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Dienstag, 5. Oktober 2021

Über Filmkritiker

Genau, so war es (jetzt kriege ich das wieder in die zeitliche Kette sozusagen): der Spielfilm "Wyatt Earp", bei dem Kevin Costner als Hauptdarsteller und Produzent agiert, kam nach "Tombstone" in die Kinos, bei dem sogar Costner anfangs für eine Hauptrolle vorgesehen war, der aber einen Rückzieher gemacht hatte, da ihm das Drehbuch missfiel. Daraufhin erst entschloss er sich dazu, mit "Wyatt Earp" seine eigene Vorstellung der Geschichte zu präsentieren. Wie gut!, kann man da nur sagen. Denn ich habe mir beide Filme nun nacheinander angeschaut bzw. dies bei "Tombstone" wenigstens versucht. Klappte nicht ganz, denn nach 20 Minuten musste ich ihn wieder ausschalten und vom Datenträger endgültig löschen. Warum? Obwohl 1993 in der modernen aufgeklärten Zeit Hollywoods gedreht, ist er ein Rückschritt ins übelste 70er Jahre Italo-Western-Milieau, ein an Peinlichkeit kaum zu überbietender Trash. Seltsam finde ich die Kritiken, die diesen cineastischen Ausschuss lobend erwähnen und ihn mit den Zahlen der Kinobesuche und dem Einspielergebnis von "Wyatt Earp" vergleichen, der wirtschaftlich im Gegensatz zu "Trobstone" gefloppt war. Normalerweise geschieht das andersherum: der wirtschaftliche Flop wird als filmischer Kunstgenuss gelobt und der Kassenerfolg wird verächtlich gemacht. Beides natürlich ungeachtet ihrer Inhalte; einfach die Tatsache, dass Anspruch nicht massentauglich zu sein hat, genügt in solchen Fällen. Dieser atypische Umgang mit den beiden Western wird wohl am für die Filmkritiker ungeliebten Kevin Costner liegen. Dasselbe Verhalten findet sich auch bei Clint Eastwood-Produktionen. Beide Schauspieler und Produzenten agieren außerhalb der intellektuellen Kunst- und Kulturschickeria und pfeifen nicht nur aufs Feuilleton, sondern zeigten oft genug ihre Abneigung dagegen. Das alleine genügt offensichtlich, einen flachen Schrott-Film zumindest auf der selben Stufe zu bewerten mit einen Film, der versucht, diesem Thema mehr Tiefe und Authentizität zu verleihen.

Mich persönlich interessierten 1993/94 Filmkritiken nicht die Bohne, deshalb ist diese nachträgliche Entdeckung in dem speziellen Fall für mich neu. Ähnliches findest du übrigens auch bei "Nur-Schauspielern". Jene mit eigenen Köpfen und vor allen Dingen mit Riesenerfolgen werden oft für den Rest ihrer Karriere beinahe schon gehässig rezensiert. Kate Winslet ist hier ein gutes Beispiel - sie kann in noch so gelungenen Filmen hervorragende Leistungen zeigen, der Erfolg aus "Titanic" und ihr starker Charakter auch außerhalb der Filmblase werden ihr bis heute angelastet und du findest bei allen nachfolgenden Filmen immer Negatives über sie in der Kritik. Wenn sie dann noch bei einem Film oder einer Serie aktiv über das Maß ihres Schauspiels hinaus mitbestimmt oder mitproduziert, ist die negative Kritik des Werkes garantiert. Bei der Serie "Mare of Easttown" wird dies deutlich: die Kritik übersah anfangs (absichtlich?) dieses Meisterwerk und belegte es mit durchwachsenen Kritiken - erst das Publikum verhalf dieser Produktion im Laufe der Zeit zu ihrem gebührenden Erfolg, der von der Kritik dann nicht mehr geleugnet werden konnte.

Nun, nach meiner eigenen Bewertungsskala liegt "Trombstone" unterhalb von einem Punkt, während "Wyatt Earp" mit sieben Punkten einen durchaus soliden historischen Western abliefert. Ein epochales Meisterwerk ist er sicher nicht, ihn aber mit "Trumbstone" auf eine Stufe stellen zu wollen, zeigt eigentlich nur den bösartigen, in der Sprache des Volkes ausgedrückt: hinterfotzigen Charakter mancher Filmkritiker.

Montag, 4. Oktober 2021

Von Auflösung bis Drachen-Schwurbeleien

Ein interessanter Artikel über die vermeintlich in Auflösung befindliche EU ist hier zu lesen. Das mit der Glaskugel ist ja so eine Sache. Sie haben eigentlich noch nie funktioniert. Wenn es hin und wieder bei Prognosen mal einen Treffer gab, so könnten dies ebenso Zufallstreffer sein, denn irgendwie bleibt am Ende für jede Vorhersage eine 50-zu-50-Chance. Trotzdem finde ich die Gedanken des Autors Sönke Paulsen nicht nur ziemlich plausibel, nein, ich denke sogar schon längere Zeit ziemlich ähnlich. Denn was bliebe der EU ohne deutsches Geld? Und dass unser Geld in den kommenden Jahren versiegen wird, steht außer Frage. Macht liegt immer am Geld. Zu allen Zeiten war das der Fall und auch in Zukunft wird es so bleiben.

