammertal zu durchschreiten. Im Heute jeden positiven Moment zu genießen wie einen Streusel, einen Schokoladensplitter, der, mag er noch so winzig sein, für den Moment sein volles Aroma preisgibt.

Jaja, auch das klingt kryptisch. Es gibt (für mich) halt Grenzen, eher abstrakte Gedanken in klare Worte zu kleiden. Wer irgendwomit irgendwie persönlichen Trost findet, dem soll es egal sein, was ich hier für einen Unsinn schreibe, dem ist es eh wurscht, ob sein Trost "wahr ist" oder nicht, denn abgesehen von einem vermeintlichen Richtig oder Falsch ist der Trost das, was er gerade eben ist, nämlich ein Trost. Nur das zählt. Wer nicht so leicht zu trösten ist, muss halt damit klarkommen, auch die Nieten als Lebenslose zu akzeptieren.

Mittwoch, 8. Juni 2022

Tage der Hoffnung

Grande Katastrophe, mein Bruder liegt auf der Intensivstation im künstlichen Koma an einer Beatmungsmaschine angeschlossen. Sein größter Horror ist damit wahr geworden. Nein, kein Corona, es gibt auch noch die normale Welt des medizinischen Alltags.

Schlechteste denkbare Prognose, 90 % Sauerstoffsättigung, Antibiotika sind bisher wirkungslos. Und doch hege ich für ihn die größte denkbare Hoffnung. Man könnte glatt anfangen zu beten. Keine Sorge, Markus, das passiert nicht, das tu ich dir nicht an, es gibt aber auch ein nicht-religiöses Beten, sogar Agnostiker und Atheisten, wie wir beide, beten, wenngleich zu keinem bildlichen oder biblischen Gott, es ist einfach das An-Einen-Denken. Für mich ist zum Beispiel immer schon ein intensives Daumendrücken auch eine Form des Gebets gewesen. Wie dem auch sei, ich mache ein paar Tage Blogpause, denn im Hirn drehen sich die Gedanken und Gefühle schnell und schneller im Kreis.

Achso, bitte möglichst nicht kommentieren, ich weiß, liebe Leserin, lieber Leser, dass deine Gedanken und die besten Wünsche mit und bei mir und bei uns sind. Niemand mag Krankheits- und Tod-Weblogs; ich schreibe diesen Eintrag ja nur zur Info, weil ich eben jetzt ein paar Tage lang offline sein werde und allein mit dem spirituellen Daumendrücken beschäftigt bin.

Dienstag, 7. Juni 2022

Körpereigenes Wettrennen

Einen der aufschlussreichsten Artikel, da Mr. Lauterbach ausführlich zitiert wird, kannst du bei "Reitschuster" nachlesen. Der Kern Lauterbachs Aussagen ist so grotesk und entlarvend, dass man ihn gar nicht glauben will oder kann: Die Folge der Corona-Schutzmaßnahmen sei eine kommende RSV- und Grippewelle. Dagegen muss natürlich geimpft werden. Verrückter geht es nicht mehr, denn das ist natürlich richtig, ich meine nicht die Impfnotwendigkeit, sondern das Kommen weiterer Grippewellen, denn wenn du dich beispielsweise über zwei Jahre in Quarantäne befändest, verliert dein Immunsystem mehr und mehr seine Abwehrkraft, es verkümmert in gewisser Weise. Wer zum Beispiel zum Mars reist, um dort ein paar Jahre zu verbringen, würde sofort nach seiner Rückkehr auf die Erde an jeder noch so harmlosen Infektion schwer erkranken. Nach der Logik bisheriger Schutzmaßnahmen bräuchten alle Menschen jedes Jahr einen Medikamenten- bzw. Impfcocktail gegen sämtliche typischen Infektionen, gegen die die körpereigene Immunabwehr ihre biologische Antwort verloren hat. Also die Schutzmaßnahmen ermöglichen erst das neue Voranschreiten gewöhnlicher Infektionskrankheiten. Irre, nicht wahr? Welch ein Billionen-Markt für die Pharmaindustrie tut sich hier auf.

Ansonsten gibtꞌs heute nichts Neues in the Tagebuch. Man lebt so dahin. Normale Alltagsroutine. Die wichtigste Frage, die mein Hirn momentan mit etlichen Pro- und Contra-Argumenten zu klären versucht, ist jene, ob es sich lohnt, nachher die äußere Hülle des Körpers mit unauffälligen Stoffen zu bekleiden und zu Edeka zu radeln, oder ob die stinkende, mit von diversen Bastelarbeiten herrührenden Kleberesten und Lackflecken versehene, ausgeleierte Jogginghose und ein ebensolcher ehemals uni-schwarzer Hoodie für ausschließlich den innerhäuslichen Aufenthalt die Edeka-Fahrt letztendlich verunmöglicht, also "verüberflüssigt". Mal schauen, noch ist das Rennen der von dieser Entscheidung betroffenen Gehirnzellen völlig offen.

Montag, 6. Juni 2022

Frei, Fahrten, Jugend

Nun war ich schon zum dritten Mal binnen weniger Wochen im langanhaltenden strömenden Regen auf Arbeit unterwegs. Trotzdem merkst du den für den Klima-Alarm Verantwortlichen förmlich ihre bittere Enttäuschung und ihren Unmut über den Regen an, wenn sie, wie bei "Wetter Online" beispielsweise, verkünden, ausdrücklich und in Endlosschleife, dass nicht in ganz Deutschland Regen fällt, denn es gäbe immer noch (immer noch?) Gegenden, in denen zu wenig oder sogar überhaupt kein Niederschlag fällt. Du bist also pitschnass (wasserdichte Halbschuhe sind nutzlos, wenn der Regen den Mantel entlang fließt, die kurze Wegstrecke von den Waden bis zu den Schuhen überbrückt, indem die Hose derart durchnässt wird, dass das Nass von oben munter wie in einem Sturzbach in die Schuhe läuft), doch du hörst und liest nur von Dürre. Es ist eigentlich das ganze Jahr bisher nass. Du darfst allerdings nicht über den Regen fluchen, denn egal wo oder bei wem du es tust, sofort erntest du mahnende Blicke und nachgeplapperte Worte wie, das habe die Natur auch bitter nötig, oder "den Bauern freutꞌs". Oh, die Bauern, ein Kapitel für sich. Derzeit importieren sie wieder massenhaft Gülle aus Holland und spülen sie ins niederrheinische nitratverseuchte Grundwasser, das deshalb schon lange nicht mehr als Trinkwasser geeignet ist. Trinkwasser fließt in die Region von weit her durch Pipelines. Aber hey, die nächste Krise wird schon durchs Dorf getrieben: Ernährungskrise. Wir brauchen sie - und die Bauern, Power to the Bauer.

