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Sonntag, 8. Mai 2022

Über die Loser von "t-online"

5 Uhr während der Frühstückslektüre: was muss ich lachen. Die News-Seite "t-online" (hat wenig mit dem Telefonanbieter zu tun) möchte Peter Hahne canceln. Tichy berichtet darüber in einem lesenswerten Artikel von Mario Thurnes. Dem habe ich nichts hinzuzufügen - außer vielleicht die Anmerkung, dass "t-online" garantiert nicht so viele News-Interessierte anlockt, wie in den Statistiken belegt, denn jeder Mensch, der online seinen Account des gleichnamigen Internet-Dienstleisters aufsucht, und sei es nur, um seine E-Mails zu lesen, wird zwangsweise zu einem Besuch auf dieser "News-Seite" verdonnert. Dasselbe kennt man jetzt schon seit Jahrzehnten von "Yahoo", "MSN-News" oder den anderen Portalen. Die arbeiten (klüngeln) nämlich mit den großen Internetanbietern zusammen, d.h. viel Geld wird dafür bezahlt, damit ihre Webseiten die Kunden der Internetanbieter "beglücken" (und meist von ihnen genervt sofort weggeklickt werden). So gelangt man in allen Statistiken nach ganz oben, was die Besuchszahlen betrifft. Mit "echten Lesern" hat das allerdings kaum etwas zu tun. Wunderbar ist hieran auch grundsätzlich der Unterschied erkennbar von statistischen Aussagen, von deren Interpretation, zur Realität, die dann meist ganz andere Erklärungen zu bieten hat. Journalistisch relevant war "t-online" noch nie. Das wissen deren Macher natürlich ebenfalls, und damit erklärt sich, weshalb sie die Schmähkritik gegen Peter Hahne von einem unbekannten Autoren verfassen ließen (vielleicht sogar nur ein Pseudonym), denn dass dieser Schuss nach hinten losging, war angesichts des tadellosen Charakters Peter Hahnes sowieso klar. Jeder bekannte Journalist würde sich über diese Zeilen unter seinem eigenen Namen schlichtweg schämen. Mit dem Artikel wurde also eher eine (politische) Auftragsarbeit abgeliefert als Journalismus betrieben. Von wem beauftragt, das überlasse ich deiner Fantasie.

Wir leben in einer Welt, in der sich die virtuelle Realität immer weiter von der tatsächlichen Realität entfernt. Das führt so weit, dass heute Menschen Angst vor Berührungen und Nähe haben (eine existenzielle Notwendigkeit, ohne die langfristig die Psyche Schaden nimmt), reicht über die virtuelle Atomkriegsführung auf dem heimischen Sofa (die sehr schnell zu realem Tod und Elend führen kann) bis hin zur virtuellen, theoretischen Einschätzung unserer Energieversorgung (die in der faktischen Praxis mangels Strom sogar das Aus der virtuellen Welt bedeuten kann - was vielleicht begrüßenswert wäre, allerdings auch zur wirtschaftlichen Verarmung und Verelendung unseres Landes führt und daher dann als Ganzes nicht mehr so nett anzuschauen wäre). Wie dem auch sei, wenn diese beiden Wege weiter auseinanderdriften, ist der kommende Crash gewiss und eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Aber heute ist mir gar nicht nach Negativem zumute, dafür habe ich viel zu gute Laune an diesem Sonntag. Dieser heutige Eintrag ist im Grunde auch positiv gemeint, denn die Schmähschrift gegen Peter Hahne führt zum genauen Gegenteil des Beabsichtigten, und das lässt absolut berechtigte Hoffnung zu, dass die Leute am Ende dann doch nicht so verblödet sind, den Medien jeden Mist abzukaufen, um ihn nachzuplappern.

In diesem Sinne: schrammen wir doch lieber an die Katastrophen haarscharf vorbei, denn knapp vorbei, ist eben auch daneben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich erst ganz zum Schluss. Einen ebendiesen hoffnungsfrohen Sonntag wünsche ich dir, gehꞌs nett an heute - und so und überhaupt.