Frankreich ist seit locker 20 Jahren bankrott und wird nur künstlich durch EU-Geld am Leben erhalten. Spanien, Portugal, Italien und Griechenland sind schon viel länger pleite. Die osteuropäischen Staaten haben nach wie vor ein zwiespältiges Verhältnis zur EU und Benelux und die Nordeuropäer werden nicht Willens sein und auch nicht in der Lage, hier mehr Geld in die EU hinein zu pumpen. Ohne deutsches Geld ist die jetzige EU erledigt. Was natürlich zu begrüßen wäre und eine neue reformierte EU der Kernaufgaben ermöglichen könnte.

Es ist nur schade, dass dieser Prozess mit viel Leid und Armut der Bewohner vonstatten gehen wird. Wenn die grüne Blase implodiert, werden Millionen Menschen ohne Arbeit dastehen. Erstmal, bis sich eine neue freie Wirtschaft erholen wird, falls sie es denn überhaupt noch kann, denn Industrien, die einmal komplett verschwunden sind (Atomkraftwerke, technisches Knowhow usw.) kommen nicht wieder, sondern werden von Ländern außerhalb der EU betrieben. China wird enorm viel der europäischen Wirtschaftsleistung wegnehmen. Es ist auch möglich, dass weite Teile der EU dauerhaft verarmen und sich überwunden geglaubtes Elend in der Bevölkerung wieder ausbreiten wird. Je früher wir Deutschen bei uns und die EU als solches die grünen Ideologen aus dem Dorf jagen, desto größer sehe ich die Chance einer Erneuerung. Zumindest in unserem Land sieht es aber vorerst nicht danach aus - wobei - warten wir mal eine galoppierende Inflation und die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung ab, das kann sehr schnell gehen (Gretels Kipppunkt gilt auch für die Wirtschaft), ob dann immer noch eine Mehrheit für Rot-Grün votieren wird, ist mehr als fraglich.

Wie dem auch sei, das sind hier natürlich nur substanzlose Gedanken-Skizzen eines Schwurblers. Meine eigene Glaskugel stammt als Deko-Stück aus China und ist in ihren Abbildungen unterschwellig parteiisch. Eigentlich ist sie sowieso ein Fake, da nicht aus Glas, sondern aus Plastik. Aber sie leuchtet schön in vielen Farben, China-Kitsch halt (da kommt mir eine Zeile eines uralten Gedichts in den Sinn: "Und währenddessen fliegt herbei / mein Freund / aus tausend Träumen längst vertraut / in vielen Farben Feuer fauchend / der ungeheure Riesendrache").

Sonntag, 3. Oktober 2021

Samstag, 2. Oktober 2021

Bingen, Regen

Oje, schon heute muss ich das Vorhaben der "vergessenen Filme" aufschieben, denn es ist, wie ich gerade eben sah, ab vorhin die gesamte 3. Staffel "Yellowstone" verfügbar. Jawohl, ich find die gut :-)  Die Qualität einzelner Folgen ist unterschiedlich, so insgesamt würde ich der Serie zwischen 7 und 8 Bewertungspunkte verordnen. Danach "muss" ich die 10-teilige Netflix-Serie "Maid" anschauen, die nämlich enorm gute Kritiken bekommen hat und für mich als Habenichts und Mensch, der sich nur knapp über dem Mindestlohn die Nächte um die Ohren schlägt, gewissermaßen in einer ähnlichen Realität spielt.

Jaja, mein Kopf ist TV-rechteckig, isꞌ klar, und flach, denn heutzutage stört längst im Hinterkopf keine lange Röhre mehr, die hinten rausguckt. Bin nicht mehr als Serien-Freak erkennbar. Wie dem auch sei, dir wünsche ich einen schönen Samstag. Es hatte übrigens die halbe letzte Nacht geregnet, ich hätte das schöne Herbstwetter gestern nicht so sehr preisen sollen. Macht aber nichts, denn somit konnte ich endlich den neuen, nicht wärmenden aber wunderbar dünnen, langen (bis zu den Waden reichend) und leichten Regenmantel in zwei bis drei Nummern zu groß über den Parka anziehen und ausführlich testen. Ergebnis: perfekt. Ich blieb trocken ohne zu schwitzen, also Schutz von außen und von innen, selbst nach fünf Stunden im Regen. Das ist aber auch ein edles Teil, denn sein Kunststoff fühlt sich ähnlich wie Samt an. Keine Ahnung, was genau das ist. Die Übergröße ist ebenfalls klasse, denn dadurch trägt er sich wie ein Cape. Wenn ich mit ihm zu Fuß gehe und ihn offen trage, erinnert mich das ein wenig an einen Dracula-Umhang. Passt ja. Wehenden Schrittes im Mondschein oder so.

Also, ich bin jetzt binge-mäßig erst mal offline. Bis die Tage.

Freitag, 1. Oktober 2021

10 Sätze

Ohne Fleiß kein Preis. Darum bin ich justamente noch dabei, die gestrige Liste abzuarbeiten. Komme aus der Nachtschicht zu Hause an und schon stürze ich mich in die Arbeit. Die spärliche Freizeit unermüdlich der Kunst und Kultur widmend, denn was wären sie ohne Publikum? Dem Vergessenen durch verschwenderischen Applaus seinen wohlverdienten Tribut zollend und im Reich der bewegten bewegenden Bilder das triste Hier und Jetzt unserer neuen Welt der Verbote und Gängelungen vergessend, so breche ich auf in unentdeckte Länder voller Fantasie und erlebe virtuelle Abenteuer bei lecker Frikandels (Wiki-Link) im Mayo-See. Anstrengend aber schön.