Ich schweife ab ;-)

Der medial verseuchte Mensch steht mitten im Regen in einer seit Monaten erblühenden Landschaft voller Insekten und Leben aller Art aber hat gefälligst Angst vor dem Verdursten in einer "immer noch" irgendwo nicht gänzlich verschwundenen Dürre zu haben. Irgendwo ist halt immer irgendwas. Und morgen erscheinen die Sensationsmeldungen von Überflutungen nach Unwettern, die, wie kann es anders sein, neben der Dürre ebenfalls Ergebnis des menschengemachten Klimawandels sind. Alles ist eben Klimawandel, und an allem sind nur wir Schuld. Man sollte aufs Menschenmachen direkt verzichten, wo kein Mensch, da keine Schuld - und siehe da, Teile der Grünen fordern bereits den Verzicht auf Kinder. Na, wer hätte das gedacht?

Nunja, seit wenigen Wochen beobachte ich seltsame Formveränderungen an meinen Händen, da scheint etwas evolutionär zu mutieren, sind es Schwimmhäute, die ich sehe? Meine Atmung erfolgt wie durch Kiemen, denn der gesamte Körper dampft zur Zeit. Während meiner Arbeit stimme ich innerlich Lieder aus den Tropen an, von "Sunshine Reggae" über "Club Tropicana" bis "Loco in Acapulco". Dabei ist es gar nicht sehr warm, nur eben nass wie Hulle, auch wenn die Temperaturkarten am Ende der Tagesschau mittlerweile komplett in Warn-Orange eingefärbt sind, nass bei schlottrigen 12 bis 16 Grad! Du brauchst des Nachts also noch den Pullover, was zu örtlichen Schwitzanallungen führt - nicht überall, nur wechseljahresmäßig an manchen Gegenden des Körpers. Wie gesagt, irgendwo ist immer irgendwas. Darüber könnte ich jetzt auch eine Menge Lieder singen. Nass von innen und außen sozusagen, aber die Damen und Herren in den klimatisierten Büroräumen predigen weiterhin die Dürre. Und die Dummen plappernꞌs nach, statt einfach mal ins Freie zu gehen. Unfassbar, wie viele Leute heute doch verblödet sind.

Jajaja, ich weiß, schimpfen über die Dummheit anderer und hervorheben, wie klug man selber ist (allein im Irrenhaus und so), zeugt von schlechtem Stil, ist arrogant und daher ebenfalls nicht sonderlich intelligent. Ich bin sowieso nicht schlau, sonst wäre ich nicht nass bis auf die Knochen, schlau sind diejenigen, die schlimme Wasser lauterbachen aber selber edle Weine schlürfen, den sie sich auch noch von der Allgemeinheit bezahlen lassen (PIK, "Potsdam-Institut für Klimaforschung", eine staatlich finanzierte Kaderschmiede der Scharlatanerie).

In diesem Sinne: es sind gerade gute Zeiten für "Frei", "Fahrten", "Jugend" (nennt man das heute eigentlich noch so? Klingt für einige Woke bestimmt zu sehr nach Nazi).

Sonntag, 5. Juni 2022

Antidemokratisches

In der ersten Sitzung des NRW-Parlaments nach der Wahl wurde eine Diätenerhöhung von 237 Euro beschlossen. Die AfD war dagegen, Grüne, SPD, FDP und CDU stimmten geschlossen dafür. Es sprach der Alterspräsident Herbert Reul von der CDU und beklagte die Politikverdrossenheit im Lande (nur knapp die Hälfte der Wählerinnen und Wähler nahm an der NRW-Wahl überhaupt noch teil). Er mahnte an, dass zwar jeder seine Meinung kundtun dürfe, dass es jedoch darum ginge, "antidemokratische Meinungen" zu verhindern, die mehr und mehr in die Mitte der Gesellschaft vordrängen. Er bezog sich dabei auf die Maßnahmenkritik sogenannter "Corona-Leugner", meinte aber generell den Widerspruch, den Ungehorsam.

Wenn du also entgegen der Blockparteien der Meinung bist, der Landtag hätte die Diätenerhöhung angesichts einer Inflationsrate von 8 Prozent aussetzen sollen, so gerät dein Widerspruch in Gefahr, als regierungskritische Meinung mit dem Label "antidemokratisch" gekennzeichnet zu werden, die es zukünftig verstärkt zu verhindern gilt. Denn merke: Regierung = Demokratie, Regierungskritik = antidemokratisch.

Früher konnte man wenigstens den politischen Gegner noch beim Namen nennen. Etwa "die Sozen", die "ewig Gestrigen", die "Spinner" oder die von der "Arbeitgeberpartei"; das funktioniert bei übergeordneten Themen wie Corona oder den Diäten heute nicht mehr, ohne den eigenen Club damit versehentlich zu diffamieren, also wird ein neuer Begriff erfunden: die "Antidemokraten". Clever, nicht wahr?

Dumm nur, dass ausgerechnet diese Woche Kanzler Schulz, ähm, Scholz, die Gewerkschaften ermahnte, auf Lohn- und Gehaltserhöhungen zum Zwecke eines Inflationsausgleichs zu verzichten, da dies, seiner Meinung nach, die galoppierende Inflation nur noch mehr antreibe. Ob das nun stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt, jedenfalls fordert die Regierung in Berlin von uns allen genau das, was die AfD von den Landtagsabgeordneten in NRW forderte und dem sich die Inflations-Leugner dreist verweigerten. Wer verhält sich denn jetzt zum Schaden der Allgemeinheit antidemokratisch? Die AfD, die Kartell-Parteien im Selbstbedienungslandtag oder Kanzler Schuolz von der Regierung?

Ist doch nicht so clever, wenn die eigene Definition für andere auf einen selber zurückfällt, gell?

Samstag, 4. Juni 2022

Herdenverhalten - Netzteil - Impfen

Es macht ja nicht einmal vor mir selber halt. Was? Naja, gewissermaßen das mit dem Herdenverhalten. Etwas zu tun ohne nachzudenken, so wie (oder nur weil) es andere tun oder da etwas vorgegeben bzw. vorgesehen ist, in einer ganz bestimmten Art und Weise zu tun.

