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Dienstag, 20. Juli 2021

Erschreckende Parallelen

Was braucht es noch, um zu erkennen: die Regierung hat fertig? 4 Tage vor der Flut warnte das European Flood Awareness System (EFAS) die Behörden und die Regierung, 3 Tage vor der Flut warnte Jörg Kachelmann, 2 Tage davor der Deutsche Wetterdienst sowie nochmal das EFAS eindringlicher. Nichts geschah. Dann braucht man auch keine Warnsysteme. Merkel befindet sich derzeit nicht im Lande, steht den Flutopfern nicht bei, sondern nimmt in den USA eine weitere Ehrendoktorwürde in Empfang. Was könnte eine Landeschefin mehr tun, ihre Gleichgültigkeit zu demonstrieren?

Es gibt weder in den Medien, noch in der Bevölkerung besondere Empörung, im Gegenteil, eine unheimliche Gleichmut macht sich zusehends breit, eine schreiende Stille im wortwörtlichen Sinne. Doch wer könnte es besser machen? Die Grünen? Ein Schweizer Grüner fordert gerade die Markierungspflicht für Ungeimpfte und findet dafür täglich mehr Unterstützung aus links-grünen Kreisen. Oha! Dann lieber doch nicht die Grünen, deren Totalitarismus ziemlich an vergangene Bewegungen erinnert, mit denen das Volk und die Welt, genau wie heute, am deutschen Wesen genesen sollte.
 
Vielleicht die Sozialisten, die Linke Deutschlands? Oh, erinnerst du dich noch an die getürkte, da rückgängig gemachte Thüringen-Wahl? Hoch und heilig wurde versprochen, im April diesen Jahres Neuwahlen abzuhalten. Corona machte einen Strich durch die Rechnung, die Wahl wurde mehrfach aufgeschoben und sollte nun gemeinsam im September mit der Bundestagswahl stattfinden. Nö, auch das ist nun abgesagt worden, es findet gar keine Neuwahl mehr statt. Wiedermal regiert ein Linker ohne demokratische Legitimation im Land. Beängstigend, finde ich, doch es stört weder Medien, Politik, noch kaum einen Menschen.

Diese Gleichgültigkeit wird sich womöglich fortsetzen, wenn selbst die Bundestagswahl ausfallen sollte. Wir sind live dabei, wir erleben das Ende der Demokratie und den Beginn einer Pseudo-Demokratie, in der nicht mehr persönliche Wahlen, sondern Umfragen und Computermodelle den Schein eines demokratischen Landes zu wahren versuchen.

Klingt alles sehr abgehoben, nicht wahr? Vielleicht zu abstrakt oder wer weiß wie auch immer. "Und?", fragt sich so mancher Zeitgenosse, "ist ja alles schön und gut, doch was könnte man dagegen tun?" Und da bin ich, wie jeder andere auch, natürlich am Ende des Lateins. Zustandsbeschreibungen sind das eine, eine wirkliche Antwort hat niemand parat. Nur Ideen, theoretische Konstrukte, Ideologien oder Religionen. Der Leader of the Gang wird ersehnt, um eigene Anstrengungen im Denken und Handeln zu vermeiden. Apathisch sitzen die meisten vor den Monitoren oder Displays, lesen die täglichen News und hoffen, dass sich bald jemand findet, der alles wieder in Ordnung bringt. Ohne sich selber dabei bewegen zu müssen, ohne auch noch den letzten Rest der Vertrautheit des persönlichen Alltags zu verlieren, denn an diesen letzten Rest will man sich fest klammern, sonst wäre alles verloren. Eher den Lügnern und Gauklern folgen, als der Wahrheit ins Gesicht blicken zu müssen. Hochinteressantes zum Thema "Lügen" las ich neulich von Sönke Paulsen. Doch egal, wie manꞌs dreht und wendet, die Geschicke wirst weder du, noch ich beeinflussen können.

