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Freitag, 20. Januar 2023

Dielenlampe

O mein Gott! Warum hat das so lange gedauert (Foto ganz am Ende dieses Berichts)? Eine Arbeit, die vielleicht 20 Minuten lang nach Plan hätte verlaufen sollen, hat Stunden in Anspruch genommen und stellte sich wie bei Loriot dar; der Sketch mit dem zerstörten Zimmer, erinnerst du dich? Alles, was schiefgehen konnte, war schiefgegangen.

Angefangen schon mittags beim Lackieren der Reflektorschale: zuerst perfekt, wirklich, so gut habe ich selten etwas lackiert. Dann setzte aber meine Ungeduld ein und statt das Trocknen vollständig abzuwarten, musste ich die Schale unbedingt in meine doofen linken Patschehändchen nehmen. Als ob das an einer Begutachtung des Trocknungsprozesses irgendetwas geändert hätte. Und? Genau, die Schale war nicht trocken. Gleich 3 Nasen liefen in einer Geschwindigkeit von innen nach außen, die definitiv rekordverdächtig war. So schnell konnte ich die Schale gar nicht wieder absetzen.

Danach saute der Heißkleber mehr als er kleben wollte. Und ich habe mir dermaßen den Daumen verbrannt - wie kann ein Mensch nur so ungeschickt sein? Okay, ich startete das Alternativprogramm, denn wozu hatte ich letztes Jahr so viele kleine Häkchen gekauft? Du ahnst es bereits, sie wollten partout nicht ins Holz. Also den Akkubohrer mit dem kleinsten Bohrer genommen und Löcher vorgebohrt. Klappte auch (hehe), bloß dummerweise lagen zwei vor 10 Jahren ebenfalls mit Heißkleber verlegte Kabel im Weg. Kräftig zur Seite gedrückt und beide rissen von der Decke. Man staunt da nur, wie fortlaufend rasant das geschieht. Erinnert stark ans Umfallen von Dominosteinen. Also musste ich die Kabel erst wieder neu verkleben - wie schon erwähnt: mehr versauen als verkleben. Als alles fertig war, zeigte sich, dass der Lampenschalter nun auf dem Boden lag - sollte ich ab jetzt für jedes Einschalten der Lampe auf der Erde rumkriechen? Einen neuen Schalter anbringen? Nein, alles wieder gelöst und von Neuem verlegt.

Weil ich die Haken für zwei aufgehängte Bilder mitbenutzen wollte (ich fand diese Idee geradezu sensationell), um derart das Kabel zu verleiten, eine andere Richtung einzuschlagen, fielen natürlich nacheinander beide Bilder von der Wand. Wieder musste ich die Verlegetätigkeit unterbrechen, um erst mal einen zerstörten Rahmen zu reparieren.

Das Endergebnis ist wohl die schlechteste handwerkliche Arbeit, die mir je gelungen ist. Preisverdächtig! Nun sitze ich mit einer Brandwunde sowie einem mit Pflaster versehenen Finger (abgerutscht beim Bohren) vor der Tastatur. Deshalb hätte eine handwerkliche Berufslaufbahn jede Firma in den Ruin getrieben.

Doch zurück zur neuen Lampe.

Die Maisonette besitzt unten eine winzige Diele. Das Wort Diele ist dafür eigentlich irreführend: du kannst dich mit ausgestreckten Armen nicht um die eigene Achse drehen. Oben befindet sich eine riesengroße Diele. Doch nach oben möchte ich den Dreck der Straße nicht tragen, weshalb Schuhe, Mäntel und Jacken unten an- und ausgezogen werden. Seit 23 Jahren gibt es nur eine kleine Klemmleuchte an der Garderobe, sie genügte mir bisher. Doch man sieht im Alter definitiv schlechter, was keine Brille ausgleichen kann, ich meine das Hell-Dunkel-Sehen. Zwar sehe ich (noch) alles gut genug (einiges möchte ich aber gar nicht mehr sehen müssen), trotzdem wünschte ich mir schon seit ein paar Jahren mehr Licht - zumal die Garderobe immer vollgestopfter wird. Zwei Parkas, einen gefütterten Warngelb-Mantel, zwei Regenmäntel, zwei Ponchos, fünf Paar Handschuhe, diverse Wollmützen, Rucksack, Taschen, Körbe, Schuhputz-Zeug, Lederstiefel, Gummistiefel, gute Schuhe und schlechte Schuhe (für Erdarbeiten), Galoschen, diverse Regenschutzkleidung fürs Fahrradfahren und sonst noch allerhand Kram, den man in der Diele ablegt und der sich im Laufe der Zeit dann immer weiter ansammelt. Kurzum, mehr Licht war auch abseits biologischer Faktoren nötig.

Diese (siehe Foto) sehr schöne schlichte Lampe kam von Amazon. Sie besitzt natürlich keinen echten Kupferreflektor wie jener vom Mittwoch, sondern nur ein schwarzlackiertes Blech. Deshalb hatte ich sie lackiert. Bei eingeschaltetem Licht erkennt man die Lacknasen gottlob nicht. Und bei ausgeschaltetem Licht sieht keiner nach oben, so dass sie auch dann mehr oder weniger unsichtbar bleiben. Das Kabel muss ich irgendwann "bei Gelegenheit" mal ordentlicher im Abschluss verlegen und eine Deckenverblendung bastle ich die Tage nach den nächsten Nachtschichten auch noch; fürs Erste habe ich aber definitiv genug von Lampen.

In der engen Diele istꞌs dann auch schwierig, gute Fotos hinzubekommen aber hier erhältst du wenigstens einen Eindruck:

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