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Donnerstag, 19. März 2020

Rapport

14 Zähne wurden innerhalb von 1,5 Stunden gezogen, 7 oben und 7 unten. Provisorium auf die Wunden gedrückt, dies müsse so sein, wurde ich belehrt. Momentan kann ich gar nicht richtig lokalisieren, welcher Schmerz der unangenehmste ist, der gesamte Mundraum fühlt sich matschig und blutig an. So wird man sich wohl fühlen, wenn einem die Zähne ausgeschlagen wurden. Nicht lustig!

Aber Schmerzen? Beim Ziehen nichts. Schlimme Situation, das schon, Knacken und Krachen als wenn Knochen brechen (was sie teilweise auch taten). Die nette humorvolle Zahnärztin brabbelt in sich hinein: "oh, das müssen wir hebeln - hier nähen wir ein bisschen ... lalalala" summt sie ein Liedchen dabei. Muss man sich mal vorstellen! Aber gegen gute Laune bei der Arbeitsroutine ist nichts einzuwenden, im Gegenteil, wer seine Arbeit gerne verrichtet, macht sie auch gut.

Gottlob war für mich der heutige Morgen mein persönlicher Abend. Ich kam aus der Nachtschicht. Danach fiel ich zu Hause in eine fünfstündige Bewusstlosigkeit eines fiebrigen Schlafs mit Schüttelfrostattakken. Bis jetzt brauche ich noch keine Schmerzmittel. Die Wunden tun natürlich weh, das ist ja klar, aber es ist nichts im Vergleich mit meinem ersten und einzigen Gichtanfall 2013. Wer einmal unbehandelt zwei Tage und Nächte lang einen akuten Gichtanfall erlitten hat, über den Boden zur Toilette robbte, da die geringste Bewegung des dicken Zehs Höllenqualen verursachten, dem schockieren kaum andere Schmerzen mehr. Ist kein Pseudo-Heldentum, ist einfach so. Auch Schmerz ist relativ.

Noch kann ich nichts beißen, kaum trinken, die wattierte Taubheit im Gesicht ist gerade mal ein paar Stunden verschwunden, aber rein optisch sieht das Provisorium bereits tausend Mal besser aus als der Mund mit den abgebrochenen Zähnen. Und es blutet nicht mehr.

Also, reicht das als Rapport für heute? ;-) Der nächste Nachseh-Termin ist Montagmorgen.

Kommentare:

  1. Wünsche dir möglichst schmerzfreie Tage!
    Frage mich, wie du in deinem Alter zu so schlechter Zahnsubstanz gekommen bist.
    Die Zahnärzte heute ziehen ganz sanft, das sind keine Reisser mehr.
    Trotzdem, bei Schmerzen solltest du was einwerfen, ist sonst zusätzlicher Stress für den Körper.
    Alles Gute😊

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    1. Jahrzehntelanges Kopf-In-Den-Sand-Stecken bei genetischer Kurzlebigkeit der Zähne. Nun ja, es ist letztlich schnell erklärt und ich weiß, dass ich es selber Schuld bin.

      Im Moment fühle ich mich ein wenig "coronitär" - also ein subjektiver Eindruck von Fieber, leichte Schüttelfrost-Anfälle, allgemeines Unwohlsein im Sinne einer herannahenden Grippe - all das ist aber der Zahn-OP geschuldet, denn es sind ja nicht nur die Wunden durchs Ziehen entstanden, nein es müssen diverse Hämatome durchs Aufreißen meines Mundes hinzugekommen sein ich fühle mich, als ob ich ein paar ordentlich in die Fresse bekommen hätte, um es in krassen Worten zu verdeutlichen :-)

      Inklusive heute habe ich die nächsten beiden Nächte dienstfrei. Allerdings Essen geht kaum, nein, eigentlich gar nicht! Das wird wohl noch ein paar Tage oder Wochen so bleiben. Naja, ist auch nicht wirklich schlimm, da ich mittlerweile wieder einige Kilo zu viel mit mir herumschleppe. Sprechen geht aber prima zu 99,5 % wie vorher :-) Die Ch-Laute wollen neu geübt werden.

      Die Wundheilung sowie die Kieferrückbildung wird ca. ein halbes Jahr dauern: erst danach wird der teure Zahnersatz angefertigt und auf die teilweise am Knochen bereits heute als "Rohbau" gestalteten Fundamente gesetzt. Dazu bedarf es wie beim Bau aber noch viele detaillierte Ausarbeitungen.

      Ein halbes Jahr schlecht essen? Wie gut, dass meine Lieblingsspeisen Dosen-Ravioli, Schokolade, Würstlis und Weizenbrot sind, nicht wahr :-) Ich werde nachher mal meinen Stabmixer nach Jahren der Untätigkeit aus seiner Lethargie wecken und ein klein wenig mit dem Pürieren beginnen ...

      Achso: E-Dampfen geht supergut, schmeckt wie eh und je :-)

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