Das könnte man als Plädoyer für die Resignation missverstehen; wozu überhaupt noch Wahlen? Das Gelernte kann sowieso grundsätzlich nicht über mehrere Generationen weitergegeben werden, alle zwei, drei Generationen wird jede Erfahrung neu gemacht. Von daher ist es nicht falsch, wenn jemand sagt, zuerst müsse alles kaputt gehen, müssten die Leute auf die Nase fallen, eh sie begreifen. Danach hat man dann für einige Generationen wieder Ruhe. "Keine Experimente!" wirkte nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs gut, 75 Jahre später wird selbst die dämlichste App als grandiose Innovation gefeiert und eine die Fingernägel kauende psychisch gestörte, zitternde Frau, die frei sprechend nicht mal zwei Sätze zustande bringt, wird als Leaderin of the Gang gefeiert. Es kommt mir immer öfter die filmische Umsetzung der Gesellschaft aus "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" in den Sinn. Obwohl ich sie anfangs als zu übertrieben dargestellt ablehnte, erkenne ich mehr und mehr die Genialität und Weitsicht, die in diesen Bildern steckt. Ja, ich muss mein negatives Filmurteil von vor ein paar Jahren revidieren. Bei allem Hollywood-Kitsch steckt in diesem Streifen eine Menge Wahrheit. Mehr als vielleicht zumutbar wäre, es ist ein ungemütliches Stück filmischer Zeitgeschichte.

Heute ist arbeitsfrei, vielleicht schaue ich mir diese Nacht noch einmal die Trilogie an. Einfach nur, um aus einem neuen Blickwinkel einer sich bereits weit veränderten Gesellschaft den Film neu zu beurteilen.

2 Kommentare:

  1. Rumänienreise beendet?
    Ich kann zu alledem auch nur den Wackeldackel machen. Egal was wir wählen, wir werden wohl den #Lashit bekommen.
    Meine Stimme gebe ich den "Freien Wählern", in der Hoffnung, dass sie in den Bundestag einziehen. Der Vorsitzende Aiwanger ist hier bereits im Bayerischen Kabinett. Sprachlich kommt er als Gscherter ziemlich dimpflig daher, aber er ist ganz in Ordnung.
    Soweit man das von einem Politiker sagen kann ;-)

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    1. Jep, die Reise ist zu Ende. Ich lass das obere Banner mal noch ein paar Wochen stehen, oder stört es?

      Tja, liebe Barbara, da seid ihr in der glücklichen Lage, mit den freien Wählern in Bayern wenigstens eine einigermaßen alternative Partei zu haben, die etwas zu sagen hat und mitregiert. Doch im Bund, fürchte ich, wird sie unter ferner liefen gelistet werden. Wobei ich mir überlegt habe, ob "Die Basis" nicht meine Stimme bekommt. Aber egal welche Partei, sie wird im Bund ein Splitterdasein fristen. Selbst wenn theoretisch die AFD als einzige im Bundestag vertretene Opposition 30 oder mehr Prozent erhielte, wird sie nichts zu sagen haben, da sämtliche anderen Parteien dann eine "Deutschland-Koalition" eingehen würden. Zu groß ist bei deren Abgeordneten die Angst, ihr Einkommen zu verlieren, da paktieren sie lieber gewissenlos mit allen anderen. Und wenn - wieder rein theoretisch - die AFD sogar die Mehrheit stellen würde, wird sie blitzschnell verboten werden. Eine wirkliche Änderung der Parteienlandschaft und der Machtverhältnisse ist nicht möglich.

      Doch für das eigene Gewissen sind die kleinen einflusslosen Parteien trotzdem wichtig, denn ich würde mir eine Nichtwahl niemals verzeihen. So können wir uns immer sagen, dass die Politik im Lande nicht mit unserer Zustimmung betrieben wird, das finde ich schon nicht unwichtig fürs eigene Selbstwertgefühl.

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