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Donnerstag, 7. Oktober 2021

Knickerinflation

So, die Ausbeute an Natur-Deko-Grundzutaten der letzten Nacht liegt unten (Maisonette) und trocknet. Jetzt müssen erst mal morgen die Murmeln ankommen. Knicker hießen die früher bei uns. Als Kind war man reich mit ein, zwei Dutzend von ihnen und hatte Sorge, sie im Spiel zu verlieren - andererseits konnte man nur den Reichtum mehren durch Gewinne im Spiel. Knicker, die erste Währung meiner Kindheit. Heute bekommt man ein Kilogramm für 5 Euro und weniger. Guck an, sparen hätte auch damals nichts gebracht, die Knickerinflation hat allen Wert aufgefressen.

Was ich mit zwei Kilo Knicker will, wenn ich doch nur ein paar einzelne brauche? Neureich sein, wat sonsꞌ! Nene, mich besucht mittlerweile immer öfter meine fünfjährige Großnichte, K. Selbstständig macht sie das und entdeckt zum ersten Mal ihr Umfeld im selben Haus. Sie ist richtig stolz, wenn ich mal früh abends zu Hause bin, die Tür öffne und sie zielgerichtet von alleine die Schublade mit dem Bastelkram öffnet, um das Nötige hervorzuholen, denn wir basteln dann ein wenig (Kette mit Holzperlen und Dekogedöns). Sie darf, bis sie in die Schule kommt, grundsätzlich und überall an keinen Rechner und auch nicht an sonstiges elektronisches Spielzeug. Ob das richtig ist, kann ich nicht sagen. Es gibt bei diesem Thema etliche Für und Wider. Was ich davon halte (wie gesagt, ich weiß es gar nicht), ist aber eh unerheblich, denn es ist einfach so, Mama ist Chefin und ich muss es akzeptieren. Öffentlich könnte ich kleinere Regelverstöße sowieso nicht erwähnen (also ich meine, falls es die rein theoretisch geben würde, isꞌ klar, nicht wahr?). Jedenfalls werde ich mit K. dann demnächst etwas knickern und dabei wenige Murmeln, mengenmäßig stets schön knapp gehalten, wie kostbare Perlen behandeln. Mal schaun, ob sie dann von Zeit zu Zeit mächtig wertvolle Gewinne einstreichen kann.

Und jetzt gleich muss ich wieder zur Post ein nachzuverzollendes Chinapäckchen abholen. Nix Besonderes, nix Wertvolles, nix Teures, nur ein paar Mini-Dvarws und Evod-Akkuträger, die sage und schreibe sieben Monate lang unterwegs gewesen waren und die ich eigentlich schon abgeschrieben hatte - aber für 6,33 Euro Zoll und 3 Euro Gebühren kommt's dann doch. Der Staat braucht Geld. Das kann man ihm allerdings seit Corona nicht mehr beim Postboten vor Ort bezahlen. Deshalb bin ich nu' auch schon wieder fort. Einen schönen Donnerstag wünsche ich dir.

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