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Donnerstag, 16. Juni 2022

Gestalterisches

Eigentlich wollte ich letzte Nacht Lampen fotografieren. Eine Unmenge verschiedener Straßenlaternen gibt es auf dem Gelände. Dann fand ich das nicht mehr so brennend interessant, erst recht, da ich diese Laternen fotografiert hatte. So ein halbes Dutzend von ihnen steht vor einer nagelneuen psychiatrischen Klinik. Da fiel es mir erst wie Schuppen von den Augen, denn wie kommt ein Architekt auf die glorreiche Idee, gerade dort Galgen aufzustellen? Skurriler Humor, würde ich sagen, warꞌs ein Brite? Scheinbar fällt das sonst aber niemandem auf.

Zurück zu Hause angekommen verspürte ich einen ziemlich seltenen Betätigungsdrang. Fast schon mannshohe Brennnesseln standen vor dem Haus. Weil Bio-Garten und so. Isꞌ klar, nöch. Gib der Natur eine Chance ;-)  Das war erheblich üppiger als es auf dem Foto aussieht, sie füllen jetzt eine ganze Tonne Biomüll. Aber nicht ein Mal hat mich eine Nessel erwischt, denn ich hatte eine Kleider-Idee: der Regenmantel und die Motorradhandschuhe sind für solche Arbeiten ein perfekter Panzer.

4 Kommentare:

  1. also ich fand es vorher schöner-lach^^
    aber wenn ich einen garten hätte wär wohl kein durchkommen mehr,
    ich kann einfach kein kräutlein rausreissen :-)
    und eigentlich sind die brennesseln zu schade für die biotonne.
    einfach die frischen blätter mit kochendem wasser übergiessen und einen tee daraus kochen-lecker ! evtl. ein bischen minze oder/und melisse dazu...
    herrlich erfrischender trank und auch noch gesund^^ schmeckt auch kalt super.
    knuddelgrüsse elke

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    1. Ich verstehe, was du meinst, liebe Elke, sehe es auch ähnlich. An Brennnesseln herrscht hier aber definitiv kein Mangel, wir könnten einen florierenden Handel aufmachen :-)

      An manchen Orten oder Stellen muss die aber weg, denn sie ist dermaßen dominant, dass sie alle anderen Kräuter binnen Kürze verdrängt und (um im menschlichen Bild zu bleiben) sie umbringt, ihnen grausam die Luft zum Atmen nimmt, sie rücksichtslos tötet, mordet gar. Wenn man die Brennnessel in Ruhe lässt, wird aus dem Garten bunter Kräuter und Sträucher rasend schnell eine Monokultur, ein Meer aus ausschließlich Brennnessel.

      Wirklich ausrotten kann man sie sowieso nicht, nur im Zaum halten. Sie ist auch toll, nämlich dort, wo kaum etwas anderes wächst, schattige Nordseite und so. Und ich finde sogar, dass sie gut aussieht. Wie übrigens auch Hecken, die NICHT in Form geschnitten werden, die man wuchern lässt. Man glaubt gar nicht, was sich in ihnen für eine Fülle von Leben entwickelt, ein Zuhause für so viele Tiere.

      Unser Grundstück liegt an einem Feld, auf dem rein gar nichts mehr wächst bis aufs jeweils pro Jahr ausgesäte Korn oder Kartoffeln oder Mais. Was da an Chemie versprüht wird mit Treckern mit riesigen Auslegern sprühenden Giftes, da gibt es weit und breit keine Natur mehr. Nur bei uns, das ist wie eine Oase inmitten einer grünen aber dennoch kargen Mondlandschaft. Hier lebt es ohne Ende, Vögel, Insekten, Kleintiere aller Art, die reinste Freude ist es inmitten all des kreuchenden und fleuchenden Etwas zu sitzen.

      Ja, nicht für jeden geeignet. Wer Rasen nur als Teppich benutzt schreit hier "Igittigitt, was krabbelt da, was zwickt mich hier?". Der Unterschied von einer Wiese zu Rasen ist so groß wie Tag und Nacht. Vorteil bei uns: es gibt keine pöbelnden Nachbarn, die sich daran stören. Die wenigen Leute, die hier mal vorbeikommen und das sehen, zeigen mit dem Finger auf uns und lästern hinter vorgehaltener Hand im Dorf oder mahnen eindringlich ihre Kinder "spiel nicht mit den Schmuddelkindern!" ;-)

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  2. Lieber georg,
    ja so ist das wenn man nur eine kleines bild sieht und nicht das ganze...
    ihr werdet mir immer sympatischer :-)
    und du hast schon recht, die brennesseln können schnell alles platt machen.
    aber nichts desto trotz finde ich das ist eine tolle pflanze die zu unrecht verteufelt wird, wie eben so vieles....
    lieber gruss von schmuddelkind zu schmuddelkind^^
    elke

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    1. Hihi, ja, liebe Elke, genau das war der Grund für den kleinen Bildausschnitt, denn wenn ich ihn größer gewählt hätte, würde garantiert irgendjemand schreiben: "Wie sieht es bei euch denn aus? Wie bei den Assis!" Du weißt, wie die Leute sind: außen hui innen pfui. Solltest du mal zufällig in der Gegend sein, so bist du ein gern gesehener Gast in dieser wilden Natur des Gartens.

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