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Mittwoch, 17. November 2021

Die Fratze des Deutschen

Im Kaiserreich und besonders zur Zeit des Deutsch-Französischen Kriegs galten Kritiker der Regierung bzw. der Maßnahmen als Vaterlandsverräter. Das traf insbesondere Teile der Ur-SPD (August Bebel). Später, als die Hysterie für den 1. Weltkrieg beinahe die gesamte Bevölkerung durchzog, brauchte es nicht einmal eine Kritik für diesen Vorwurf, allein das Nicht-Teilen der wie besoffenen Kriegsbegeisterung reichte schon aus, um als Vaterlandsverräter abgestempelt zu werden (mit all den Konsequenzen von Stigmatisierung, Verlust des Arbeitsplatzes und Verfolgung). Es bedarf überhaupt nicht ständig der Nazi-Zeit, um den Kern der deutschen Volksseele zu beschreiben. Duckmäusertum und die Erhöhung des Wirs in einen nationalen Rausch (Heinrich Mann, "Der Untertan") ließen Millionen Diederich Heßlings erkennen.

Heute sagen wir immerzu, diese Zeiten seien ein für alle Mal überwunden, Deutschland sei in Europa als Land ohne Grenzen eingebunden und ein nationales Wir wird als Ausgrenzung der Anderen verstanden und bekämpft. Bis jetzt. Plötzlich reden und schreiben Politiker und Medien rechts wie links wieder vom Wir, von nationalen Anstrengungen oder von einem Krieg (gegen das Virus). Begriffe wie "Volksschädlinge" durchziehen die politischen Diskussionen als seien knapp hundert Jahre, in denen "wir" ein Kaiserreich, zwei Diktaturen und zwei Demokratien durchlebten, nur ein "Fliegenschiss". Alles ist wieder da - oder war nie ganz weg.

Das ist übrigens der Grund, weshalb beinahe die ganze Welt Argwohn gegen "uns" Deutsche hegt. Wenn es so etwas wie eine Volksseele tatsächlich gibt, ein kollektives Bewusstsein oder eine nationale Eigenart, dann trifft für Deutsche der Begriff des Untertanen-Geists zu. Man kann den Deutschen einfach nicht vertrauen, im Handumdrehen möchten sie aus Millionen Individuen einen Volkskörper formen, der das Land und in der  Folge die gesamte Welt am deutschen Wesen genesen lassen will, notfalls mit Zwang und Gewalt. Nichts Neues unter der Sonne also, alles wie gehabt. Deutscher, schau in dein hässliches Gesicht!

Dienstag, 16. November 2021

Klima, Industrie, Energie

Nüchtern, kurz und knapp den Blick auf die Realität gewandt ohne theoretische und moralische Konjunktive, so zeigt Prof. Fritz Vahrenholt in einem nur halbstündigen Gespräch die Gefahren einer kommenden Energiekrise auf, benennt aber auch jene Möglichkeiten, ihr erfolgreich zu begegnen. Alles in allgemein verständlicher Sprache gehalten ohne Öko-Schwurbeieien. Na, das wäre doch mal etwas zum Start in den Dienstag. Biddeschön, sehr sehenswert:

Montag, 15. November 2021

Missgeschick

Missgeschicke kommen vor. Überall, auch in der Natur. Von der Mausleiche, die am oberen Rand der Gartengießkanne trieb (nur einen Zentimeter mehr Regen und der Füllstand hätte zu einem Entkommen aus der misslichen Lage gereicht) über die Meise, die rasant eine Abkürzung zur Futterstation nehmen wollte und mit gebrochenem Genick neben der transparenten Gartentür lag (seither zieren Silhouetten diverser Raubvögel das Glas) bis hin zum jugendlichen Kiebitz, der zu Paarungszwecken neben der vielbefahrenen Landstraße mit waghalsigen Flugmanövern um die fahrenden Autos herum übermütig seiner Angebeteten imponierte und urplötzlich mit einem "Plonk" von der Bildfläche und aus dem Dasein verschwand - all das passiert ständig aber wird meist nicht von uns wahrgenommen. Das sind natürlich die großen Dramen, Spiele um Leben und Tod. Da ist nichts lustig. Tragödie statt Komödie und so weiter.

Aber es gibt sie auch, die Lustspiele der Natur, Schwänke, die einen zum Schmunzeln bringen. So letzte Nacht:

Eigentlich war die Nacht windstill, nur ungefähr ein Mal pro Stunde wehte wie aus dem Nichts kommend ein kurzer Wind, der sich nach Sekunden in eine Böe verwandelte, die wiederum nach einer weiteren Sekunde abflaute und abermals vollkommene Windstille hinterließ. Da kannst du noch so warm gekleidet sein, bei der Bö frösteltꞌs automatisch im Nacken. Gegen 4 Uhr war es wieder soweit. Ich ruhte (Korrektur: wachte) gerade beim Nachmittagskaffee auf der geliebten Bank unter der mächtigen alten Tanne, da begann schon das Laub zu rascheln. Der Wind schwoll an, es folgte die Bö - und zeitgleich knackte etwas über mir. Unmittelbar danach hörte ich ein hektisches Flattern, vernahm dabei deutlich, wie Flügel gegen Äste und Nadeln schlugen. Gleichzeitig lauschte ich dem lieblichen Klang einer fulminant schimpfenden Krähe. Sie wurde von der Böe samt Ast sozusagen glatt aus den Socken geworfen. Ja, es handelt sich um einen Schlafbaum der Rabenvögel. Das laute Schimpfen war absolut multilingual, jedes Lebewesen mit Ohren hätte es genau so verstanden, wie es gemeint war. Parallel zum Schimpfen erklang weiteres Krächzen der Kolleginnen und Kollegen ringsherum. Auch ihre Laute waren in Universalsprache gehalten aber nicht so eifrig und mit weniger Nachdruck vorgebracht. Instinktiv verstand ich sie auch nicht als wütend, viel eher als ziemlich genervt. Sie galten also nicht der Bö, sondern dem Spektakel und dem abrupten Schlafplatzwechsel des Artgenossen. Tja, auch die richtige Wahl des Schlafgeästs will gelernt sein, nicht wahr?

Einen angenehmen Start in die Woche wünsche ich dir. Möglichst ohne Missgeschicke aber doch mit reichlich Schmunzeln über die gar nicht immer so perfekte Natur.