Einen guten Start ins Wochenende wünsche ich dir. Der Herbst zeigt sich (zumindest hier) gerade von seiner schönsten Seite. Die Nacht draußen war wunderbar, ihre Temperatur genau richtig (kein Schwitzen durchs Radfahren, keine kalten Füße, kein Regen) aber das Sausen vom Wind in den Bäumen ließ dann mächtig den Herbst bis in hinein in die Seele spüren. Der April, mein Lieblingsmonat, hat große Ähnlichkeit mit dem Oktober, wenngleich ich im April mehr die wilden Tage schätze und im Oktober die herrlich brausenden Nächte.

Donnerstag, 30. September 2021

Bericht aus dem Bunker

Wenn man als Journalist nicht inhaltlich von den "Sondierungsgesprächen" berichten kann (weil es da sowieso nur um Postengeschacher auch des Umfeldes geht), schreibt man halt über nichts in vielen Worten. Neuste Kreation ist die "Zitronenkoalition" aus FDP und den Grünen. Dieser neue Name besitzt wenigstens einen gewissen Fun-Faktor: der Volksmund sagt, man handelt mit Zitronen. Aktuell sind die Medien eben ein wenig angesäuert, dass sie bei den Treffen der Zitronäre nicht dabei sein dürfen, da die gelbgrünen Früchtchen sich doch tatsächlich erdreisten, ohne Medienabsprachen "geheimen" Treffen beizuwohnen. Was ist das doch für ein armseliges Los, Journalist oder selbiger in weiblicher Form der Mainstreammedien zu sein und den Weisungen ihrer Chefs nachkommen zu müssen, soundsoviel Zeilen über bestimmte "Personengruppen" abzuliefern, über die momentan aber nichts zu erfahren ist, weil die es nämlich selber nicht wissen, und die dann, also die Journalisten, das Nichts schillernd aufbauschen und über Belanglosigkeiten des Randgeschehens schreiben und/oder den Äther mit unerträglichem Spekulations-Blabla zusabbern, während die brennenden Themen, die die Bürger beschäftigen, links liegen gelassen werden. Wer bislang noch nicht die Nase von diesen Medien gestrichen voll hatte, wird derzeit auf eine heftige Probe gestellt, ich meine, fuck them all!

Derweil gibtꞌs bei mir auch nichts Neues, da ich die Liste, die persönliche Show der vergessenen Filme, in den nächsten zwei Tagen erst mal weiter "abarbeiten muss". Ja, das ist neben schön auch anstrengend - zumindest dann, wenn ich als Tagebuch-Journalist von meinem Chef, dem Inneren Ich, die Anweisung erhalte, täglich mindestens 10 Sätze zu schreiben. Armselig, nicht wahr?

Das waren 9 Sätze, da wünsche ich dir zum 10. noch schnell einen angenehmen Donnerstag. Bis morgen in diesem Theater (damit wurde mein Soll geradezu übererfüllt und ich kann mich wieder in Ruhe und Gemütlichkeit in meinem Home-Bunker der Tätigkeit der Listenabarbeitung widmen).

Mittwoch, 29. September 2021

Reparaturbericht

Es gibt ja einen Unterschied zwischen kleineren Basteleien und echten mechanischen Reparaturarbeiten. Während die ersten viel Raum für alternative oder kreative Möglichkeiten bieten, ist bei einer, sagen wir mal, elektrischen Reparatur eine ganz bestimmte vorgegebene Herangehensweise notwendig. Entweder Strom fließt oder nicht. Da hilft noch so viel Kreativität nichts, die Naturwissenschaften, die sich beim Strom nur allzu deutlich offenbaren, lassen sich eben nicht alternativ umgehen.
 
Welch eine Einleitung, nicht wahr?

Das neue Fahrradrücklicht war gestern angekommen. Ans Rad montiert und angeschlossen - nüscht. Der niederrheinische Ursprung in mir meldete sich augenblicklich zu Wort: "Das kann nicht!" Nochmal die Kontakte an der neuen Lampe sowie die an den Anschlüssen des Vorderlichts, über die die hintere Lampe ihren Strom erhält, visuell überprüft: keine Fehler. Hätte ich ein Amperemeter benutzt, wäre es sofort klar gewesen, doch es funktioniert auch umständlicher durch "Try And Error", einer Unterhaltungsserie, mit der ich schon bei anderen Gelegenheiten etliche Stunden Zeitvertreib erleben durfte. Tatsächlich verlaufen die beiden Stromkabel überwiegend innerhalb des Fahrradrahmens und verwehren sich somit jeden Blickes. Wie gesagt, ein Messen wäre klar und deutlich ohne Umwege dem Fehler auf der Spur gekommen.

Ich kürze ab. Nach einigem Hin und Her entdeckte ich im Übergang vom offen verlaufenden Kabel zu dem im Rahmen einen Schrumpfschlauch, bei dem ich annahm, er sei lediglich zur Stabilisierung des Kabels für den Eingang ins Loch des Rahmens verantwortlich. Als ich leicht daran zog, ließ sich das Kabel doch eine gewisse Länge aus dem Rahmen ziehen bevor sich dann ohne weiteren Zug das Kabel trennte. Also kein Riss. Den Schrumpfschlauch abgezogen und siehe da, es offenbarte sich eine alte Reparatur aus Zeiten, in denen das Fahrrad noch einem anderen Besitzer gehörte: die beiden Kabel waren je ca. zwei Zentimeter abisoliert und ursprünglich zusammengefriemelt worden, bevor zum dauerhaften Halt lediglich ein Schrumpfschlauch verwendet worden war. Das, so kann ich's sogar als Laie beurteilen, ist eine schlechte Reparatur, die nur für eine kurze Zeit haltbar sein kann und zwangsläufig irgendwann zur Trennung der beiden Kabelenden führen musste. Ich hoffe, meine Beschreibung ist einigermaßen nachvollziehbar.

