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Montag, 22. November 2021

"Wir sind keine Nation, die sich selber lieb hat"

Das Interview des Tages. Boris Reitschuster interviewt Uwe Steimle. Herrliche Zitate folgen in der leider viel zu kurzen halben Stunde. Etwa

"Die größte Gefahr der Moderne geht nicht von der Anziehungskraft nationalistischer und rassistischer Ideologien aus, sondern dem Verlust der Wirklichkeit. Wenn der Widerstand durch Wirklichkeit fehlt, dann ist prinzipiell alles möglich." (Hannah Arendt)

"Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man die Ungeschützten zwingt, sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten nicht schützt." (Unbekannter Kommentator)

"Der Mangel an Ruhe treibt uns in die nächste Barbarei.*" Friedrich Nietzsche 

Bitteschön, mehr davon in "Zurück zum Diskurs", wahr und unterhaltsam zugleich:


* Im Original aus "Die moderne Unruhe": "Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit immer größer, so daß den Amerikanern die Bewohner Europas insgesamt sich als ruheliebende und genießende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinanderfliegen. Diese Bewegtheit wird so groß, daß die höhere Kultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch aufeinanderfolgten. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muß, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken. Doch hat schon jeder einzelne, welcher in Herz und Kopf ruhig und stetig ist, das Recht zu glauben, daß er nicht nur ein gutes Temperament, sondern eine allgemein nützliche Tugend besitze und durch die Bewahrung dieser Tugend sogar eine höhere Aufgabe erfülle."

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