Welch eine tolle kryptische Einleitung, nicht wahr? Die soll nämlich dergestalt davon ablenken, zu Anfang das Wort "Karten-Hub" auszuschreiben ;-)

Ernsthaft. Und nur kurz: Ich schrieb vor wenigen Tagen, dass so viele Anschlusskabel durch den Karten-Hub eingespart werden und ging beim neuen Gerät von 2 Kabeln statt 14 aus. Das ist grundfalsch, denn es ist in Wahrheit nur ein einziges Kabel nötig, nämlich das USB-Verbindungskabel. Aufs Netzteil und aufs Stromkabel des USB-Hubs kann in diesem Fall verzichtet werden. Ein USB-Hub besitzt nur deshalb oft eine eigene Energieversorgung, da an diesen Hub alle möglichen stromintensiven Geräte angeschlossen werden können, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit das Mainboard überlasten würden oder die ohne eigene Stromversorgung schlicht nicht oder nicht richtig funktionieren würden. Vor allen Dingen ist ein Netzteil am USB-Hub vorgesehen fürs Aufladen diverser Geräte, wie Smartphones usw., es ist aber nicht notwendig bei beispielsweise ausschließlich angeschlossenen Wechseldatenträgern, die über ihre eigene Stromversorgung verfügen, oder bei Verbrauchern, die mit wenig Strom auskommen, was bei SD-Karten der Fall ist. Also da im "selbstgebauten" Karten-Hub nie Geräte geladen werden und außer den Karten-Adaptern nichts anderes eingesteckt wird, ist das mitgelieferte Netzteil samt Kabel überflüssig.

Und jetzt gelange ich zum Kern fehlender eigener Intelligenz bzw. des eigenen Herdenverhaltens. Meine Wenigkeit schloss das Netzteil an den Karten-Hub an, allein weil es so vorgesehen und der Verpackung des USB-Hubs beigelegt war. Ich dachte nicht weiter nach und tat einfach das, was mir seitens der Bedienanleitung aufgetragen wurde. Erst 5 Tage später setzte mein Gehirn ein und stellte Netzteil und Kabel infrage. Das, ich meine die fast schon automatisch ablaufende Handlungsweise ohne selber darüber nachzudenken, entspricht in der Tat dem oft von mir kritisierten Herdenverhalten: man tut etwas, weil man es so tun soll aber nicht weil eine Notwendigkeit dafür besteht.

Ich will jetzt gar nicht das Wort "impfen" erwähnen (und habe es gerade doch mit Absicht getan), denn genau dasselbe findet dort statt: weil jemand etwas nicht genau versteht oder es allgemein plausibel klingt, macht man es. Wer nicht versteht, weshalb ein USB-Hub manchmal mit und manchmal ohne Netzteil verkauft wird, dem erscheint die Erklärung einer vermeintlichen Notwendigkeit der separaten Stromversorgung plausibel. Oder er benutzt das Netzteil einfach nur weil es da ist, weil alle anderen es auch anschließen. Genau das hatte ich vor 5 Tagen gemacht. Erst durch den Beginn des eigenen Nachdenkens kam ich für mich in meinem individuellen Fall zu dem Ergebnis, aus den genannten Gründen aufs Netzteil verzichten zu können. Wie vielen Menschen geht es nach dem Impfen ähnlich?

Jetzt kann man natürlich sagen, dass ein Netzteil nicht schadet. Es besitzt sogar den Vorteil, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Man kann, wie erwähnt, selbst das Smartphone an diesem Teil aufladen - da ich aber kein Smartphone besitze, ist diese Eventualität, dieser, ich nenne es mal "Service" des gekauften USB-Hubs, für meinen Bedarf überflüssig. Genauso beim Impfen: die Impfung schadet ja nicht, sagen viele, damit sei man für alle Eventualitäten gut gerüstet. Nun ist es aber so, dass beim USB-Hub ein zusätzliches Kabel erstens lästig ist, es muss ordentlich verlegt werden, will man nicht einem Kabelsalat Vorschub leisten, und zweitens haben diverse technische Prüfungen von USB-Hubs gezeigt, dass die Platinen mit den Stromführungen oft unsauber oder falsch verarbeitet sind und somit zu Schäden an empfindlichen angeschlossenen Geräten führen können. Vor allen Dingen bei billiger Ramschware aus China oder bei bis zu 2-Ampere-Netzteilen ist dies der Fall. Entsprechende Messungen der Kunden und Erfahrungen, die erst Wochen oder Monate nach dem Anschluss der Netzteile eingetreten sind, können in den Kommentaren bei Amazon & Co. nachgelesen werden. Ein "zu viel kann ja nicht schaden" schadet also sogar öfter als man glaubt. Die meisten Leute überleben das Impfen ohne ersichtlichen Schaden zu nehmen, doch das sagt nichts über einen kommenden Kurzschluss aus, der seinen Grund in einem fehlerhaften Zuviel hat.

Was ich damit eigentlich sagen möchte ist, dass auch ich mit meiner großen Klappe, die sich überall gegen ein Herdenverhalten auftut, genau diesem Verhalten unterliege. Auch als Ungeimpfter bin ich nicht besser oder schlechter als alle anderen. Jetzt ist es naturgemäß einfach, das nicht benötigte USB-Netzteil wieder auszustöpseln, hingegen lässt sich das mit einer Impfung nicht mehr machen. Hierbei bleibt einem somit nur die Hoffnung auf eine gute Verarbeitung des Impfstoffes sowie auf seine kompetente Verabreichung. Aber prinzipiell habe ich mit dem Anschluss des Netzteils dasselbe gemacht, wie andere auch beim Impfen, nämlich ohne eigenes Nachdenken etwas getan, nur weil man mir gesagt hat, dies tun zu müssen.