Sonntag, 14. November 2021

Unter anderem über die Versöhnung

Auf dem gestrigen Brillen-Foto habe ich selber erst den Grünspan an den Nasenflügeln erkannt. 5 Minuten Ultraschallbad, jetzt ist alles wieder blitzblank.

Ein Video, ein emotionales Interview von Gunnar Kaiser mit Dr. Gunter Frank, dessen Tonqualität dieses Mal leider unter aller Sau ist und daher enorme Aufmerksamkeit beim Zuhören einfordert, möchte ich dir dennoch heute ans Herz legen, denn ich habe in der gesamten Corona-Zeit selten so viel Menschlichkeit gehört wie in diesem Gespräch - und ja, die Menschenliebe kommt hier zu Wort, wenn davon die Rede ist, nicht zu verhärten, nicht anderen mit der selben Münze jenes heimzuzahlen, was man von ihnen gegenwärtig erfährt. Das finde ich enorm groß, denn nach Corona, nach Klima, nach der Hyperventilation des Moralismus, der nur vom eigenen Versagen ablenkt und deshalb in naher Zukunft zwangsläufig in sich zusammenfallen wird, kann ein Neuanfang nicht im Hass, sondern nur in der Versöhnung gelingen.

Ansonsten nichts Neues, die Muse hatte mich gestern dann doch nicht mehr geküsst. Mittlerweile verstehe ich sogar die gesamte Technik der neuen Sehbildbegleiterin und möchte gerne nachreichen, dass an ihr nicht das Geringste kompliziert oder verwirrend einzustellen ist, wie es einige Kritiker in den Testberichten über sie behaupten, sondern dass sogar das genaue Gegenteil zutrifft, denn noch nie habe ich eine so leicht zu bedienende Kamera in Händen gehalten wie die kleine Lumix-Knipse. Wenn ich das als bekennender Foto-DAU sage, kannst du es tatsächlich glauben.

Einen wunderschönen Herbsttag wünsche ich dir, bildgebend mit oder ohne Kamera, menschlich, selbst in Zeiten des Hasses, und stark im Bewusstsein, du bist nicht allein. Man lernt zur Zeit ein gegenseitiges beinahe schon instinktives Erkennen. Ich wuchs nicht in der DDR auf aber kann mir gut vorstellen, dass es dort sehr ähnlich war.

Samstag, 13. November 2021

Dies & das

Zur Mittagszeit um 2 Uhr aufstehen, gegen 4 Uhr frühstücken, da hat mein Körper wohl etwas nachzuholen gehabt. Gestern wurde durchgemacht und erst am frühen Morgen gegen 18 Uhr legte ich mich zur Ruhe. Das sind 8 Stunden Schlaf - so gesehen eher normal als etwas Besonderes, nicht wahr?

Ob ich denn nichts interessanteres etwa zu Corona oder dem Flüchtlings-Irrsinn im Osten Europas zu sagen habe? Nö, zu Corona ist alles bereits geschrieben worden, es wiederholt sich eins zu eins das Jahr 2020. Vergessen sind die Aussagen der Experten von Ende 2020, dass mit der Delta-Variante zwar eine ansteckendere Mutation entstanden sei, die aber nur zu leichten Verläufen führe. Vergessen sind die Schummeleien der Krankenhäuser bei der Anzahl der Intensivbetten (bei 2.500 aktuellen Fällen wurden gleichzeitig die Betten um 5.000 abgebaut). Und beim Thema Flüchtlinge sagte Frau Merkel höchstselbst, dass sich das Jahr 2015 nicht wiederholen dürfe - allet vergessen, es wird einfach weitergemacht wie bisher. Was soll man dazu denn noch sagen? Auf "2Gplus" freue ich mich sogar, denn vielleicht hilft genau das, die vielen geschlossenen Augen endlich zu öffnen, wenngleich ich befürchte, dass vorher noch eine gewaltige Hatz auf Ungeimpfte stattfinden könnte. Erst wenn die Wut und Verzweiflung vieler Zeitgenossen an den Sündenböcken abreagiert worden ist, rückt die späte Einsicht näher. Welche Einsicht? Das überlasse ich ganz alleine dir als Leserin oder Leser meiner "bösen Schwurbeleien".

"Trigger" finde ich bis jetzt sehr unterhaltsam. Erfrischend zu sehen, wie eine Serie fern jeder "politischen Korrektheit" funktioniert. Als sei sie vor 10, 15 Jahren entstanden. Man erkennt daran, dass die Leute in Russland im Wesentlichen in einem gänzlich anderen gesellschaftlichen Klima als unsereins leben. Männer dürfen Männer sein, sogar Machos, und Frauen eben Frauen, was immer das auch heißen mag (schauꞌs dir einfach an). Beneidenswert! 7 von 9 Punkte bisher.

Jetzt gleich mache ich mich ans dritte dreistündige Reisevideo der Carolin. Diese Videos empfinde ich als ausgesprochen angenehme Unterhaltung und sehr entspannend.

Schauen wir mal, ob und was der Tag in diesem Tagebuch noch zu bieten hat. Ich hoffe, dass nichts von außen zu mir vordringen wird, ich meine, ein Lottogewinn wurde mir vom Schicksal bereits versagt, e-dampftechnisch gibtꞌs nichts Neues zu vermelden, die neue Bildassistenz (habe immer noch keinen Namen für sie) könnte sich an die Arbeit machen, allein mir fehlt in meinen abgeschotteten heiligen Hallen ein Motiv. Draußen istꞌs mir zu kalt, da bin ich ab morgen wieder nächtelang unterwegs aber begebe ich mich doch nicht freiwillig heute schon ins Kalte. Hey, ich bin alt und wertschätze den Gammelsessel und die warme Wolldecke für die Beine, wie ichꞌs mir vor 10 Jahren noch nicht vorstellen konnte. Bastelleien stehen gerade auch keine an, der Gefrierschrank ist voll und die stählernen alten Bikes stehen im Schuppen und verschnaufen dort. Weiterhin keine Termine, Telefone bleiben ausgeschaltet, Türklingel ist eh immer abgeschaltet - du siehst, es sieht schlecht aus für Neuigkeiten in diesem Blog. Aber man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Das soll jetzt gar nichts Negatives bedeuten, vielleicht küsst mich die Muse ja noch im Laufe des Tages. Wer weiß.

Küsschen und bis morgen.

