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Montag, 13. September 2021

Teleskopständer für den Dremel

Ein Foto ganz unten. Erstmal die Einleitung :-) Wenn ich von "Dremel" schreibe, meine ich keinen teuren Original-US-Dremel, sondern einen von den hunderten China-Kopien, deren Qualität für den privaten Bastelbereich völlig genügt. Der Begriff "Dremel" (auch "dremeln") hat sich halt wie "Tempotücher", "Tesafilm", "Tupperdose" und als neuster Begriff "googeln" in die Sprache eingebürgert. Die chinesischen Geräte (zumindest das, was ich schon länger in Gebrauch habe) sind sicher und qualitativ wertig, ihr Zubehör ist allerdings das schlechteste, was du dir vorstellen kannst. Für wenige Cent oder Euro kann man aber hochwertiges Zubehör namhafter Produzenten hinzukaufen. Bürsten oder polieren funktioniert zum Beispiel nur mit diesen separat gekauften Bürsten. Die beigelegten China-Borsten lösen sich schon nach 5 Minuten auf und zerfleddern regelrecht. Teure Bürsten (1 Euro = teuer) kannst du 100 mal und öfter benutzen und siehst kaum Verschleiß an ihnen (es kommt natürlich immer darauf an, was man wie bearbeitet, isꞌ klar).

Damit ich nicht immer den Dremel hin- und herschleppen muss, habe ich gleich zwei von ihnen im Einsatz: einen im Bad (ein kleiner Akku betriebener), mit dem ich den Zahnersatz reinige (niedrigste Drehzahl, Topfbürste), den anderen benutze ich am Basteltisch. Es gibt, glaube ich, keinen Basteltag, an dem der Dremel nicht zum Einsatz käme. Die Möglichkeiten der Anwendung sind einfach unglaublich vielseitig.

Seit letzter Woche nutze ich nun eine tolle Verlängerung, eine Welle, bei der man nicht mehr das schwere Gerät in Händen halten muss, sondern die Spitze wie einen Kugelschreiber hält, was viel mehr Gefühl besonders bei kleinen Arbeiten ermöglicht. Wenn mit der Verlängerung allerdings der Dremel auf dem Tisch liegt, macht er unangenehmen Krach durch die Vibration. Außerdem nimmt er Platz auf dem Tisch weg. Also hatte ich mir die Tage auf Arbeit ganze Nächte lang den Kopf darüber zerbrochen, wie das zu optimieren wäre.

Die erste Idee war ein Infusionsständer. Das ist eigentlich sogar die Königs-Idee. Er wäre flexibel zu platzieren und nähme keinen Raum auf dem Tisch weg. Aber dann sah ich, was so ein Infusionsständer kostet: für ein Rohr auf Rollen wird 100 Euro und mehr verlangt. Absurd!

Idee Nummer zwei wäre eine Aufhängung an der Decke mit einer herunterziehbaren Konstruktion wie etwa bei modischen Lampen der 80er und 90er Jahre. Auf die Idee brachte mich ein nachtarbeitender Kollege (einer Fremdfirma, sagen wirꞌs mal so, um die Realität doch so anonym wie möglich zu halten). Alternativ sprachen wir über TV-Halterungen aller Art, die prinzipiell auch möglich wären - wenn, ja, wenn da nicht die gigantische Dachschräge genau über den Basteltisch wäre. Das ginge zwar irgendwie, doch der Aufwand  einer ordentlichen Befestigung ist mir zu hoch, zudem sähe es merkwürdig aus, finde ich. Auch wäre so etwas absolut unflexibel, ich könnte den Ort nie mehr wechseln.

Alle weiteren Ideen kämen nicht ohne Standfuß auf dem Tisch aus, was zur Not zwar ebenfalls möglich wäre, doch die Inanspruchnahme von Platz im Arbeitsbereich wollte ich ja gerade vermeiden. Es gibt aber am Tisch einfach mit einer Schraubzwinge zu montierende Teleskopständer. Deren Kosten liegen allerdings auch um die 20 bis 50 Euro, kosten also mehr als ein China-Dremel.

Dann entdeckte ich ein einziges Gerät, also einen China-Dremel, in dessen Zubehör ein solcher Teleskopständer bereits vorhanden ist. Und jetzt kommtꞌs: das Gerät mitsamt einer zweiten Welle und Ständer kostet nur knapp 25 Euro. Wobei dieser Billig-Dremel tatsächlich einen ebensolchen vernünftigen Ersteindruck macht wie meine vorhandene gute China-Kopie. Es muss nun die Zeit erweisen, ob seine Qualität letztendlich dem gerecht wird. Jedenfalls besitze ich nun zwei große mit Netzstrom betriebene und einen kleinen Akku-Dremel. Alle drei kosten zusammen in etwa so viel wie ein einziger Original-Dremel mittlerer Leistungsklasse.

Achso, falls du fragst, weshalb ich den Ständer nicht weiter und unauffälliger im hinteren Bereich am Tisch geschraubt habe, das ist nämlich so: die Welle der Verlängerung sollte möglichst gerade gehalten werden. Als Rechtshänder würde ein links angebrachter Dremel aber zu einer engen Schlaufe der Welle führen, andererseits ein auf der rechten Seite montierter Ständer verhindert genau das und ermöglicht ein relativ gerades Halten der Welle.

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