Naja, steinige mich von mir aus wegen dieses Vergleichs. Mir geht es nicht ums Impfen in erster Linie, das ist nur ein sehr anschauliches Beispiel, eine schöne Analogie, es geht um das Herdenverhalten, das immer dann zu beobachten ist, wenn der eigene Verstand aussetzt. Damit möchte ich auch niemanden herabsetzen, im Gegenteil, ich zähle mich, wie beschrieben, ja eindeutig diesem Personenkreis hinzu. Es handelt sich also mehr um eine Selbstreflektion, eine Kritik an mir selber, als um einen Vorwurf gegen andere. Es fällt (mir) nun mal nicht leicht, immer und überall ständig selber nachdenken zu müssen, und es ist verlockend und enorm "lebenserleichternd", etwas unhinterfragt nach Vorschrift zu tun. Aber zum Schutz meiner megateuren Micro-SD-Karten bin ich heilfroh, trotz eines zu späten Nachdenkens noch rechtzeitig meinen Fehler bemerkt und eine eigene Entscheidung getroffen zu haben. Und jetzt treffe selber den Vergleich von teuren wertvollen SD-Karten zum teuren wertvollen eigenen Leben.

Naja, wie gesagt, steinige mich nun ruhig ...

Freitag, 3. Juni 2022

Frühjahrsfresserei

Boah, es wird Zeit, ab morgen endlich wieder arbeiten zu müssen, denn ich fresse mich derzeit fett und kugelrund. Wie die Meisen, Spatzen und Buntspechte, deren Fütterungsstation ich zweimal täglich neu befüllen muss, solchen Appetit haben die gefiederten Gesellen gegenwärtig. Ist also die Natur, ich spiegle damit nur die natürlichen Bedürfnissen wider :-)

Staubschutz

Kleine Bastelarbeit. Wie praktisch doch ein ausgeprägtes Messi-Gen ist, das in seiner Freilandhaltung dafür sorgt, die stabilen Verpackungen der E-Dampfgeräte fast alle aufzuheben, nicht wahr? Das hier ist extrem starker Karton einer schweren "Aegis-Dampfe", den ich zusätzlich mit Autolack besprüht habe. Die Luftschlitze sind schräg-längs (staubdicht) - na, wie könnteꞌs anders sein? - hineingedremelt :-)

Ich darf betonen, mein Versprechen, das Thema Karten-Hub sei erst mal erledigt, bleibt ungebrochen, denn nicht der Karten-Hub (das Archiv muss eh noch zwei, drei Monate warten, da dafür noch ein paar teure Karten fehlen) ist das heutige Tagesthema, sondern dieser selbstgebastelte Staubschutz. Jawohl, so ist das.

Donnerstag, 2. Juni 2022

Ökonomisches

Die Bios-Batterie im Hauptrechner ist leer. Systemzeit und Passwort sind nach jedem Neustart zurückgestellt, d.h. Uhrzeit und Datum liegen Jahre in der Vergangenheit und das Passwort ist futsch. Da ich aber im Bios keine weiteren Einstellungen getroffen habe, macht das nichts, die Grundeinstellungen sind in Ordnung und die Systemzeit wird nach dem Starten durch einen Mausklick aktualisiert. Die Batterie auf dem Board stammt vom Zusammenbau des Rechners 2017, wahrscheinlich ist sie sogar viel älter. Mein Set vorhandener Knopfzellen aller möglichen Größen, was man sich so allgemein für einen solchen Fall bekanntlich zulegen sollte, entspringt allerdings einem Kauf von 2015. Also werde ich mir erst mal die Mühe sparen, alles am Rechner abzustecken, ihn aufzuschrauben, um eine noch ältere Batterie dort einzusetzen. Klappt ja auch ohne Batterie.

Inneres Ich: "Georg, du bist so ein fauler Hund!"

Ökonomisch, werter Herr Kollege des Inneren, ökonomisch.

Mittwoch, 1. Juni 2022

Geschwurbeltes

Oh, den folgenden Kommentar wollte ich bei Rika hinterlassen, deren aktueller Blogeintrag "Merz: Maurermeister und Gockel …" mich als E-Mailbenachrichtigung erreichte aber dann leider doch nicht online zu finden ist (mache ich hier etwas falsch?). Es stellt sich nämlich (für mich) tatsächlich die entscheidende Frage, weshalb ausgerechnet die mehrheitlich grünen Medien Merz unterstützen statt ihn "in der Luft zu zerreißen".

Für den Kommentar fehlen nun also gewisse Zusammenhänge, doch ich will mein Geschwurbel endlich auch mal öffentlich machen, und dafür benutze ich jetzt dreist den heutigen Tagebucheintrag.

Kommentar:

Weshalb die Medien Merz unterstützen? Meiner bescheidenen Meinung nach, um damit den ersten Versuch zu unternehmen, Kanzler Scholz zu stürzen; sie möchten einen grünen Kanzler nach einem kommenden Misstrauensvotum installieren: Habeck.

Am Tag der BTW hatte ich Scholz' Amtszeit in meinem persönlichen Umfeld (also nicht öffentlich im Blog) maximal (kann auch früher sein) zwei Jahre prophezeit, bevor wir ohne Neuwahlen ein Zweijahres-Experiment namens "Habeck" erleben. Das ist der feuchte Traum mehrheitlich grüner Journalistinnen und Journalisten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Merz der nützliche Idiot. Dass die Medien so etwas können, ist seit Wulff geklärt. Dazu bedarf es weder Absprachen, noch einer konzertierten Aktion, denn es gibt gewissermaßen automatisch ablaufende logische Prozesse: einen grünen Kanzler hatten wir noch nie, weshalb es folgerichtig ist, dass wir ihn bekommen werden - und wenn das Wahlvolk partout kein eindeutiges Votum dafür sprechen möchte, so wird der Grüne eben medial ins Kanzleramt getrieben, ob er will oder nicht. Dazu muss als erster Schritt die Ampelanlage ausfallen und Scholz zum Misstrauensvotum gezwungen werden - den Rest erledigt dann die in zwei Jahren erzeugte "Stimmung".

Nunja, wir werden sehen, ob meine Wenigkeit als Prophet in die lokale, um nicht zu sagen, hausinterne Geschichte eingehen wird oder ob meine unkende Seele einfach nur an deutsch-depressiven Krankheitssymptomen leidet.

Dienstag, 31. Mai 2022

SD-Karten-Hub

Einmal muss ich noch.

Inneres Ich: "Was?"

Karten-Thema. Jaja, versprochen ist versprochen und wird … gebrochen.