Achso, guck mal, die mit einer Büroklammer reparierte Nur-Für-Drinnen-Brille geht eine innige Verbindung mit dem magnetisch gehaltenen Akkufachdeckel der E-Dampfe ein. So zog ich sie mir vorhin versehentlich von der Nase. Hihi.

Freitag, 12. November 2021

Schwarz | Browser

Meine Güte! Jetzt kann ich mich ja nicht mehr rausreden und müsste eigentlich ein Foto von einer der täglich benutzten Mini-Dvarws zeigen - nenene, auch wenn ichꞌs könnte - dat mach ich nicht :-)  Schwarz war die Wicklung, rabenschwarz und glänzend. Nun gut, so etwas kommt öfter vor. Davon stelle dir eine ungeahnte Steigerung vor. Die undefinierbare Masse, vormals Watte, war mit dem Metall der Wicklung eine Art Einheit eingegangen. Dieser schwarze Brei ließ sich nicht mal mit Gewalt mehr voneinander trennen. Die gesamte Verdampferkammer hat eine neue Farbe bekommen, Anthrazit statt Silber. Das musste alles mehrmals ins Ultraschallbad. Jajaja, passiert halt bei Wickelfaulen. Es liegt aber auch zu einem großen Anteil an dem Waffelteig-Liquid. Bis zuletzt hatte das Pfeifchen aber sehr gemundet, erst vor einer Stunde ließ der Geschmack nach. Für Raucher wurde er ab diesem Moment sogar perfekt *kleiner Scherz am Rande*. Kleine Info gefällig? Ich dampfe eine auf 2 Millimeter gewickelte Coil mit 0,75 Ohm Widerstand MTL/DL bei nur 7 Watt. Herrlich! 2,2 Volt, so was ist mechanisch gar nicht möglich.

Des weiteren habe ich heute auf zwei Rechnern jeweils zwei neue Browser installiert. Das sind nun sechs bzw. fünf, die zur Verfügung stehen. Die zwei neuen nennen sich zum einen "Waterfox", eine auf Firefox basierende Alternativ-Version (ähnlich wie der "Palemoon") und zum anderen "Vivaldi", eine auf der Chrome-Technik aufgebaute Version, die sich aber vom Google-Chrom und von Opera deutlich unterscheidet. Was will ich mit so vielen Browsern? Erstmal die neuen ausprobieren und erforschen. Den "Opera" benutze ich eh nicht mehr, war bisher nur zu faul, ihn wieder zu deinstallieren. Beim Firefox dasselbe, bei ihm stört mich die nicht abstellbare Bevormundung der Update-PopUps (nein, das geht wirklich nicht abzustellen, ich hab alles durch: das Script, dessen Name mir gerade entfallen ist, das dieses angeblich kann, sowie Änderungen der Registrierung. Alles mehrmals ausprobiert). Den Palemoon-Browser benutze ich dagegen oft, eine Alternative sollte aber schon her. Die ganzen Browser installiere ich übrigens auf einen per USB angeschlossenen und immer mitlaufenden 500-GB-Wechseldatenträger. Er ist auch für fast alle anderen Programme zuständig, so bleibt die eigentliche Festplatte "C" relativ leer und aufgeräumt, weshalb die beiden Tischrechner selbst nach Jahren noch zügig arbeiten. Durch die Programmordner auf dem Wechesdatenträger verzögert sich lediglich der Start dieser Programme, nicht aber während ihrer Benutzung - einmal angeworfen kann ich absolut keinen weiteren Geschwindigkeitsunterschied feststellen. Nun benutze ich die Browser aber auch nur zum Surfen wie in den 90er Jahren. Bei ihnen brauche ich keine hippen Features, ja, selbst wenn mir mal so scriptverseuchte blinkende und zu Spionagezwecken vor lauter Neugierde förmlich aus dem Monitor springende Webseiten begegnen, stoppt sie sowieso mein Scriptblocker schon im Ansatz und ich nehme geflissentlich Reißaus. Die braucht kein Mensch.

Das findest du nun alles nicht sooo interessant? Hachja, Gammeltag halt. Kein TV, keine News, keine Foren, kein Konsum, keinen Kontakt zu irgendeinem Menschen, nicht mal in echt - das Leben kann sehr schön ruhig sein, wenn man sich nicht immerzu verrückt machen lässt.

Ich könnte ja mal putzen, Staub wischen und so - *hüstel*, so weit gehtꞌs nuꞌ nicht mit den Entspannungsübungen.

Stichpunkte

Donnerstag, 11. November 2021

Speisekammer

Nicht gelungen, da unscharf, aber trotzdem war das Foto sehr spannend, denn ich hatte nachts einfach die dünne Kamera zwischen eine alte Hauswand und deren Holzverblendung gesteckt, höchsten 5 Zentimeter Platz war da, und dann blind aufs Geratewohl den Auslöser gedrückt. Ich wusste nicht, ob und wenn, was ich fotografierte. Es war wohl die Vorratskammer von Frau Spinne, deren Beine du ganz rechts noch ansatzweise erkennen kannst. "Ich hab dein Knie gesehn, das durfte nie geschehn" pfiff ich beim überraschten Anblick aufs Display und bin mir ganz und gar nicht sicher, in welcher Erscheinung Frau Spinne nachher in meinen Träumen auftreten wird.

 
 Sonst nix Neues, bin müde, essen und ab ins Bettchen. Gute Nacht derweil.

Mittwoch, 10. November 2021

Licht im Stockfinsteren

Letzte Nacht warꞌs mir zu kalt, um mit der neuen bildgebenden Assistentin rumzumachen. Da hielt ich mich lieber an Konrad Adenauers "Keine Experimente!". Aber so ganz ohne Ausprobiererei wollte ich auch nicht sein. Wenigstens den Blitz in vollkommener Dunkelheit wollte ich mal beurteilen. Also hielt ich die Assistentin auf ein schwarz daliegendes Stück Park und drückte ab. Schau an, wer in unserem Kurzlicht erschien. Erst nachdem ich das Bild im Display sah, erkannte ich Arbnora und kam mir glatt vor wie David Hemmings alias Thomas im genialen Film aus dem Jahre 1966 "Blow Up". Nur dass hier kein imaginärer Mord geschah, sondern Schweigel seine nächtlichen Runden zog. Richtig schön fett hat er sich für den kommenden Winter bereits gefressen, so dick, dass seine Füße nicht mehr zu sehen waren. Da er es trotz des Straßenverkehrs und der Mähmaschinen bis heute geschafft hat, ist es ein kluger Igel, den man ziemlich sicher im Frühjahr wieder antreffen wird.

