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Montag, 22. November 2021

Eigentherapie

Ein Tag ist verschütt gegangen. Wie kannꞌs? Es kündigte sich schon in der vergangenen Woche an: mal wieder Schlafprobleme. Eine Woche konnte ich kaum schlafen. Die Müdigkeit verflog augenblicklich, sobald mein Luxuskörper sich in die Waagerechte des Bettchens begab. Während der Arbeit waren kurze 10-minütige Powernappings kein Problem und sorgten im Anschluss jeweils für stundenlange Munterkeit. Zu Hause dasselbe auf dem Drehsessel. Also legte ich selber an den Schlaf-Wach-Rhythmus Hand an und machte vorgestern bewusst durch, was knapp 72 Stunden Wachsein bis auf kurze, nicht kontrollierbare Powernappingsphasen bedeutete, ohne Internet wohlgemerkt, die dann zur körperlichen Übermüdung über die biologischen Grenzen des Machbaren hinaus führte. In diesem Fall kann das Gehirn noch so aktiv sein und sich sämtlichen Schlaf im Bett verweigern wollen, als Teil des Körpers schließt es sich spätestens dann dem körpereigenen Notfallprotokoll einer beginnenden Bewusstlosigkeit an. Resultat: echte 14 Stunden durchgehend und traumloser Schlaf im Bett. Da kommst du dir beim Erwachen tatsächlich vor wie beim Ausstieg aus einer Zeitmaschine. Der Blick aus dem Fenster nutzt als Orientierungshilfe zu dieser winterlichen Jahreszeit nichts (so muss es wohl den Nordländern ergehen), genauso wenig der Blick auf die analogen Ziffernblätter der Uhren. Die Antwort auf die Frage, welcher Tag ist heute?, kann definitiv nicht klar gegeben werden. Sie muss recherchiert werden *lach*.

Nun denn, gleich werde ich erst mal in Ruhe frühstücken, endlich an einem "echten Morgen". Des weiteren bin ich jetzt putzmunter und fühle ich mich so enorm überschätzt bärenstark, dass ich mir für nach dem Frühstück ein gigantisches Putz- und Reinigungsprogramm für die Wohnung freiwillig vorgenommen habe (wobei das Gehirn bereits kräftig in geöffneten Hintergrundprozessen nach Alternativereignissen sucht).

Zwei Tage sind spurlos an mir vorbeigegangen, ich habe momentan noch keine Ahnung, ob und wenn was in der Welt geschehen sein mag. Nun, die Erde dreht sich mit oder ohne dich wie eh und je. Früher wusste man ohne derartige Reisen in der Zeitmaschine auch nicht, welche "wichtigen Personen" gerade was geäußert hatten (Twitter & Co. gabꞌs ja noch nicht). Und ob in China der sprichwörtliche Sack Reis umgefallen war, erfuhr man sowieso erst mit ein paar Tagen Verzögerung. Insofern ist die "Heilung" einer (ich weiß nicht, als was ich es bezeichnen soll und nenne es daher grob) "nervösen Unruhe" durch gewissermaßen einen Ausritt aus der Realität eigentlich eher ein Back to the Roots als irgendetwas anderes, für das korrupte Ärzte garantiert irgendwelche chemischen Pillen auf Lager hätten. Es handelt sich quasi um eine Selbstheilung - allerdings, und das erwähne ich ausdrücklich: dafür muss man auch die äußeren Umstände besitzen, ich meine, in einem Haushalt, in dem mehrere Personen leben oder in einer Wohnung, in der das Tagesgeschehen von draußen akustisch zu einem vordringt, oder in einem Beruf, in dem man 24/7 eingebunden ist oder in einer Timeline, in der etliche anstehende Termine mahnen, lässt sich so ohne weiteres natürlich nicht derart vorgehen. Selbst ein Urlaub wäre zu schade, einfach so zwei Tage auszuschneiden. Also die Bedingungen bzw. Möglichkeiten muss man sich schon individuell schaffen, ansonsten gehtꞌs einfach so lange weiter mit der nervösen Unruhe, biss dass echte körperliche oder seelische Schäden entstehen.

Wie dem auch sei, nun bin ich wieder da in der realen Welt. Einen guten Morgen wünsche ich dir.

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