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Dienstag, 30. Juni 2020

Gesellschftlich über den Tellerrand blicken

Ein sehr lesenswerter Artikel, den Roland Tichy hier verfasst hat. Endlich wird mehr und mehr damit begonnen, die Zusammenhänge der gesellschaftlichen Ausuferungen seit 2005, seit der Großen Koalition zu suchen. Von ihr ist in dem Artikel zwar gar nicht die Rede (anscheinend sehe bisher nur ich die GroKo als Grund dafür - aber vielleicht ist es die GroKo ja auch nicht, sondern sie ist vielmehr eine erste wirkliche Auswirkung der Verwerfungen), doch andere Zusammenhänge, die m.E. in dieselbe Richtung gehen, werden deutlich und ausführlich in dem Artikel besprochen. Wenn es weder Kriege für uns mehr gibt, noch Religionen oder Ideologien (von all dem hatten wir mehr als genug, diese Themen ziehen heute einfach nicht mehr), dann wird einfach Neues erfunden - und sei es den Club der selben Augenfarben-Inhaber. Nichts ist zu naiv und zu blöde, als dass es heute nicht zum Zwecke einer Identiätspolitik und Intersekionalität benutzt werden könnte. Und genau der Blick auf diese Zusammenhänge der gesellschaftlichen Entwicklungen zeigt ein neues Denken, das eben auch in Tichys Artikel klar zum Ausdruck kommt und sie besser zu verstehen hilft. Allein es fehlt die Konsequenz der Benennung der Ziele, wohin diese Reise führen wird.

Am Ende dieser Entwicklungen braucht niemand mehr überhaupt irgendwelche intellektuellen Rechtfertigungen für sein Handeln, denn es geht eigentlich nur um das Zerstören  (Scheidemann: "Das Alte, das Morsche ist zusammengebrochen ..."). Es ist die reinste Biologie des Menschen ohne vorgeschobene Begründung mehr, hinter die man sich so schön verstecken kann. Macht bzw. Machtanspruch in seiner ursprünglichsten Form.

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