Glücklicherweise verlängerte sich das Kabel durch mein Herausziehen aus den Rahmen. Innerhalb des Schrumpfschlauchs waren die Kabelenden zwar bereits getrennt, doch hielten im Schrumpfschlauch hängend noch etwas stand. Ich hätte ein neues Kabel verlegen müssen, wenn das abgerissene Kabel in den Rahmen gerutscht wäre. Nun war aber genug Kabel vorhanden, um die beiden Enden erneut und dauerhaft zu verbinden. Und zwar mit einer kleinen aber stabilen Lüsterklemme, die anschließend mit reichlich Isolierband stabilisiert wurde. Jetzt würde eher das gesunde Kabel reißen als die Verbindung. Und schau an: allein ein kurzes Drehen des Vorderrads mit der Hand (Nabendynamo) und schon erleuchtete ein erstaunlich helles rotes Licht, das sogar im Tageslicht zu deutlichen Reflexionen auf der Hauswand und den umgebenden Gegenständen führte. Hätte ich länger am Vorderrad gedreht, wären sicher Kunden von der nahegelegenen Landstraße in unseren Feldweg eingebogen, so verlockend hätte dieser Rotlichtbezirk auf sie gewirkt.

Nunja, eine Reparatur von wenigen Minuten Zeitaufwand führte zu knapp einer Stunde Beschäftigung meiner Wenigkeit. Als Mechaniker in einem Fahrradladen wäre mein Tun in einer für einzelne Tätigkeiten zeitlich genormten Welt also eher geschäftsschädigend. Aber! Ich habe es nun besser und stabiler repariert als ein Fahrradmechaniker, und das macht Freude.

Die 12 Euro für die neue Lampe sind trotzdem angebracht, da die alte zwar nicht komplett defekt war, doch ihr Kondensator, der für einige Minuten Standlicht bei Stillstand des Vorderrads sorgt, war bereits vor über einem Jahr ausgefallen. Erstaunlich finde ich, mit wie wenig Strom nun der neue Kondensator bereits locker eine Minute lang deutlich helles Licht produziert. Diese Technik der Kondensatoren statt eines Akkus zeigen in meinem Gebrauch dennoch argen Verschleiß, da ich von rund 30 Kilometern pro Arbeitsnacht knapp die Hälfte zu Fuß gehe und das Rad als Wanderstab-Ersatz oder ähnlich wie ein vollgepackter Rollator neben mir her schiebe. Dabei flackern die LEDs, denn das Rad wird immerzu an der Grenze ausreichenden Stroms benutzt und der Kondensator wird dabei ständig mit nicht genügendem Strom beansprucht. Es wird sich also zeigen, wie lange der neue Kondensator seinen Dienst verrichtet. Aber das ist sowieso relativ unwichtig.

Das andere, das schnelle Gazelle-Rad besitzt übrigens Akkus (oder wahlweise Batterien) - die schlechteste Idee eines Standlichts überhaupt und nur für kurze Fahrten tauglich bzw. überhaupt nur für Fahrten, denn beim Schieben des Rads wird dauerhaft der Strom aus den Akkus verwendet, die bei mir bereits nach zwei oder drei Wochen leer sind (was sich in den Monaten zeigte, als ich dieses Rad als Ersatz für das Dienstrad benutzt hatte). Ein regelmäßiger Austausch der Akkus in solch kurzen Zeitabständen ist ziemlich lästig. Mit Kondensator oder ganz ohne Standlicht sind hier eindeutig die bessere Wahl. Ich könnte das Licht während des Gehens natürlich auch jedes Mal ausschalten, was aber ebenso umständlich ist und Verrenkungen meines sportiven Knochen-, Sehnen- und Muskelapparats erforderte. Außerdem ist dieser Schalter nicht für ständiges Schalten gemacht und er würde in dieser Art des Gebrauchs sehr schnell an sein mechanisches Ende geraten.

Falls dich dich der Reparaturbericht nicht die Bohne interessieren sollte, hätte ich da ab morgen noch etwas anderes zu bieten: ich habe nämlich wieder ein paar ältere vergessene Spielfilme entdeckt, die hervorragend sind und weiß der Geier weshalb in Vergessenheit geraten sind.