Ängstlich war er aber keineswegs. Mutig gar brummte er mich an, und selbst ohne Igel-Sprachkenntnisse hätte jeder Mensch ihn klar und deutlich verstanden: "Lass mich bloß in Ruhe! Hau ab!" Machte ich aber nicht, also trottete er grummelnd von dannen. Der Klügere gibt halt nach.
 
Einen schönen Herbsttag wünsche ich dir - ohne murren und knurren, doch durchaus mutig, schlau und mit gutem Appetit gesegnet. 

Wie immer: auf ein Bild klicken = größer.

Dienstag, 9. November 2021

Erster Eindruck


Wunderbar. Das erste, was mir beim Auspacken der neuen Bildassistentin ins Auge fiel, ließ mich direkt lächeln, denn da wusste ich: Ja, diese Kamera ist ganz nach meinem Geschmack, wir werden bestimmt gute Freunde.
 
Sollte sie nämlich verschmutzt sein, so empfiehlt gar der Hersteller, sie ins Wasser zu tauchen. Ganz ähnlich wie ich die wasserdichten Outdoor-Akkuträger "Aegis" vom schmierigen Liquid befreie, einfach unterm Wasserhahn abwischen. Wasser und Feinmechanik oder Elektronik? Das sind bekanntlich doch Erzfeinde. "Outdoor" machtꞌs möglich, nämlich dass über Jahrzehnte Gelerntes endlich und wortwörtlich über Bord geworfen werden kann. Säubern wie einen Kaffeebecher im Wasserbad oder einen Löffel unterm Wasserstrahl (wohlgemerkt ohne Spüli, das zerstört die Oberflächenspannung von Wasser, das dann sogar in wasserdichte Dinge eindringen kann - nur mal klugscheißend nebenbei erwähnt).

Die kleine "Lumix" ist tausendmal besser als meine bisherige (der liebe Gott hat sie selig). Nicht mal die Hälfte ihrer einstellbaren Möglichkeiten brauche ich, ach, vieles verstehe ich nicht einmal. Eben gerade das von den Kritikern bemängelte Fehlen diverser moderner Features ist ein riesiges Plus für mich. Es lässt sich einfach und gut mit ihr all das zeigen, was ich zeigen möchte. Wie es im Dunklen oder in Spezialfällen nun aussehen mag, muss ich erst noch erforschen. Gerade zwei Stunden besitze ich die "Lumix" erst. Makroaufnahmen kann sie so gut wie die verblichene, sie verwackelt nicht und für meine Begriffe werden die Bilder insgesamt viel schärfer und natürlicher als mit der alten Kamera - obwohl ich 13 Jahre lang mit der alten auch gut klar kam.

Bei den vielen negativen Kommentaren war mir seit vorgestern ja schon richtig mulmig zumute, ob ich diesen Kauf nicht vielleicht bereuen würde - das genaue Gegenteil ist der Fall: schon der Anfang unserer Beziehung begeistert mich.

Jetzt muss ich aber erst mal für ein paar Stündchen ins Bett.

Montag, 8. November 2021

Die Neue hat sich auf den Weg gemacht

Kameras gibt es wie Sand am Meer. Von 50 Euro bis über tausend. Sämtliche Tests, die man im Internet so findet, attestieren den "Billigkameras" nur die schlechtesten vorstellbaren Bewertungen. Smartphone-Kameras seien den Kompakt-Geräten um Längen voraus. In den Kommentaren bei Amazon erhalten demgemäß die Kompakten immer wieder miserable Urteile von echten und vermeintlichen Foto-Experten. Wer, wie ich, kein Smartphone besitzt, sich aber mit dem Gedanken befasst, eine neue Kompaktkamera zu kaufen, kann also wegen der vielen Negativ-Äußerungen nur noch frustriert das Handtuch werfen. Entweder ich investiere mindestens um 500 Euro herum oder schaffe mir gleich ein Smartphone an. Herrje, meine verunglückte Kamera würde qualitativ heute nicht mal als Spielzeug-Kamera für Kids durchgehen und von professioneller Fotografie verstehe ich bekanntlich so viel wie die meisten mitlesenden Zeitgenossen in diesem Tagebuch von den oft besprochenen Themen des E-Dampfens. Es gibt halt überall Spezialgebiete oder Hobbys, in denen das Eintauchen relativ komplex und auch nicht selten teuer werden kann.

"Ich will doch nur spielen", sang mit kindlicher Stimme einst Annett Louisan und beflügelte damit sämtliche Fantasien ihrer Kritiker hinsichtlich einer Pädophilen-Hymne. Wenn ich jetzt wüsste, wie man das männliche Pendant eines Lolita-Images bezeichnet (in meinem Fall sicher alles andere als ein Adonis), so könnte mein Wunsch "ich will doch nur knipsen" als eine ebensolche naive Fantasie in einer visuellen und virtuellen Welt missverstanden werden und gleichfalls als bewusste Koketterie mit der Foto-Expertenwelt eine schlimme Triggerwarnung auslösen. Das unschuldige "nur knipsen" Vorhaben gibt es eben nicht, beziehungsweise ist lediglich den Smartphone-Besitzern vorbehalten. Du kannst mir bis hierher folgen? Etwas gewagt dieser Vergleich, ich weiß.

Nun, bei Amazon werden tatsächlich zig (oder sind es gar hunderte?) Kameras unter 100 Euro als "Spielzeuge für Kinder, Teenager, Studenten und Anfänger" angeboten. Bei den immer gleichen Floskeln der unterschiedlichsten Anbieter lässt sich gut auf dieselben chinesischen Händler schließen, was für sich genommen noch kein Negativ-Kriterium darstellt, da es bis auf wenige Luxus-Modelle gar keine anderen Kamerahersteller als Asiaten gibt. Gut, Japan ist nicht China, und was die Qualität betrifft, so bin ich als bekennender Foto-DAU sowieso der letzte Mohikaner einer analogen Welt, dessen Bildbeschreibungen bisher in Worten ausgedrückt oft realistischer erscheinen als jedes noch so mühevoll ins rechte Licht gerückte Objekt geknipster Natur.