Na, wer hätte es gedacht? *zwinker* Nun habe ich mir den "würdigen" Tipp des unbekannten cleveren Zeitgenossen zu eigen gemacht und mangels Käuflichkeit einen eigenen SD-Karten-Hub erstellt: so (linkes oberes Bild) sah es im Dateiexplorer gerade eben noch aus. Da werde ich, sobald in den nächsten Tagen wieder Zeit vorhanden ist, formatieren, organisieren, Daten kopieren und sortieren - ein Satz mit Iren aber nicht die von der Insel. Tatsächlich möchte ich das komplette Film- und Serienarchiv auf Karten umzustellen. Dazu benutze ich einen USB-3-Hub und 4 USB-3-Adapter (ich bezeichne sie lieber als Adapter, da sie im Gegensatz zu Kartenlesegeräten nicht mehrere Kartenformate erkennen, sondern nur SD- und Mico-SD-Karten - sie sind aber gewissermaßen beides). Ein Adapter der Firma "Anker" kostet um die 8 Euro und kann doppelt belegt werden. Man muss beim USB-Hub darauf achten, dass er von oben bestückbar ist. Bei denen mit seitlichen oder vorderen Anschlüssen passen die Adapter natürlich nicht nebeneinander, was auf dem Bild selbsterklärend zu erkennen ist (klick drauf = groß):

Die Vorteile:

1. Derzeit besteht das Archiv aus 6 externen Datenträgern, das heißt: inklusive Hub werden 7 Netzteile und 14 Kabel benötigt (7 mal Stromkabel und 7 mal USB-Anschlüsse). Das verringert sich durch den Karten-Hub auf nur noch ein einziges Kabel für Strom und eines * für USB sowie auf ein einziges Netzteil * für alles zusammen. Die restliche Platzersparnis ist ebenfalls enorm aber war für mich unwichtig, da genug Platz vorhanden ist.

2. Bisher bestand das Archiv aus 3 mal 1 TB und 3 mal 500 GB großen mechanischen Datenträgern. Hier wird es definitiv zu einer spürbaren Stromersparnis kommen. Insgesamt umfasst das Archiv also 4,5 TB Größe, was mit den Karten jetzt bereits annähernd erreicht wird und zudem leicht auf 8 TB erweitert werden kann (im Laufe des Jahres, kostet natürlich).

3. Die Zuverlässigkeit dieser SD-Karten ist hoch, immerhin werden sie zur Steuerung und Navigation professioneller Drohnen verwendet, da wäre ein Ausfall fatal und ein Absturz einer Drohne naturgemäß megateuer. Schneller als die alten mechanischen Platten sind sie allemal. Man sollte nur auf Qualität der führenden Markenhersteller achten und keine chinesischen Billig-Karten benutzen. Aber das gilt bekanntlich auch für alle anderen Wechseldatenträger.

4. Sollte es dennoch zu einem Ausfall kommen, ist durch den modularen Aufbau sichergestellt, dass nicht der gesamte Datenträger (als Einheit betrachtet, als Batterie) kaputt geht, sondern höchstens ein Achtel davon betroffen ist. Mehrere Terabyte Daten für immer weg, schlimmer gingꞌs nimmer. Falls der USB-Hub mal einen Defekt aufweist, macht das nichts, denn einen neuen bekommt man für rund 20 Euro.

3. Am mechanischen Schreibschutz beißt sich sogar der gewiefteste Hacker seine Zähne aus. Weder löschen, noch überschreiben oder hinzufügen ist online möglich, die Daten sind zu 100 Prozent sicher vor Manipulation. Wenn ein Archiv voll ist, wird es ja nur noch gelesen und kann also problemlos fürs Schreiben mechanisch gesperrt werden.

4. Mobilität. Der gesamte Karten-Hub passt in eine Zigarettenschachtel.

Na? Wie habe ich das gemacht? Ist toll, nicht wahr?

Nachtrag: Und hier mit einer Staubschutzbox.

* Nachtrag 2: Der SD-Karten-Hub benötigt keine eigene Stromversorgung, da dort ja keine anderen USB-Geräte eingesteckt werden. Dieses Kabel mit samt dem dazugehörigen Netzteil kann man also auch noch weglassen. Ein einziges Kabel versus 14 Kabel, so ist's richtig.

Montag, 30. Mai 2022

Regal

Guck mal, ein optisch wie ein billiges Kellerregal gestaltetes aber hervorragend gearbeitetes gutes Regal habe ich heute von meiner Nichte vor dem Sperrmüll gerettet. Gerade eben erst hingestellt, ein fast leeres Regal in einer Messi-Behausung, so sieht es dort richtig klasse aus, nicht wahr? Auch wenn klar ist, dass es binnen Kürze wahrscheinlich überquillt vor lauter Kram, will ich mich mal zusammenreißen und diesen Messi-Vorgang, so weit es irgend geht, wenigstens verlangsamen.

Inneres Ich: "Die Welt gerät aus den Fugen und du schreibst über ein Kellerregal? Was stimmt nicht mit dir?"

Also erstens sieht es nur so aus wie ein Kellerregal, es ist viel stabiler und fein gearbeitet. Mit schönen durchgehenden Böden, fest verleimt und kratzerlos. Es ist ein Wohn- oder Schlafzimmerregal. Zweitens ist mir wumpe, was gerade in der Welt geschieht, denn irgendwo geschieht immer etwas Empörendes. Weder ich, noch Deutschland können etwas daran ändern. Man kann natürlich jeden Tag mit gesenktem Kopf ängstlich und erschüttert durchs Leben gehen, oder man kann sich über all das, was in der Zeitung steht, aufregen ohne Ende, doch wenn irgendein Hirni oder die Medien als solches mir ein Stöckchen vorhalten, so springe ich noch lange nicht darüber.

Wenn beispielsweise in Bolivien ein Bauer das RWE auf Schadensersatz für die Klimaänderung vor Ort verklagt (was in Wahrheit ja nicht der Bauer ist, sondern eine NGO), muss ich innerlich darüber schmunzeln. Oder wenn heute bereits die Predigt des Papstes in der deutschen Übersetzung zensiert und damit verfälscht wird, ja, was sollte ich dazu weiter sagen? In NRW kommt wohl Schwarz-Grün zustande, also Merkel 2.0 im Grunde, tja, ich bin ein Demokrat, und wenn die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler dies möglich gemacht hat und alle anderen einfach nicht zur Wahl gingen, dann muss ich das akzeptieren, auch wenn ich ganz anderer Meinung bin. Geliefert wie bestellt. Jedes Wort der Empörung wäre vergeudete Energie, wäre Kraftvergeudung.