Dienstag, 28. September 2021

Filmtipp: "Another Earth"

Nun zum Film "Another Earth" aus dem Jahre 2011, den ich zufällig gefunden hatte. Zuerst einmal kam diese Produktion mit sage und schreibe 200.000 Dollar aus, was im Vergleich zu Hollywood Peanuts sind. Es gibt also keine Spezialeffekte, sieht man von der Planetenerscheinung am Himmel ab, die aber selbst ich zustande bringen würde. Das Besondere dieser Geschichte liegt meines Erachtens auch nicht im Visuellen, sondern in den Ideen der Geschichte und in der Herangehensweise sowie im exzellenten Schauspiel der Darsteller. Es ist ein ruhiger Film, der dennoch fulminant zu fesseln vermag. Der Film erzählt von Schuld und Sühne, ist deshalb aber keinen Moment depressiv. Auch kümmern ihn keine Naturgesetze, dafür aber die Frage: Was wäre wenn? Wenn es eine Spiegelerde geben würde, die so nah bei uns läge, dass wir mit den Bewohnern kommunizieren könnten. Ziemlich humorvoll wird der Erstkontakt geschildert, als eine SETI-Forscherin bei ihrem Gegenüber mit einer gespiegelten SETI-Forscherin ihrer selbst spricht. Es scheint aber nur dieselbe Person zu sein, denn sie antwortet normal, also nicht gespiegelt, indem sie etwa die Fragen einfach wiederholen würde. Demnach wird auch auf der Spiegelerde unsere Erde als merkwürdig betrachtet. Die Menschen auf unserer Erde bezeichnen die neue Erde als zweite Erde, unsere also als Erde Nummer eins, was beiläufig in einem im Hintergrund hörbaren TV-Kommentar unsere Egozentrik zeigt. Aber darauf kommt es im Film nicht an.

Im Laufe der Geschichte wird irgendwann (wiederum durch einen TV-Kommentar im Hintergrund) die These aufgestellt, dass die Spiegelerde ja nicht sämtliche Abläufe widerspiegelt (andernfalls hätte die gespiegelte SETI-Wissenschaftlerin ja keine wirklichen Antworten geben können), sondern nur die größeren Zusammenhänge und Personen. Haarscharf an der Grenze der Logik vorbei oder sie sogar eindeutig überschreitend, bietet diese Vorstellung allerhand Möglichkeiten, auf der neuen Erde gewissermaßen als zweite Chance sein Leben neu zu beginnen. Doch so leicht kommt man dort als Normalmensch natürlich nicht hin, auch wenn der räumliche Abstand zur neuen Welt kaum länger als die Entfernung zum Mond ist.

Jetzt möchte ich nicht zu viel spoilern. Es findet eine fantastische Auflösung der Schuld bzw. des Schuldgefühls statt, die aber nur als Möglichkeit im Raum schwebt und die nicht verifiziert wird, bei einem gleichzeitigen hochspannenden Ende der Geschichte, an dem der Film eigentlich so richtig beginnen könnte - oder ein neuer Film, eine Fortsetzung. In jeder Minute des Erzählten wird die Fantasie und werden die Gedanken der Zuschauer gefordert. Nach dem Ende läuft im eigenen Kopf der Film weiter.

Abschließend sei mir noch eine ich-bezogene Bemerkung gegönnt.
 
Manche Filme liebe ich über alle Maßen, empfehle sie munter weiter und habe schon etliche Male ein völliges Unverständnis über diese Empfehlungen einstecken müssen: "Georg, was findest du an diesem Film? Er ist doch Schrott!". Zum Beispiel ging und geht es mir fast immer so nach der Empfehlung eines der meiner Meinung nach besten je gedrehten Science-Fiction-Filme, "Lautlos im Weltraum" ("Silent Running"). Es ist für mich gut vorstellbar, dass aus denselben Gründen auch "Another Earth" vergessen worden ist; er ist definitiv nicht fürs Massenpublikum, das Wert auf Action und Trash legt, gedreht worden. Vielleicht schläft jemand bei diesem Film sogar ein, das mag durchaus sein, doch wenigstens für mich, was ich mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, ist er erweckend in vielfacher Hinsicht. Wenn man mit, in und nach der Geschichte weiter denkt, wird die Genialität dieses Werkes offensichtlich. Es findet viel mehr als eine Allegorie abstrakter Gedanken zur Schuld und Sühne statt (oder die andere Erde als Metapher von Identität, wie es in den Kritiken heißt), denn hier geschehen gleich mehrere Verquickungen fundamentaler "Seins-Ebenen", die erst in der Reflektion so schön deutlich werden, indem man (zumindest ich) sich nichts sehnlicher wünscht, als hier eine Fortsetzung zu erleben - was natürlich nicht geschehen wird und dazu führt, dass sie eben allein im eigenen Kopf abläuft. Ist schwierig zu erklären, jedenfalls kann es sein, dass du diese Empfehlung als grottenlangweilig siehst, nicht weil du oder ich klüger wären, sondern ganz einfach, da wir anders gestrickt sind (auch ich kann mit manchen Empfehlungen nichts anfangen, weil wir halt am Ende doch alle unterschiedliche Individuen sind).

Filmbewertung in Zahlen: 10 Punkte
 

Montag, 27. September 2021

Rotlicht

Nein, kein politisches Rotlicht, denn zur Wahl schreibe ich nichts, keine Sorge. Alles wurde in den Medien und im Internet bereits gesagt, geschrieben, kommentiert und spekuliert. Wie immer, die Medien zeigen keine Geduld. Rauf und runter dieselbe Leier mit null Inhalt, denn man weiß halt noch nicht, was wird. Wir sind aber geduldiger, nicht wahr? Schaun mer mal.

Nichts ist so unbeständig wie das Leben und die Technik, die darin vorkommt. Letzte Nacht ist ohne ersichtlichen Grund mein Rücklicht ausgefallen. Ihm war halt danach, es meinte, nun genug rot geleuchtet zu haben und hat keine Lust mehr auf den Rotlichtbezirk. An ihm ist nicht viel dran, LED, Platine und Kabelanschlüsse. Letztere sind in Ordnung, was bedeutet: neue Lampe und schon wieder 12 Euro futsch. Vorhin bei Amazon gekauft, so soll sie schon morgen ankommen. Potztausend! Ein junges Lämpchen, was noch voller Eifer Freude am Leuchten hat. Na, dann komm mal her, bei mir wirst du pfleglich behandelt und brauchst im Winter kaum zu frieren, denn wenn wir unterwegs sind, nehme ich dir die Hälfte der Kälte ab und zu Hause bekommst du deinen eigenen Stall. Trocken ohne eisigen Wind. Und ein Kollege steht neben dir, so habt ihr euch immer was zu erzählen.

