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Dienstag, 23. November 2021

Staatliche Bevormundung

Vorhin hatte ich einen heutigen ausführlichen Eintrag fertig geschrieben aber kann ihn jetzt doch nicht veröffentlichen, da er - sagen wir mal sehr diplomatisch und allgemein - das Thema Illegalität und Schwarzmarkt im globalen Handel mit China zu offenherzig betraf. Der ist jetzt nämlich nicht mehr so ohne weiteres möglich bzw. würde mit viel "krimineller Energie" und "Connetctions" die Preise für einen kleinen privaten Einkauf so arg in die Höhe treiben (jeder möchte seinen Anteil daran bekommen), dass sich der Schwarzmarkt nicht mehr so einfach lohnt. Es ist ähnlich wie in den 1950er und 1960er Jahren, als der Kaffee-Schmuggel aus Holland boomte, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Landesgrenze heute die EU-Grenze ist und man nicht mehr mal ebkes 5 Kilometer ins benachbarte Holland über die Grenze tuckern kann. Er hat sich an die EU-Außengrenzen verschoben insbesondere die östlichen oder die der Schweiz. Naja, ich persönlich brauche nichts, für mich ist ein Schmuggel also sowieso uninteressant, doch was ist mit den vielen Leuten, die nicht beizeiten vorgesorgt haben?

Urlaub machen im Osten der EU ginge noch. Dann wäre es leicht möglich, mit einem netten Adrenalinschub das Abenteuer kleinerer Grenzübertritte zu erleben. So haben sich meine Großtante und die Nonnen des ehemaligen Stifts meines Geburtsdorfs damals auch gefühlt. Streng katholisch, nach hehren moralischen Grundsätzen lebend, doch für den Schmuggel von Genussmitteln ließen sie sich kein schlechtes Gewissen einreden. Von niemandem. Dreist hatten sie regelmäßig den Kaffee unter die Röcke der Nonnen versteckt. Zumal die Nazi-Zeit gerade erst vorbei war und sie nach Glaubensgrundsätzen lebten, die staatliche Gesetze eindeutig in die zweite Reihe beförderten. Jesus war schließlich auch ein Outlaw und die Katholiken kennen Verfolgung durch Übergriffigkeit diverser Staaten jahrhundertelang zur Genüge. Schmuggel lässt sich also hervorragend mit dem Glauben und der Rechtschaffenheit vereinbaren. In einem heute moralinsauren Deutschland wäre so etwas kaum noch möglich. Man schreibt darüber dann halt nicht öffentlich in den sozialen Medien - dass der Schmuggel aber nach wie vor existiert, zeigt nur, dass sich seit damals nichts wesentlich geändert hat: wenn ein Staat seine Bürger drangsaliert, finden sie immer alternative Mittel und Wege.

Okay, das klingt für "nicht informierte Kreise" doch arg kryptisch. Das Leben ist also heute schon so sehr eingeschnürt, dass ich nicht mal mehr offen über im Grunde Selbstverständlichkeiten schreiben kann. Mal abgesehen davon würde ich Stein und Bein verwetten, dass hier auf dem Land locker drei Viertel aller Diesel-Motoren der Bauern und Gärtner mit alternativen Brennstoffen betrieben werden, weshalb auch alte Diesel auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit stolze Preise erzielen. Am Scherz von Uwe Steimle im gestrigen Video (das mit dem Dieselzusatz "AdBlue") zeigt sich eine ganze Menge Wahrheit, viel mehr als auf dem ersten Blick zu erkennen sein mag.

Selbstverständlich gilt das auch für gefälschte Impfausweise, denn wer die Bürger so weit in die Ecke treibt, darf sich nicht wundern, wenn Viele kreative Umwege gehen. Was bildet sich ein Staat überhaupt ein, bis ins Persönlichste und Private seiner Bürger zu bestimmen? Ein Staat hat das Leben seiner Bürger zu verwalten, zu organisieren, indem er Regeln und Gesetze einführt, die Gleichheit schaffen und den Austausch fördern, die das Treiben in geregelte Bahnen lenkt - nicht aber das Treiben, also das Leben, seiner Bürger vorschreibt. Ein Staat ist zuallererst ein Service der Bürger verwaltungstechnischer Natur und eben keine Obrigkeit einer wie auch immer gearteten Sklaverei. Das Leben erwachsener Bürger ist kein Kindergarten, für den es Nannys bedarf. Und Moral hat im Staat schon gar nichts verloren, sie ist einzig den Bürgern überlassen. Das wird heute leider nicht mehr so gesehen, viele Leute wollen lieber brave Kinder sein und sehnen sich nach Belobigung und dem Tätscheln des Kopfes durch den Vater oder die Mutter Staat. Sie machen sich also freiwillig klein. Wie erbärmlich eigentlich.

Einen selbstbestimmten angenehmen Dienstag wünsche ich dir.

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