Inneres Ich: "Wie? Ich dachte, du ꞌernährst dich durch Kraftvergeudungꞌ?"

Stimmt, es wird Zeit, den Titel im Header zu ändern und die Domain "Kraftvergeudung.de" vielleicht auszutauschen, denn in nunmehr über 23 Jahren Tagebuch habe ich mich tatsächlich innerlich verändert. Ich rotiere nicht mehr für jeden Unsinn wie ein Schwein am Spieß, die Kraftvergeudung schmeckt mir einfach nicht mehr. Ich habe noch ein paar freie Domains, mit denen das Tagebuch genauso verlinkt werden könnte. Wie wäre es mit "Sonnenwinde.de"? Oder "Raumspalt.de" oder "Schreibalarm.de"? Sie würden allesamt ebenfalls gut passen, finde ich. Ein nettes Zitat für "macht euren Scheiß doch alleine" wird sich für den Header bestimmt auch leicht finden. Im Moment sehe ich aber selbst diese Veränderung als Kraftvergeudung, von der mir mittlerweile sogar schlecht wird. Mal schauen, mache ich dann demnächst.

Das Regal aber sticht mir nun jeden Tag gegenüber der Treppe (Maisonette) ins Auge und erfreut mein Herz. Gut gelaunt durchs Leben zu schreiten, das ist förderlich für die seelische Gesundheit. Und da man den Medien selbst in Zeiten des eigenen medialen Fastens nicht mehr vollumfänglich aus dem Wege gehen kann, wird es eben Zeit, den eigenen Rücken schön mit Vaseline feucht zu halten, auf dass die umgefallenen Säcke Reis irgendwo auf der Erde ihn reibungslos herunterrutschen, um im feuchten Kehricht des Restmülls der Geschichte entsorg zu werden. Vor 20 Jahren hätte ich mir einen solchen Gleichmut nicht im Traum zugetraut, denn ich glaubte tatsächlich lange Zeit an Logik und Vernunft, ich dachte, man bräuchte nur die Augen der Leute zu öffnen und schon erkennen sie, was mit ihnen gemacht wird - dass sie alles aber selber so haben wollen und eher den Überbringer einer Nachricht steinigen, als eventuell etwas an den Zuständen zu verändern, diese Erkenntnis reifte bei mir als Spätentwickler eigener Intelligenz, wenn ich das mal so platt sagen darf, erst sehr, sehr spät.

In diesem Sinne: die Welt kann mich mal. Ich liebe das neue Regal, zeige es her und schreibe darüber. Bis morgen, gehab dich wohl.

Sonntag, 29. Mai 2022

Hub

Zum 3. Mal das Thema SD-Karten. Aber zum letzten Mal, versprochen.

Der erste, der heute einen Hub für SD-Karten auf den Markt bringt, wird ein gutes Geschäft machen, denn so etwas scheint es bisher nicht zu geben. Zumindest habe ich lange erfolglos danach gesucht. Sie alle besitzen stets nur einen Steckplatz pro Karten-Typ, nicht aber wie ein USB-Hub mehrere Steckplätze für die gleichen Karten.

Die Idee ist zwar alt, zum Beispiel stammt dieser Karten-Hub aus der Anfangszeit der Verbreitung der SD-Karten, was man an den technischen Spezifikationen erkennt: USB 2.0 sowie die Unterstützung bis maximal 64 GB Kartengröße ist gestrig (ich sach dat jetzt mal so despektierlich), denn USB 3 ist schon jahrelang Standard und 1 TB kostet heute nicht mehr als 10 Cent pro GB Kapazität. Ein Hub war also aus Kostengründen bisher unsinnig. Jetzt aber wird er höchst interessant. Denn wenn ich meine mittlerweile 6 externen Festplatten am Netzwerkrechner betrachte, zusätzlich 3 an den anderen Rechnern, dann würde ein Karten-Hub natürlich wunderbar den Haufen Kabel und Geräte, die unterm Tisch versteckt eine Wohlfühloase für die vielen Staubmilben und die sich verpuppenden Insekten bilden, schon im Ansatz vermeiden. Weshalb so viele Datenträger dort rumliegen? Filme und Serien, ich streame ja nicht. Und sowieso: Messi (ein Wort genügt *lach).

Findige Zeitgenossen kombinieren geschickt vorhandene Technik, was durchaus eine Überlegung wert ist ("wert" wird in diesem Fall klein geschrieben, da es sich nicht auf einen bestimmten Wert bezieht, sondern "würdig" gemeint ist), doch eigentlich wäre es ohne den Umweg über die einzelnen USB-Adapter ideal. Mal schauen, ein, zwei Jährchen abwarten, ich bin sicher, dann wird bei Amazon gleich ein Haufen solcher Hubs angeboten.

Die Chinesen schauen sich die Märkte in Europa und den USA ganz genau an, sie lesen in Foren und Blogs, um Kundenwünsche zu eruieren und Ideen zu sammeln. Das kennt man aus der E-Dampf-Szene zur Genüge: Hat jemand in einem Forum eine Idee für eine Neuerung und sie wird anschließend diskutiert, erscheint wenige Wochen später ein chinesisches Produkt, was genau diese Ideen oder Wünsche umgesetzt hat. Wird es anschließend nicht verkauft, verschwindet das Produkt wieder sang- und klanglos, wird es aber angenommen, macht die chinesische Konkurrenz es nach und der Markt wird überflutet. Dann fallen die Preise, bis selbst für chinesische Verhältnisse die Produktion nicht mehr lohnt. Im weiteren Verlauf wird das Produkt entweder weiterentwickelt oder modischen Veränderungen unterworfen, so dass bei überwiegend gleichbleibender Technik das Design oder der Lifestyle zu Veränderungen in Form, Material, Farbe usw. führen, die zum saisonalen Kauf animieren. Perfektioniert wurde diese Vorgehensweise bekanntlich auf dem Handy- bzw. Smartphone-Markt.

Inneres Ich: "Dann bringe deinen Karten-Hub doch selber auf den Markt."

Das ist ja überhaupt kein Problem: ich baue wie Elon Musk einfach eine Fabrik, lass sie per Zuschüsse finanzieren, bekomme Steuerbefreiung - wenn da nicht der winzige Haken in Form des fehlenden Bargelds wäre, das für die "Anschubfinanzierung" nötig ist (vorher die maßgeblichen Leute schmieren).