Einen ebensolchen interessanten Start in die neue Woche wünsche ich dir heute auch. Sei nett und verständnisvoll zu deiner Technik; irgendwann hat jeder die Nase voll vom ständigen Aus- und Anmachen, gib den Jungen ruhig mal eine Chance.

Ach so, ich habe einen wunderbaren Film gesehen. Ein Zufallsfund, 10 von 9 Punkte, also Rahmen sprengend. Dazu aber erst später, bin momentan zu müde, um konzentriert zu schreiben.

Sonntag, 26. September 2021

Drei-Punkte-Morgen

Folgendes habe ich heute Morgen nach der Arbeit zwischen 6 und 9 Uhr erledigt:

1. Die Gedanken der Nacht für die finale Lampenversion 1.3 ratzfatz umgesetzt. Jeder Handgriff und jede Idee war komplett "virtuell" vorgezeichnet, darum gingꞌs so schnell. Anschließend Fotos gemacht und ins Tagebuch gestellt.

2. Einen neuen Lichtstrahler für draußen angebracht. Es brauchten nur ein Außenstecker angeschlossen, die alte defekte Lampe (60-Watt-Strahler) abgebaut, die neue (10-Watt-Strahler) montiert und der Bewegungsmelder eingestellt werden. 60 Watt LED-Licht ist viel (!) zu hell, 10 Watt sind sogar noch fast zu hell und leuchten daher wie der alte indirekt. Beide sind Chinaware, der alte Strahler hielt nur einen Winter durch, im Sommer gab er seinen Geist auf, hat insgesamt von Sommer zu Sommer gehalten. Ich hatte mir die Tage das Bein gestoßen, es ist schon ziemlich winterdunkel, da musste also endlich der neue angebracht werden (der schon monatelang hier rumlag).

3. Zum Wahllokal geradelt und meine Kreuzchen gemacht.

Neue Lampe, Version 1.3 (Finale Version)

Samstag, 25. September 2021

Lustiges Farbenspiel

Bilderrätsel: Was ist das? Auflösung: Tja, wie wird es bezeichnet? Es sind die Negative der Farbvorlagen des Kartendruckers der Firma, aus denen sich das Gesamtdruckbild ergibt. Sie sind hauchdünn und auf eine kleine Rolle gerollt. Und warum liegen sie abgewickelt und zerknüllt bei mir herum? Nun, nachdem die Rolle für Hunderte Drucke aufgebraucht worden war und eine neue im Drucker eingelegt wurde, muss die alte Rolle weg. Aber was macht man damit? Einfach entsorgen? Auf den Folien befinden sich sämtliche Negative der Ausdrucke, die, von der Rückseite betrachtet, schön leserlich das Positivbild ergeben. Wo bleibt da der Datenschutz? Beispielsweise stehen alle Dienstausweise des Unternehmens darauf. Die sind zwar kein Geheimnis, doch mit der langen Folie hielte man die Daten und Fotos aller Firmenmitarbeiter in Händen, was wiederum nicht öffentlich ist.

Also was mache ich mit einer solchen Rolle? Zuerst abrollen und zerknittern. Anschließend werde ich sie grob zerschneiden. Dann nochmal weiter zerknittern. Am Ende vielleicht in eine wässrig-fettige Ekelverpackung von Wurst oder was ähnlichem stecken und in die gelbe Tonne werfen. Ja, ich weiß, da sollen nur saubere und gespülte Umverpackungen hinein, doch wer macht das schon? Ich meine, der Umweltgedanke der Ressourcenverringerung wäre ins Gegenteil gekehrt, wenn zur Entsorgung mehr Energie aufgebracht werden müsste als zur Produktion der Umverpackungen. Jedenfalls wird niemand die geheimdienstliche Tätigkeit des Zusammensetzens von geschnibbelten bunten Rest-Negativen aus einer vergammelten stinkenden Wurstverpackung unternehmen.

Natürlich könnte ich die Folie auch verbrennen. Dafür besitze ich allerdings nicht die nötigen Luftfilter. Das erledigt besser die Müllverbrennungsanlage. Was die Verbrennung wiederum mit dem Schonen von Ressourcen zu tun hat, konnte mir sowieso noch niemand plausibel erklären. Aber dieser Müll werde doch recycelt, höre ich die Grün-Wähler empört einwenden. Nein, das ist eine jahrzehntealte Legende. Gut 60 bis 70 Prozent des Mülls der gelben Tonnen wird "energetisch verwertet", was nichts anderes als verbrannt bedeutet (getrennt eingesammelt, auf denselben Haufen ausgeschüttet und ab ins Feuer). Der Rest wird ins Ausland verkauft und landet auf ausländischen Müllhalden (aus den Augen, aus dem Sinn). Nur ca. 15 % geht ins Recycling.