Wie sich an der verstorbenen Kamera gezeigt hat, ist die Bildqualität das eine, das entscheidende andere war aber ihre Verletzlichkeit. Also suchte ich im Internet nach "Outdoor-Kameras", ein euphemistischer Begriff für "Schussel-Knipsen". Für knapp das doppelte des Preises der verblichenen alten Gesellin aus 2008 (Inflation?) fand ich dieses Modell (in blau), was vielleicht so manchen leichteren Sturz noch überleben könnte. Am Ende bewies sich ja, dass es weniger auf technische Raffinessen als vielmehr auf die Robustheit des Fotoapparats ankommt, ob ich hier nun weiterhin Bilder zeigen kann oder eben nicht. Wäre die beerdigte Begleiterin ein teures Tausend-Euro-Exemplar gewesen, hätte ihr Sturz zum selben Ergebnis geführt mit dem Unterschied, dass ich mich dann gewissermaßen moralisch verpflichtet gesehen hätte, eine kostspielige Reparatur in Auftrag zu geben, denn 1.000 Euro oder auch 500 schreibt man nicht so ohne weiteres ab und bezahlt lieber zähneknirschend 200 oder mehr Euro für die Instandsetzung. Dieses ethische Dilemma der Werterhaltung entfällt natürlich bei einer 80-Euro-Kamera. Was jetzt die knapp 150 Euro der gerade eben bestellten japanischen Sehbildbegleiterin betrifft, nunja, für mein minimalistisches Einkommen bedeutet es schon eine Menge Geld, das allerdings auf dem Konto liegend einem ebensolchen ethischen Anspruch der Werterhaltung entgegensteht. So gesehen entspricht der Kauf sogar den höchsten moralischen Ansprüchen von Nachhaltigkeit. Es kommt halt nicht nur beim Fotografieren stets aufs Motiv und die Perspektive an, nicht wahr? Mal schaun, ich werde berichten. Bis dahin sind weiter Bilder in geschriebenen Worten angesagt.

Sonntag, 7. November 2021

Beerdigung in heller Beleuchtung

Eine gute Nachricht und eine schlechte. Welche zuerst? Okay, die schlechte. Mir ist die Kamera aus den Händen gefallen. Sie schlug hart und unglücklich auf die Fliesen auf. Ergebnis: Totalschaden. Das Objektiv bewegt sich kein Stück mehr. 2008 für 80 Euro gekauft, ist somit nach 13 Jahren - 13, na, wie kannꞌs auch anders sein? - Schluss mit Optik. Das tut mir schon ein wenig leid, also ich meine nicht wegen der 80 Euro in 13 Jahren, das wäre zu verkraften, ärgerlich natürlich, doch ich habe tausende Bilder mit der Knipse gemacht - und sie ist mir dabei schon ein wenig ans Herz gewachsen. Nunja, zufrieden war ich eigentlich nie mit ihr aber sie war besser als jetzt ganz ohne Kamera. Ich kann somit vorerst nichts mehr zeigen. Tja, meine Wenigkeit ist genetisch als Schussel programmiert, was ich schon alles kaputtgemacht habe, Mensch Meier, herrje!

Doch nun zur guten Nachricht. Die letzten drei Fotos der Kamera dokumentieren wenigstens ansatzweise den vollen Erfolg der Installation einer nunmehr komplett neuen Beleuchtungsanlage des alten Gazelle-Rades. Das Vorderlicht war auch so dermaßen schrottig (es leuchtete kaum aber zeigte sich angeberisch als eine Riesenlampe), dass ich es ebenfalls ausgetauscht habe. Das neue, ein günstiges aber gut bewertetes Licht von Büchel namens "Tour 45 SL", leuchtet wesentlich heller als das alte Gazelle-Licht. Das Rücklicht (habe ich ja schon Freitag verlinkt) ist trotz einer einzigen LED genau so hell wie das Batterielicht mit 5 LEDs. Durch clever angeordnete Reflektoren sieht man es ebenso von der Seite.

Wie vermutet ließ es sich nicht am (ehemals vorhandenen) Rückstrahler des Gazelle-Rads befestigen aber kurz darüber. Man erkennt gerade so auf dem letzten Bild der sterbenden Kamera, dass die Neigung noch völlig in Ordnung ist. Zwei Löcher ins Schutzblech gebohrt und alles passte auf Anhieb. Es war auch kein Problem die rückseitige Mutter stramm zu ziehen, dafür brauchte ich weder das Hinterrad auszubauen, noch die Luft aus dem Reifen zu lassen, denn mit einem 8er Maulschlüssel reichte der Winkel noch aus, um festen Halt zu bekommen. Die verlegten Kabel sind jetzt mit Kabelbindern in Position gehalten, nachher verklebe ich die Wegstrecke etwas mehr. Die Testfahrt vorhin war zwar nur kurz, denn es regnet in Strömen, doch alles funktioniert, wie es soll.

Der Stecker vom Nabendynamo brauchte nicht erneuert zu werden, da ich die verlöteten Enden in der alten Lampe ablöten konnte und sie an die Kabel der neuen Lampe wieder angelötet habe. Zusätzlich sind die Lötstellen mit einer Lüsterklemme gesichert. Nur für ein kurzes Reststück der Kabellänge, das momentan provisorisch um die Halterung der Vorderlampe gewickelt ist und mit schwarzem Panzerband in Position gehalten wird, muss ich mir bei Gelegenheit eine optisch elegantere Lösung einfallen lassen. Ich wollte das Kabel nicht exakt auf Maß kürzen, denn vielleicht braucht man mal irgendwann noch ein paar Zentimeter, man weiß ja nie. In meinem Kopf spukt aber schon die Idee, wie sich ein kleiner Kunststoffkasten gewissermaßen als Aufbewahrungs-Box für 20 Zentimeter überschüssiges Kabel verbauen lässt. Dann sieht es so aus, als sei dies eine Art kleiner Sicherungskasten. Das zu fotografieren, geht aber gerade nicht mehr.

Also wie schließe ich dann für heute? Ein lachendes und ein weinendes Auge quasi als Drama des realen Lebens nicht uraufgeführt, sondern als Wiederholung biologischer Ungeschicklichkeit auf der Bühne meines Ego-Theaters? Oder: bei allem Neuen stirbt meist auch etwas Altes? Oder: wer nimmt, gibt stets etwas her? Oder: ein bisschen Verlust ist immer? Kamera ade und Licht, sei herzlich willkommen. Naja, bis morgen dann in diesem lichtdurchfluteten Theater des Grauens *zwinker*.

