Donnerstag, 10. Juni 2021

Serientipp: "City on a Hill"

Letzte Nacht hatte ich nur die Hälfte der 2. Staffel "City on a Hill" geschafft, die restlichen 4 Folgen bleiben somit für die nächsten 4 Tage übrig als Entspannung nach dem Heimkommen zum Abendessen. Die einzelnen Episoden sind wieder (genau wie die 1. Staffel) inhaltlich extrem vollgepackt, einmal 10 Minuten ohne Aufmerksamkeit, schon verlierst du den Faden. Und sie sind ebenso perfekt abgedreht worden aber eben auch ohne ein gewisses Etwas. Also alles ist gut, und würde ich nicht etliche Spielfilme und Serien desselben Inhalts kennen, wäre "City on a Hill" auch etwas Besonderes, aber die Serie ist beinahe schon zu routiniert geschrieben und gespielt, daher vorhersehbar und ohne jede Überraschung. 7 von 10 Punkte.

Inneres Ich: "Dir kann man aber gar nichts recht machen. Wenn nicht schlecht, ist es zu gut. So etwas nennt sich sprudelnder Negativismus, mein lieber Georg, immerzu nörgeln, stets einen negativen Punkt besonders betonen, statt einen positiven zu loben."

Huch, heut Morgen krieg ich aber die Leviten gelesen vom inneren Zampano. Na, da will ich mal besser einer Diskussion aus dem Wege gehen und ins Bettchen hüpfen. Diskussion nennt man heute ja Hass-Speach und ein leidenschaftlicher Disput heißt poltern oder wüten. Alles abseits der trüben Konzens-Soße wird als schwierig, fragwürdig oder verstörend bezeichnet - und wie es der Zufall will, spielt "City on a Hill" exakt zu jener Zeit in den USA, als der Wertewandel einsetzte, der das wirkliche schlimme Patriarchat durch eine Überbetonung des Feminismus und eines Nanny-Staats ersetzte. Das Thema Rassismus spielt natürlich auch eine große Rolle, doch das tutꞌs immer in den USA (was bei uns der Nazi-Vorwurf, ist in den USA der Rassist). Es wurde zu jener Zeit damit begonnen, in den Behörden und bei der Polizei die alten männlichen Seilschaften aufzulösen, aber trotz bester Absichten ist damit im Grunde nur die Korruption von der einen zur anderen Seite verschoben worden. Anfang der 1990er Jahre spielt die Serie. Damals brauchten gesellschaftliche Entwicklungen in den USA noch locker 10 Jahre, bevor sie sich auch in Europa durchsetzten, zumal wir in diesem Jahrzehnt mit uns selber beschäftigt waren ("Wiedervereinigung", Niedergang der Sowjetunion bei gleichzeitigem Claim-Abstecken des Westens immer weiter in den Osten hinein und nicht zuletzt durch Deutschlands Teilnahme am 1. Krieg seit Hitler, möglich gemacht durch die Grünen, die sich unter Schröder von der Pazifismus-Partei zu Kriegstreibern verwandelt hatten). Heute geschehen gesellschaftliche Veränderungen viel schneller, manchmal verlaufen sie bereits synchron. Die Serie ist also auch zeitgeschichtlich höchst interessant. Ein sozio-kulturelles Kaleidoskop des Wandels.

Inneres Ich: "Ein was?"

Schon gut, zeitgeschichtlich istꞌs nu' Zeit fürs Bett. Gut' Nacht.

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