Apropos grün: was wähle ich nur morgen früh? Weiß ich immer noch nicht. Wahrscheinlich werde ich den hiesigen Abgeordneten der CDU wählen (um mit mehr Direktmandaten etwas gegen die grassierende Flut der Listenplätze auszurichten) und als Partei entweder die Basis (am meisten Zustimmung beim Wahl-O-Mat), die FDP (als kleineres Übel, besser die als andere) oder die AFD (als einzige echte Opposition, wenn auch leider ausgegrenzt und daher macht- und einflusslos). Wie bei den Folien ein ebensolches lustiges Farbenspiel. Hachja, schlussendlich wird es sich wohl spontan in der Wahlkabine entscheiden.

Freitag, 24. September 2021

Neue Lampe, Version 1.2

So, ich war kurz einkaufen und danach habe ich mich noch eine gute Stunde an Version 1.2 der "Ascher-Lampe" begeben. Habe den Kupferboden, auf dem man früher die Zigaretten ausgedrückt hat, sternförmig (12 mal) ausgeschnitten, je zu 2/3 abgeschnitten und entgratet, dann die Restzacken nach unten gebogen bis dass gerade so mit viel Kraft die Dose der Lampe in den Ascher eingedrückt werden konnte. Bis zur Wölbung (also zum oberen  ein wenig gewölbten Teil der Lampendose), die über ihr Unterteil gestülpt ist und an einem verschlussartigen Punkt einrastet. Sie ist also oben gut einen Millimeter dicker. Deshalb kann sie nicht in den Aschenbecher durchrutschen und hält ihre Position stramm und fest. Den ehemaligen Kupferboden, der gewissermaßen nur noch aus einem (innen geteilten und außen schön abschließenden) Rand besteht, habe ich - man lernt ja von den Chinesen - mit Heißkleber am Aschenbecher fixiert. Man könnte ihn auch festlöten aber bei der Lampe steht nichts unter Druck oder Krafteinwirkung und wenn man mal an die Kabelanschlüsse möchte, ist der Zugang heißgeklebt ruckzuck wieder offen. Sieht besser als vorher aus, oder? Sie steht wieder in der Diele. Wie immer, aufs Bild klicken = Großansicht.

Neue Lampe, Version 1.1

Donnerstag, 23. September 2021

Aus dem Entwicklungslabor

Und weiter gehtꞌs. Was habe ich auf dem Bild vergessen zu sagen? Das längs aufgeklebte schwarze Band zeigt keine Nähte (weil es eben längs geklebt ist *lach*). Der Blumenhocker mit 5 Rollen hat nur 15 Euro gekostet und ist äußerst stabil aber leichtläufig und mit doppelseitigem Klebeband fixiert (das hält bombig, da das Gewicht ja von oben auf ihn einwirkt). Die Kappe des Deorollers ist eigentlich unnötig, mir gefiel die Idee nur und zusätzlich verblendet sie meine sorglose Abschlussschnibbelei des Panzerbands. Alles sieht in natura viel besser aus als auf dem Foto. Der Ständer ist dünner als er auf dem Bild wirkt. Morgen begebe ich mich ins Entwicklungsstudio der neuen Lampe.

 
Oder so: schön an die Seite gerollt und nichts stört mehr blickmäßig mitten im Raum. So kann der Dremel oben hängen bleiben und wird bei Bedarf einfach ein wenig zurecht gerollt.
 
Wie immer: auf ein Bild klicken = Großansicht.

Mittwoch, 22. September 2021

"Kein Mensch weiß genau, was das sein soll, aber es ist da"

Gerade habe ich das Video der Pressekonferenz des Corona-Ausschusses von über drei Stunden Länge angesehen. Thema: "Undeklarierte Bestandteile der COVID-19-Impfstoffe". Du schlackerst mit den Ohren, hochspannend. Unter anderem die Fotos und Videos der mikroskopischen Untersuchungen der Impfstoffe. "Kein Mensch weiß genau, was das sein soll, aber es ist da", sagt Dr. Maria Hubmer-Mogg und zeigt atemberaubende Aufnahmen, die an Mystery-Serien erinnern. Weltweit seien Ärzte-Teams diesen Strukturen auf der Spur.

Ebenso spannend sind die Zwischenergebnisse, von denen die beiden erfahrenen Pathologen Prof. Walter Lang und Prof. Dr. Werner Bergholz berichten. "Lymphozyten-Amok", so bezeichnet Prof. Bergholz das Gefundene, denn er kennt keinen anderen Namen dafür, da er in jahrzehntelanger Arbeit so etwas in dieser Häufung noch nicht gesehen hat.

Die Screenshots zeigen übrigens Fotos aus den Videos der mikroskopischen Untersuchungen von den Impfstoffen. Muss ich erwähnen, dass dieses dreistündige Video der Pressekonferenz bereits nach nur wenigen Stunden auf YouTube gelöscht wurde? Auf "Rumble" ist es hier verfügbar. Lang, teilweise zäh aber hochinteressant, ja, geradezu atemberaubend aufregend fand ich es.

Im Video gibt es eine Pause ungefähr von Timecode 1:18.00 bis 1:51:00. Ab ca. Timecode 2:04.00 beginnen die fantastischen Videoaufzeichnungen und Fotos, die ausführlicher werden durch Dr. Hubmer-Mogg ab 2:20:00.