Samstag, 6. November 2021

Zwischendurch-Kommentar

2020 hatte ich bereits geschrieben, dass die Firma BioNTech ("An der Goldgrube", echte Anschrift) ein neues Produktionswerk in Deutschland zu bauen begann. Glaubt denn irgendjemand, eine Firma würde ein komplettes Werk mit teuren Produktionsanlagen errichten, wenn der Absatz des zu produzierenden Gutes nicht vorher gesichert wäre? Das war nie ein Geheimnis und darüber wurde sogar anfangs in den Mainstream-Medien berichtet, wenn auch nur kurz und eher unauffällig. Ebenso ist längst bekannt, dass die Bundesregierung mehrere hundert Millionen Impfdosen für 2022 bestellt hatte. An wen sollen die denn verabreicht werden? Ganz sicher wird im teuren Deutschland nicht für Entwicklungsländer produziert; das macht man vor Ort. Es ist also schon mindestens ein Jahr lang bekannt, dass beabsichtigt ist und beschlossen wurde, hierzulande die Leute weiter zu versorgen mit der 3., der 4. und mit der X. Impfung. Ein selbstlaufendes Abo-Modell. Und weshalb erwähne ich das? Weil mir von einem doppelt geimpften Bekannten empört über die jüngste politische Entscheidung berichtet wurde, die sogenannte "Booster-Impfung" zur Regel zu machen. Das geht natürlich weiter. Mindestens ein Mal im Jahr wird ein neuerlicher "Piks" erbeten, andernfalls gelten sämtliche bisherigen Gepiksten als ungeimpft. Das konnte man also seit einem Jahr wissen. Wer allerdings nur öffentlich-rechtliche Sender oder die von der Regierung bezahlten Hauptmedien konsumiert, zeigt sich plötzlich davon überrascht. Na, wie kann das wohl sein?

Wer, wie ich, das vor einem Jahr sagte, galt als Verschwörungstheoretiker. Ich wurde aus einem E-Dampfforum geworfen, weil man diesen Betrug nicht benennen durfte. Google zensiert dieses Blog mit Nichtlistung vieler Einträge, seit ich Lafontaine zitiert hatte. Man darf zwar immer noch nicht von einem Betrug an den Bürgern reden, doch viele Leute beginnen, es eben genau als einen solchen zu verstehen. Herzlichen Glückwunsch, besser späte Einsicht als gar keine.

Das war nur ein kurzer Zwischendurch-Kommentar, den ich mir nicht verkneifen konnte. Geliefert wie bestellt, die nächste Wahl ist erst in vier Jahren. Für alle, die sich nicht "verstecken können", bleibt bis dahin also nur das Mitmachen übrig oder die Verwendung des Reisepasses, was man als Normalbürger mit Familie aber auch nicht machen kann. Mitgefangen, mitgehangen.

So, ich mache jetzt erst mal weiter mit den Lichtwonnen im Wohnzimmer ...

Lichtumbau - mentale Vorbereitung

So, das Veloziped steht schon im Wohnzimmer und wartet gemeinsam mit mir auf die Post. Mal gucken, falls ich daran denke (und Lust dazu habe), fotografiere ich die Baufortschritte. Das wird aber erst frühestens so Mitte kommender Nacht der Fall sein. Hatte gerade drei Stunden einen neuen Reisebericht aus der näheren Umgebung von Carolin angesehen. Jetzt möchte ich noch einen Film anschauen, gegen zwölf oder ein Uhr begebe ich mich ins Bettchen, um am frühen Abend zu frühstücken, weshalb es ja auch "früher" heißt. Danach schaue ich, ob die Lampen in der Post waren, falls ja, alles sortieren und so langsam mit dem Umbau beginnen. Sollte ich wieder eine Foto-Seite gestalten, dauertꞌs bestimmt noch bis zum Morgen oder Vormittag, wobei ich aber noch gar nicht weiß, ob ich das überhaupt mache, da ja ebenfalls ungewiss ist, ob mir alles so gelingt, wie im Kopf bereits vorausgeplant. Falls nicht, werde ich wohl frustriert und lustlos die Kamera in die Ecke stellen und vergessen. Schaun mer mal ...

Freitag, 5. November 2021

Klimarettung: 50 Kilometer im Privatjet

Die "Klimaretterin", dat Uschi von der Leyen, fliegt 50 Kilometer im Privatjet, während das Greta-Kind und die Reemstma-Enkelin von einer "historischen Schuld" sprechen, die wir abzuleisten hätten. Das verschlägt mir schlichtweg die Sprache, denn der intellektuelle Mob hat jetzt definitiv die Bühne der Geschichte erklommen. Es ist ein riesiger Schritt hin zur Verdummung der restlichen Gesellschaft und eine Rückentwicklung in die mittelalterliche finstere Zeit des Glaubens im neuen grünen Gewand. Das haben wir jetzt davon, dass wir Religionen und Ideologien größtenteils überwinden konnten: es kommt alles noch viel dicker. Doch angesichts der von-der-leyꞌschen Realsatire lasse ich ein viertel Stündchen mal die kluge Carolin zu Wort kommen:

Neue Lampe ist unterwegs

Hehe, das wird eine schöne Bastelei. Dieses Rücklicht habe ich gerade bestellt. Denn das doofe Nur-Batterielicht bleibt einfach, wie und wo es ist. Ein Austausch ist viel mehr Arbeit als ein neues Licht unter dem alten anzubringen. Am Schutzblech wird es befestigt. Allerdings muss ich die gesamte Strecke komplett bis vorne verkabeln, haltbar und ordentlich verlegen mit Kabelbindern und Klebeband, was eben eine längere Bastelei bedeutet. Und ein zweites Loch muss ins Schutzblech gebohrt werden (was ja eigentlich aus Plaste ist aber trotzdem immer noch Blech heißt), denn neben der Befestigung existiert eine Nut als Verdrehungsschutz. Jetzt bin ich nur gespannt, wie es unter dem kleinen Reflektor am Gazelle-Rad aussieht, der ja weg muss, denn es scheint so, dass er nicht einfach auf dem Schutzblech montiert ist, sondern ins Schutzblech eingelassen wurde. Naja, sollte die neue Lampe nicht passen, wird das Schutzblech eben passend gemacht.