2 Kommentare:

  1. huhu georg,
    diese grauenhafte t-online seite habe ich schon lange abgewürgt.
    dachte auch immer dass ich sie besuchen muss um meine e-mails
    abzuholen, und dann springt einem immer zwangsläufig dieser
    "journalistische" schund ins auge.
    es geht auch anders, nämlich über das telekom-kundencenter über
    telekom.de.
    meine statistischen klicks bekommen die nicht mehr.
    vielleicht macht es mir ja der eine oder andere nach ;).
    eine schöne sonnige woche wünsch ich dir
    elke

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    1. Wollen wir mal hoffen, dass der ein oder andere sich deinem Beispiel anschließt - obwohl ich da so meine Zweifel habe, denn (ich darf jetzt nicht Klartext schreiben, sonst bekomme ich hinterher eine deftige Rüge) bei einer Bekannten beobachtete ich dieses Phänomen ebenfalls: sie rief über das News-Portal gehend ihre E-Mails ab und ich stand daneben. Als ich sie fragte, weshalb sie dies nicht direkt im Kunden-Center macht und sich damit die nervige zappelnde Blinkerei von "t-online" ersparte, lautete die Antwort in etwa, dass sie das nicht störe, da sie sowieso dort blitzschnell wegklicke. Die hier zugrunde liegende - ich nenne sie mal: "Einrichtungs- und Änderungsfaulheit" von Gewohnheiten kenne ich ebenfalls (sonst wäre ich schon lange mit meinem Weblog umgezogen) und daher befürchte ich, dass den meisten Leuten schlichtweg egal ist, ob sie mit ihren Klicks die Besuchsstatistik von "t-online" in die Höhe treiben.

      Nun, wer, wie wir beide, die Zusammenhänge kennen, die diesem Portal als eines der meistgelesenen Newsseiten attestieren, dann bleibt nur das Lachen am Ende übrig. Die Unternehmen, die ihnen dann viel Geld für Werbung bezahlen, sind es dann selber Schuld. Ich frage mich sowieso, ob denn keiner bei den Unternehmen die Werbung mit den echten Verkaufszahlen ihrer Produkte mal abgleicht. Dann würden sehr schnell solche Scheinriesen zusammenbrechen.

      Hat jetzt nichts direkt mit dem Thema zu tun, doch ist es nicht auch ziemlich ähnlich wie bei der Musk-Twitter-Hysterie? Glauben denn tatsächlich die Großunternehmen, die dem von linken Gruppen aufgerufenen Boykott nicht folgen (oder diejenigen, die ihm folgen), dass das irgendetwas an deren Umsatzzahlen ausmachen würde? Dass Leute weltweit keine Coca-Cola mehr trinken, bloß um dem woken Zeitgeist zu gefallen - also so weit reicht die Macht der links-grünen Gesellen dann doch (noch) nicht, denn Coca-Cola wird weltweit getrunken, weilꞌs den Menschen schmeckt, und das eben trotz jahrzehntelanger Anti-Cola-Kampagnen. Dass hierzulande manche Firmen scheinbar vor dem neuen Zeitgeist einknicken und Produktnamen ändern oder so etwas, das hat - meiner ganz bescheidenen Meinung nach - gar nichts mit einer Angst vor Umsatzeinbrüchen zu tun, sondern ist vielmehr jenen Verantwortlichen geschuldet, die sich ebenso diesem Justemilieu zugehörig fühlen (wollen) und durch ihre Änderungen glauben, ein politisches Zeichen zu setzen. Die Politik macht schließlich nicht Halt vor den Türen der Vostandsetagen.

      Achherrje, ich komm wieder vonet Höcksken aufet Stöcksken :-) Ich wünsche dir auch eine schöne sonnige Frühlingswoche.

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