.

.

Donnerstag, 7. Januar 2021

Bettenbelegung, R-Wert, Inzidenz

Ganz nebenbei verweist das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht stets aufs DIVI-Register, in dem schwarz auf weiß von Woche zu Woche folgendes zu lesen ist:


Ob mit oder ohne Corona, die Belegung der Intensivbetten ist ohne Veränderung gleich aber die Bettenzahl nimmt kontinuierlich ab.

Was? Während der Jahrhundertpandemie nimmt die Bettenzahl ab?

Nicht nur sie, allein im letzten Jahr wurden deutschlandweit 20 Krankenhäuser geschlossen (nach 47 im Jahre 2019). Damit lässt sich prima Politik machen. Nur mal ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: wenn von 100 Betten 50 belegt sind, gibt es 50 % Auslastung der Betten. Kürzt man die Bettenzahl um 25, also auf 75, so sind die 50 belegten Betten bereits 66 %. Die Hälfte verwandelt sich wie durch Zauberhand in zwei Drittel - trotz derselben Anzahl von 50 Belegungen. So funktionieren die Zahlentricks um Corona.

Bei einer Fehlerquote des PCR-Tests von nur 0,1 % (wieder nur mal angenommen, die Fehlerquote liegt deutlich höher) werden bei 100.000 getesteten gesunden Menschen immer 100 falsch positive herauskommen - 100 entspricht der Inzidenz. Die Inzidenz ist also eine politische Größe, die mit der Menge der Tests munter hoch oder herunter gesteuert werden kann.

Im Frühjahr galt der R-Wert (Reproduktionsrate) als Maß aller Dinge, an das die Maßnahmen geknüpft wurden. Alles unter 1 galt als gut und Maßnahmen waren nicht nötig. Heute liegt er bei 0,61 bzw. 0,83. Im Frühjahr hätte genau das zum Ende des Lockdowns geführt.

 
Heute ist der Inzidenz-Wert an die Stelle des R-Wertes gerückt und wird ohne jede Relation von Politik und Medien verwendet. Das liegt aber nicht mehr in Verantwortung des RKIs (übrigens ist das RKI kein wissenschaftliches Institut, sondern eine Bundesbehörde, deren Chef als Beamter weisungsgebunden ist). Prof. Lothar Wieler sagte genau das ausdrücklich in einem Gespräch mit Boris Reitschuster:

"Ich fragte ihn auch noch nach der Kritik am Inzidenzwert, der ja momentan mit entscheidend ist für die Corona-Maßnahmen. Kritiker bemängeln ja, durch die Erhöhung oder Verringerung der Testzahl könne dieser Inzidenzwert beliebig in die eine oder andere Richtung gebracht werden. Wieler entgegnete, in den öffentlichen Daten des RKI könne man auch die Anzahl der Tests nachlesen und somit die Inzidenzwerte ins Verhältnis zu den Tests setzen. Auf den Hinweis, in den Medien würde dies aber nicht so dargestellt, antwortete Wieler sinngemäß, das RKI könne die Daten nur anbieten, aber nicht bestimmen, wer sie wie verwendet." (Hervorhebung von mir).

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Du kannst nur aktuelle Einträge kommentieren, die nicht älter als 30 Tage sind.