Ach? Interessiert dich nicht die Bohne? Mich aber :-) Die Lampe soll morgen schon hier ankommen. Morgen ist dienstfrei, dann kann ich die ganze Nacht zum Sonntag herumwerkeln. Drinnen, isꞌ klar, das Rad kommt so lange ins Wohnzimmer. Alternative zu "Wetten, dass?" (nene, das tu ich mir nicht an, besitze eh längst kein TV mehr).

Donnerstag, 4. November 2021

Politischer Donnerstag

Mal etwas zum Thema "Wasser predigen und Wein trinken"? Biddeschön. Oder so: obwohl der gute Kubicki bei den Koalitionsverhandlungen nichts zu melden hat aber vielleicht gerade deswegen vorgeschickt wird, um über die bisherige Corona-Politik zu sagen: "Diese Corona-Politik bedarf der politischen Aufarbeitung – rückhaltlos und schonungslos" [Link], so zeigt dies eben doch, dass die Kritik bereits bis in die Spitze der FDP vorgedrungen ist, was darauf hoffen lässt, dass sie zukünftig, vielleicht in ein, zwei Jahren, tatsächlich zu Konsequenzen in Form mächtiger Untersuchungsausschüsse führen wird.

Kritik ist grundsätzlich ein wachsender Prozess, da brauchtꞌs einfach nur ein wenig Geduld. Beim Fall des Todes eines 12-jährigen Mädchens unmittelbar nach der 2. Impfung darf mit Spannung das Obduktionsergebnis abgewartet werden. Den Druck, dem die Pathologen nun ausgesetzt sind, möchte sicher niemand selber erleben. Daher ist es im Grunde egal, wie am Ende genau was formuliert werden wird, denn wie der Leiter des zuständigen Gesundheitsamts sagt: "Rein statistisch treten gravierende Impf-Nebenwirkungen mit Todesfolge extrem selten auf, aber die betroffene Familie trifft das mit aller Unbarmherzigkeit zu 100 Prozent" [Link].

Inneres Ich: "Darüber darf man in Deutschland nicht öffentlich reden."

Nun gut, dann kommt hier (zum ersten Mal überhaupt) der wache Geist des Schweizer Roger Köppels zu Wort, der uns zum Schluss sogar noch etwas zum neuen schwulen Sperman erzählt:

Mittwoch, 3. November 2021

Serientipp: "Verdacht / Mord"

Wer kluge Krimis mag, wird mit der dänischen Serie "Verdacht / Mord" eine Perle dieses Genres erleben. Es ist so, eigentlich sind die beiden Staffeln je ein zwei- bis dreistündiger Spielfilm, der einfach alle 20 bis 25 Minuten zerstückelt wurde, insgesamt 8 mal pro Staffel. Sobald man aber alle Einzelteile zur Verfügung hat, lässt sich dieser Krimi wieder hervorragend als Film genießen. Beide Staffeln als je einen Teil des Films. Zuerst ein Mann als Hauptperson, im zweiten Teil eine Frau (die Ex-Ehefrau des Mannes aus Teil 1). Dich erwartet keinerlei Action, sondern in guter alter Krimi-Tradition eher ein Kammerspiel. Trotzdem hochspannend und nicht langatmig wie etwa die "Morning Show", die, zwar kein Krimi, so doch ähnlich textlastig daher kommt. Bei "Verdacht / Mord" wirst du zudem von exzellenten Schauspielern unterhalten, die in Dänemark bekannt sind und ihr Handwerk hervorragend beherrschen. Das Ende der zweiten Staffel ist aber noch nicht das Ende der gesamten Geschichte. Eine 3. Staffel (oder ein Teil 3) scheint also noch geplant zu sein. Eigene Bewertung: 8 von 9 Georg-Punkte.

Dienstag, 2. November 2021

Beleuchtungswochen

Nu bin ich aber von den Socken, denn ich hätte nicht gedacht, dass das Gazelle-Rücklicht gar nicht über den Nabendynamo mit Strom versorgt wird. Es handelt sich um ein reines Batterie-Rücklicht ohne irgendeine Verkabelung. Dabei dachte ich, die Batterien würden lediglich die Aufgabe heutiger Kondensatoren für ein Standlicht übernehmen. Pustekuchen! Schlechter gehtꞌs wirklich nicht. Wie kann so etwas eine Abnahme für den Straßenverkehr bekommen? Es ist doch zwingend ein Dynamo erforderlich, dachte ich, und Batterielampen sind nur mit Prüfnummer als zusätzliches Licht erlaubt - oder bei Rennrädern ausnahmsweise als Hauptbeleuchtung. Anscheinend lag ich mit meiner Annahme falsch. Na, jedenfalls ist eine Batterielampe ausschließlich für Dunkelfahrten der reinste ökonomische (und auch ökologische) Wahnsinn. Das wird ausgetauscht. Dazu werde ich neue Lampen kaufen und zweiadriges Kabel verlegen (Minus über den Rahmen ist eigentlich auch nur ein Provisorium, was dauerhaft immer zu Problemen führt). Überhaupt erinnert mich die Beleuchtungstechnik und die Verkabelung am Fahrrad viel eher an ein Spielzeug als an robust installierte Elektrik. Da wundert mich nicht, dass bei 75 oder mehr Prozent der Räder, die ich im Dunklen sehe (wenn ich sie denn sehe), immer irgendetwas am Licht nicht funktioniert. Übrigens muss meine Handwerksseele für ein neues Rücklicht zuerst eine Halterung konstruieren oder im Gepäckträger zwei Löcher bohren (falls das geht), damit ein Standardrücklicht montiert werden kann. "Natürlich" hat Gazelle bei diesem Fahrrad-Modell ganz eigene Maße zur Befestigung gewählt, so dass man schön brav nur Original- oder lizenzierte Ersatzteile teuer kaufen muss. Für ein Nur-Batterielicht viel Geld (rund 20 Euro)? Aus Prinzip nicht! Das alte funktioniert ja noch (mit frischen Batterien), doch beim neuen werde ich eher einen komplett anderen Gepäckträger vom Schrott montieren und daran dann ein zweiadriges Kabel mit einem üblichen Rücklicht anbauen, als jemals auf das Original zurückzugreifen. Das Vorderlicht scheint in dieser Hinsicht wenigstens normal zu sein (ich habꞌs noch nicht abgebaut, um es mit Sicherheit sagen zu können).