Inneres ich: "Huch, jetzt wird er wieder politisch …"

Nein kritisch-realistisch, das mag zwar auch politisch sein, hat aber viel eher mit dem Blick ins eigene Portemonnaie zu tun. In diesem Sinne wünsche ich dir stets ein dickes selbiges. Braucht man ja gerade wieder wegen der bundesweiten Fehler der Karten-Bezahlsysteme. Ein Portemonnaie-Hub, das wärs doch.

Samstag, 28. Mai 2022

Achtung ihr Jungen: Langweilig! Opa erzählt :-)

So ähnlich sah um 1994 mein erster eigener Rechner als Komplettpaket aus. Zwar nur ein 15-Zoll-Monitor, insgesamt leistungsschwächer als der auf dem Bild, dazu aber mit einem Drucker, aus dem ich schon ein halbes Jahr später den Freundeskreis und die Nachbarschaft mit nett gestalteten Visitenkarten versorgte. Damals kostete das rund 3.500 DM. Bezahlt wurde, indem die Firma ihn kaufte und das mit meinen vielen Überstunden verrechnete (heute undenkbar, so sehr werden wir in unserem Handeln schon kontrolliert und überwacht). Den Laptop, den du auf dem Bild siehst, besaß damals ein Bekannter; der Bekannte wurde bestaunt, als sei er gerade der Zukunft entsprungen. Ich sehe das Bild noch deutlich vor Augen: eines schwülen Sommerabends schimmerte bläulich-weißes Licht aus einem geöffneten Fenster seiner damaligen Wohnung, ein Licht wie im Kino beim Film "E.T.", geheimnisvoll, mystisch. Ich stieg neugierig die Treppe zur Terrasse empor, auch die Tür stand weit offen, und betrat das Wohnzimmer. Dort hockte er vor einem Gerät, das ich noch nie aus der Nähe gesehen hatte. Bis auf das noch fremde Geräusch des Tastatur-Klapperns war es ganz still, ich dachte wirklich, hier sei irgendwo eine Zeitmaschine oder das Gerät sei die Konsole eines Transporters fürs Beamen bei Raumschiff Enterprise.

Kurze Zeit darauf sah es bei mir genauso aus. Dieser Anblick inspirierte mich sogar für ein Prosa-Gedicht, "Enter". Also von wegen, Technik sei kalt und emotionslos, ganz im Gegenteil, würde ich meinen.

Mein erster Rechner war noch ohne Browser und Internet, der Hype begann gerade, ein Browser wurde erst ab "Windows 95B" im Jahre 1995 implementiert. Bis dahin galt Netscape alternativlos als nachträglich installierte Software. Das Internet war ebenfalls etwas, über das ich lange Zeit noch staunte. Gegen 2 Uhr nachts saß ich im Sommer 1995 mit krummen Rücken, wie Schröder von den Peanuts vor seinem Mini-Flügel, am Schreibtisch gebeugt über die Tasttatur und chattete mit einem Menschen in New York auf Englisch. Unser gemeinsames Interesse galt "Star Trek" und wir tauschten Raumschiff-Bilder aus - "Bilder", als solche wurden die winzigen Gifs bezeichnet, die wir für heute unvorstellbar teures Geld, im Minutentakt abgerechnet, durch die Telefonleitung eines 56K-Zisch-Und-Piep-Modems quetschten. Dennoch, ich kam mir dabei vor wie in einem Science-Fiction-Film. Hey, ich chattete aus meiner Höhle in Jetzt-Zeit mit jemandem am anderen Ende der Welt - unvorstellbar!

Neulich sprach jemand auf Arbeit auch beiläufig vom Jahrzehnt der 90er. Es war wohl das hoffnungsvollste, fröhlichste Jahrzehnt seit den "goldenen 20ern". Überall roch es nach Aufbruch in eine neue Zeit, nach Veränderung, nach Frieden, die Kreativität der Leute spross an allen Ecken und Enden. Beste Bilder dafür sind vielleicht Gerhard Schröder und Joschka Fischer 1998 oder Tony Blair hemdsärmelig als Vertreter einer neuen Generation des Positivismus. Die einzigen Skandale waren Monica Lewinskys Blasen des präsidialen primären Geschlechtsorgans oder die Frage, ob der Präsident der mächtigsten Nation der Erde den Rauch eines Joints nur gepafft oder tatsächlich inhaliert habe - ich meine, eine Welt, die keine größeren Nöte kennt, ist eine glückliche. Die Geschwindigkeit aller Entwicklungen begann einen Spurt, und eigentlich glaubten alle, selbst die Pessimisten, an eine verheißungsvolle Zukunft. Ich würde sagen, mit "9/11" wurde dieser Optimismus jäh beendet. Entwicklungen und Tempo schritten und schreiten seither zwar ungebremst fort, doch von da an nicht mehr in Richtung einer positiven Welt, sondern nun wandten sie sich gegen die Menschen, was zu einer heute locker mit George Orwells "1984" vergleichbaren Big-Brother-Welt des Kontroll- und Überwachungswahns seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Aber es geht munter weiter, ein Ende ist derzeit nicht abzusehen.

Wie komme ich jetzt auf all das? Naja, das Staunen über die SD-Karten lässt mich einen Moment innehalten und die vergangene Zeit Revue passieren. Das hat man schon mal, wenn das längste Stück des Weges hinter einem liegt.

Wenn die Realität Science-Fiction überholt

So etwas (klick aufs Bild = groß) finde ich immer noch faszinierend. Wenn ich eine der minikleinen SD-Karten in den ebenfalls schon kleinen Adapter stecke und eine andere direkt ins Lesegerät, dann verwandelt sich der Kartenleser in ein USB-Hub mit zwei angeschlossenen Laufwerken von riesiger Speicherkapazität. An sich nichts Neues und heute schon gar nichts Besonderes mehr, fast schon Ramschware vom Wühltisch, verglichen mit den Preisen für Speicher vor zwei Jahrzehnten (1 GB damals ca. 100 Euro, heute ca. 10 Cent), so bleibt mir angesichts der Winzigkeit, die selbst die Autoren von Science-Fiction-Filmen vor 20 oder 30 Jahren nicht mal ansatzweise vorhergesehen haben, bei diesem Anblick nach wie vor der Mund vor Staunen offen: "Boah, guck mal! Das sind über ein Terabyte!"