Dienstag, 21. September 2021

Dremel-Ständer Marke Eigenbau

Heute Morgen unterwegs nach Hause lachte mich auf einem Haufen Sperrmüll doch dieses herrliche Teil an: eine Stehlampe mit hässlichem Schirm. Den habe ich dagelassen. Der Fuß ist mächtig schwer, sieht nicht danach aus aber er muss ja schwer sein. Ein entsprechendes Bild ergab das auf dem Fahrrad: mit einer Hand am Lenker, die andere hielt die Lampe über die Schultern, den Lampenfuß stützte ich mit dem Hinterkopf - und fuhr sogar recht flott damit. Zu Hause angekommen wurde sie komplett zerlegt und entkabelt. Ich besitze schon eine Stehlampe, brauche absolut keine zweite aber - Tusch! Fanfare! Trommelwirbel! - die Lampe ist recht schmal, und wozu eignet sie sich also? Genau! Wenn jetzt noch der Fuß kleine Rollen bekäme, wärꞌs ein Infusionsständer, den ich ja ursprünglich favorisierte. Trotzdem sind Rollen eigentlich unnötig. Jedenfalls ist die Dremel-Aufhängung jetzt so flexibel, wie ichꞌs anfangs haben wollte.

Bonus: Die leicht messingfarbenen (ich weiß nicht, obꞌs Messing ist, kann auch lackiertes Blech sein) Fassungen und den Sockel baue ich die Tage zur Lampe um. Und zwar so nackt, wie es hier aussieht (Version 1.0). Wenn dann zwei meiner Antik-Birnen (je 4-Watt-LEDs) darin leuchten, sieht es bestimmt wunderbar aus. Sockel samt Fassungen kann man auch leicht an eine Wand schrauben, doch ich habe vor, sie so, wie sie ist, als Tisch- oder Dekolampe zu benutzen. Könnte man auch dimmen, mal gucken. Nächste Tage mehr.
 
Sind schlechte Fotos heute, draufhalten und knipsen halt, so skizzen-mäßig, damit du wenigstens eine ungefähre Vorstellung meiner spontanen, sportiven sowie speziellen Sperrmüllausbeute hast.

Montag, 20. September 2021

Kompromiss gefunden

Hat aber lange gedauert, nicht wahr? Ich wollte den Dremel ja nicht weglegen, da er hängend jederzeit benutzt werden kann, ohne das Stromkabel immer wieder einzustecken zu müssen (der Stecker hat in einer fest angebrachten Leiste auf dem Tisch einen eignen Netzschalter - ganz hinten links leider verdeckt vom Stuhl). Also habe den Dremel samt Staubschutz einfach eine Etage nach unten an einen Haken gehängt. Ihn bei Bedarf schnell hochzuhängen, ist keine lästige Extraarbeit. Dafür stört jetzt nichts mehr mitten in der Blickachse des Raums. Nur mal so am Rande erwähnt. Hab sonst ja diese Nacht nichts zu tun *zwinker*.

Hochnotpeinlich

Herrje, wie ist mir das peinlich! Als ich am Abend auf Arbeit ankam, war mein Kollege schon vor Ort. Und wie der vertraute Kauz hoch oben in seiner riesigen alten Kastanie schienen allgemein große Augen angesagt zu sein. Denn auch ein Wiesel, die schwarz-weiße Katze und aus Sicherheitsabstand im Hintergrund das Häschen fragten erstaunt im Chor: "Wat machst du denn hier?". Sogar hektische Ultraschallwellen unterdrückten plötzlich meinen Radioempfang, da die Entschlüsselungssoftware für die Fledermaussprache ansprang und augenblicklich mit der Übersetzung begann: "Piep, piep, flirr, sirr (heißt: "Überraschung, der Döskopp ist wieder da"). Ich hatte es wahrhaftig verpeilt. Mein Dienst beginnt erst heute Abend. Oje, oje, das ist so grottenpeinlich.

Zurück zu Hause fiel mein erster Blick auf den Dienstplan, stimmt natürlich, Schichtbeginn ist Montag, der zwanzigste. Wie um alles in der Welt kann mir nach 30 Jahren in dem Job so etwas passieren? Also ab zum Alzheimer-Früherkennungstest. Ergebnis: (noch) keine Anzeichen (3 Punkte, denn ich verlege grundsätzlich kurzfristig Dinge, auch war ich mir mein Leben lang nie so ganz sicher, welchen Tag wir gerade haben, was aber wahrscheinlich eher meiner Nachtaktivität geschuldet ist).

Tja, was soll ich weiter sagen? Et is, wie et is. Da machste nix dran.
 
Einen unvergesslich angenehmen Start in die neue Woche wünsche ich dir.

Sonntag, 19. September 2021

Handwerk

Zum heiligen Sonntag einmal 20 Minuten einer völlig anderen Besinnung, als du vielleicht denkst. Die Restaurierung einer uralten Schraubendreher-Ratsche. Meine Güte, wie zeigt dieses Video (und dieser Mann) all das, was uns als Menschheit ausmacht: Intelligenz, Gefühl, erlerntes Können, Einsatz von genialen Hilfsmitteln und nicht zuletzt ein Tun der Nachhaltigkeit verpflichtet. Man kann viel reden, doch "an den Taten sollt ihr sie erkennen", so heißt es schon in der Bibel. 20 Minuten handwerkliches Geschick ohne ein gesprochenes Wort. Ehrfürchtig staune ich bei diesem Video:

Falls dich das Video genauso beeindruckt hat wie mich, dann gehtꞌs hier zur Königsdisziplin: nämlich die Restaurierung einer alten Schweizer Armbanduhr. Da bleibt dir die Spucke weg vor Staunen über so viel universelles handwerkliches Geschick.