Der Monat ist am Ende des Geldes angelangt (ich werde zu Mitte des Monats bezahlt), so dass dieses Vorhaben noch zwei Wochen warten muss. Bis dahin werden die neu eingelegten Batterien wohl halten.

Das Elektrikproblem am zweiten Fahrrad war in Ruhe schnell gelöst. Nach mehreren logischen Gedankengängen und der Überprüfung der Kabel stellte sich ein Wackelkontakt des Lichtschalters als Ursache heraus. "Schalter" ist bei der Spielzeug-Elektrik ja auch wieder ziemlich übertrieben, denn es ist eine Blechschiene, die hin- und hergeschoben wird und so einfach den Stromfluss unterbricht. Ja, das nennt man Schalter, es ändert aber nichts an der ebenfalls an ein Provisorium erinnernde Konstruktion. Sozusagen ist der Schalter bereits Bauart bedingt nur für eine begrenzte Zahl von Schaltungen ausgelegt, bevor das Blech, das seitlich in einer Kunststoffführung innerhalb des Gehäuses gelagert ist, ausleiert. Etwas biegen, jetzt gehtꞌs wieder so einigermaßen für eine bestimmte Zeit X. Doch ebenso dieses Vorderlicht werde ich mit einem stabileren Ersatz austauschen. Das ist zwar nicht erforderlich, doch mich ärgern solche Billig-Konstruktionen ungemein.

Ansonsten Dankeschön für deinen Besuch - und weiterklicken, das warꞌs hier für heute. Och, es gäbe natürlich noch viel mehr zu schreiben, die große Politik und so, Empörungen allüberall - was wäre der Mensch ohne den Blitzableiter Empörungskultur, nicht wahr? Naja, das will ich heute aber nicht bzw. die Firma Gazelle hat ja gerade schon einen von mir auf den Deckel bekommen, wie man so schön sagt. Mein Empörungspotential ist somit gedeckelt. Jetzt wird ausschließlich die neue Watteverlegung des leckeren E-Pfeifchens genossen.

Montag, 1. November 2021

Wurmstichiges

Da war der Wurm drin! Gestern Abend zog über Stunden die Regenfront durch. Das Satellitenbild (Film des Regenradars) versprach, wenn ich auf meine Pufferzeit verzichten und die Fahrt auf die Minute zum Dienstantritt kalkulieren würde, dass dann der Regen gerade so vorbeigezogen wäre. Also fuhr ich später los. Es wurde von Minute zu Minute knapper, doch der Regen war 15 Minuten vorher tatsächlich vorbei. Mein Arbeitsweg beträgt genau diese 15 Minuten. Toll, nicht wahr?

Gut gelaunt schwang ich mich aufs Rad. Es blieb dunkel. Was war jetzt? Totalausfall der Beleuchtung. Hinten und (!) vorne, dabei ging alles am Morgen noch. Es kann somit nur am Kabel zwischen Dynamo und Vorderlampe liegen, zumal das Rücklicht eh brandneu ist. Auf die Schnelle im Zwielicht des Abends konnte ich aber nichts finden. Hektik breitete sich aus. Wozu besitze ich denn das zweite schnelle Gazelle-Rad? Also es ebenso schnell aus dem Schuppen geholt und  ab damit wie der Blitz. Zeit aufholen. Auf halber Wegstrecke bemerkte ich das Fehlen der sogenannten "Pipe" (ein Zeiterfassungsgerät). Für die Arbeit unverzichtbar. Es hing natürlich noch im Holster an der Lenkstange des Dunkelrades. Vergessen, mein zweiter Vorname. Nun denn, es half kein Schimpfen, kehrt Marsch! Das Gazelle-Rad ist wirklich schnell, wenn man sich anstrengt. Am Ende war ich fast noch pünktlich aber nassgeschwitzt.

Nach weiteren rund acht Stunden fiel mir in den Spiegelungen der Fenster und reflektierenden Straßenschilder auf, dass es hinter mir bedenklich dunkel war. Oha! Wat is'n nu'? Das Rücklicht war ausgefallen. Keine Ahnung warum, ich konnte bisher den Fehler nicht finden. Am frühen Morgen ist gottlob kein Verkehr auf den Straßen, mein Schwarzlicht hat somit niemanden gestört. Aber jetzt muss ich heute gleich zwei Elektrik-Fehler finden.

Okay, zu Hause am Morgen angekommen, klopfte ich mir virtuell selber auf die Schulter, denn ich dachte von ganz alleine und bevor ich mich bereits umgezogen hatte ans Rausfahren der Mülltonnen, die schon am Abend bereitgestellt worden waren. Zwei schwere Tonnen nacheinander den Feldweg entlang bis an die Straße rollen. Während ich diesen Kraftakt sportlich erledigte, wunderte mich ein wenig die Vergesslichkeit der Nachbarn, dabei heißen die gar nicht wie ich, aber ihre Tonnen standen noch nicht an der Straße. Eben, ist ja mein Zweitname und nicht ihrer; es fiel der Groschen nach der zweiten Tonne: 1. November, NRW, Allerheiligen. Die Müllabfuhr kommt erst morgen. Also alles wieder zurück gerollt, weil, es droht Sturm, da sollte man die Tonnen nicht zu lange an der Landstraße stehen lassen. Könnte teuer werden.

Tja, und wenn ich dir jetzt noch sage, dass mich meine gestern erst frisch gewickelte E-Dampfe, nachdem ich endlich drinnen war und mich in meinem schlabbrigen Homedress auf dem Sessel zurücklehnte, um einen langen kräftigen Zug zu genießen, zu wüsten Verwünschungen provozierte, bei dem ein schimpfender Rohrspatz vor Neid erblasst wäre, denn es "kokelte" wie Hulle (für Unkundige: die Watte war verbrannt, da ich sie gestern zu phlegmatisch und deshalb fehlerhaft verlegt hatte), dann, ja dann ahnst du vielleicht den allegorischen sowie wortwörtlichen Wahrheitsgehalt, wenn ich jetzt sage: Ich hab den Kaffee für heute endgültig aus.

Wohlan denn, machꞌs mir bloß nicht nach, ich jedenfalls wünsche dir an diesem 1. November ein gutes Gelingen.