Freitag, 27. Mai 2022

Wildes

Boah, wenn du versehentlich noch vor dem Frühstück abends die Tür öffnest, weil es wie wild klopft, gar hämmert, und das K. steht dort (6 Jahre alt), schlafunwillig, munter wie ein Fisch im Wasser, Bespaßung einfordernd, dann haste erst mal den Kaffee aus, wie man so schön sagt, denn dann sind die nächsten zwei Stunden Chaos angesagt. Aber im Zuge dessen habe ich den ur-uralten XP-Laptop rausgekramt (20 Jahre lag er im Schrank, davon die letzten 15 Jahre ausgeschaltet, die Akkus sind längst tiefentladen und hinüber). Eigentlich stimmt das nicht, das mit den kaputten Akkus schon, ich meine das andere, ich lüge, denn mit dem Laptop wollte ich selber spielen etwas technisches ausprobieren, er stand deshalb schon seit vorgestern aufꞌm Basteltisch, aber sieh an, auf ihm sind noch die alten Mini-Flash-Spiele installiert. Unter anderem "Pinball", das Windows Flipper-Spiel. Das macht kräftig Radau und ist nach wie vor sehr unterhaltsam, jedenfalls taugte es prima, das ADHS-Kind eine halbe Stunde lang zu beschäftigen (ist es natürlich nicht, jedes Kind mit 6 Jahren ist ein ADHS-Kind, das ist als Scherz gemeint, was man ja heute öffentlich direkt disclaimern muss). Der Spaß war sogar groß, obwohl K. in ihrem Leben noch keinen echten Flipper zu Gesicht bekommen hat.

Wie dem auch sei, heute verstehe ich, weshalb die Tante Irmgard, selig, seinerzeit trotz heftigen Klopfens, Klingelns und Rufens selten nur ihren Neffen die Tür geöffnet hatte und einfach so tat, als sei niemand zu Hause. Es gab ja damals keine alten XP-Rechner mit Flipperspielen. Jaja, erst mit den Jahren wächst das Verständnis für ihr damals von uns Kindern als empörend unverständlich empfundenes Verhalten (wir wussten ja, dass sie zu Hause war: warum macht sie die Tür nicht auf? Die spinnt doch! Sie ignoriert mich/uns! Wie kann man nur?! Jetzt erst recht noch lauter und heftiger: "Iiirmgaraard! Mach auf!" Krach-Bum, tritt gegen die Tür ...).

Also kann ich nicht weiterschreiben, denn ich muss justamente die Hütte aufräumen. Wie man in anderthalb Stunden so viel Chaos anrichten kann, das ist bemerkenswert. Bis morgen denn. Mach bloß die Tür nicht auf, es könnte ein Wirbelwind hereinstürmen.

Donnerstag, 26. Mai 2022

Glanzpunkte

Kurzer Nachtrag zur vorgestrigen Bastelstunde: den weißen Lack habe ich nicht gestrichen oder gesprüht, sondern mit einem kleinen Schwamm getupft, so dass eine Struktur entstand mit vielen winzigen Erhebungen, ähnlich als sei dort Sand verteilt. Durch die abschließende Schicht Klarlack, die dick gestrichen wurde, ergeben sich nun tolle Glanzeffekte, die zusätzlich durch die Glanzsternchen unterstützt werden. Das alles ist aber lichtabhängig, was bedeutet, dass ich als ultimativer Foto-DAU es nicht real ablichten kann. Nunja, interessiert dich eh nicht die Bohne, schon klar.

Um nochmal aufs Thema SD-Karte einzugehen: guck dir das (Bild) mal an. Auf diesem fingernagel-kleinen Datenträger rechts befindet sich das komplette Betriebssystem meines Hauptrechners inklusive der größeren Programme und sämtlicher getroffenen Einstellungen, also auch die komplette Registrierung, einfach alles als eine 1-zu-1-Kopie der Systemfestplatte. Sogar die Partitionen und die Registrierungsnummern (oder Signatur, weiß der Geier, wie man die nennt) der Festplatte wurden geklont. Es ist somit keine Starthilfe, die allein die Windowsdateien enthält, sondern eben eine Kopie von allem, sogar mitsamt jedem möglicherweise vorhandenen Fehler - alles, was bis gestern auf der Festplatte "C" vorhanden war, befindet sich nun ebenfalls auf dieser Mini-SD-Karte. Damit braucht man bei einer technischen Katastrophe, die es bekanntlich auch dann gibt, wenn der Verkäufer der eigentlichen Festplatte dies für unmöglich hält, einfach nur den Inhalt der SD-Karte auf eine neue Festplatte kopieren (mit einem Immigrations-Programm) und schon läuft alles so, als sei es nie anders gewesen. Faszinierend, nicht wahr?

Auf der anderen, der linken SD-Karte befinden sich alle persönlichen Dateien, die ich in fast 30 Jahren hergestellt oder gespeichert habe. Fotos, Filme, Musik, Grafiken, Webseiten und eine unüberschaubare Menge diverser Texte. In gewisser Weise eine Kopie meines virtuellen Daseins der letzten drei Jahrzehnte. Sicher die Hälfte Schrott, sie könnte gelöscht werden, ohne dass ich es bemerken würde, doch das Schöne an der virtuellen Welt ist ja auch, dass man sein Messitum problemlos ausleben kann - ein fingernagel-kleiner Datenträger wird zum Pendant von Schränken, Kammern und Schuppen voller Kram. Darauf befinden sich auch sämtliche kleinere Programme, die ich in den letzten Jahrzehnten benutzt habe, und die ich grundsätzlich nicht auf "C" installiere. Insgesamt sind es über 60.000 Dateien in mehr als 7.000 Ordnern.

Man kann all diese Daten auf einen neuen Rechner kopieren und hat seinen bisherigen Rechner wieder. Beispielsweise du verreist dauerhaft aber kannst deine Hardware nicht mitnehmen (du packst spontan deine 7 Sachen und machst dich auf und davon, so meine ich das *lach), oder du wirst, wie letzte Tage Paul Brandenburg erst geschehen, von der Polizei beraubt, indem alle Rechner und Datenträger beschlagnahmt werden (sie sieht man jahrelang nicht wieder), oder irgendeine andere Katastrophe führt zum Verlust der Hardware - zwei winzige Kärtchen und dein System erstrahlt im alten neuen Glanz.