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Donnerstag, 7. November 2019

Licht und Schatten - für jeden etwas dabei

Es ist mal wieder so weit, eine Generation Zuschauer hat die Kino- und Filmwelt durchlaufen und heute steht die nächste der jungen Cineasten an. Zeit also für Wiederholungen und Neuauflagen: "Krieg der Welten" geht in seine x-te Runde gefolgt von "The War of the Worlds" und Roland Emmerich darf endlich auch ein neues Desaster verfilmen ("Midway - Für die Freiheit"). Mich faszinierte in jungen Jahren natürlich genauso die komplette Rundum-Zerstörung von allem und jedem. Plattmachen, Chaos, Krieg, Ausnahmesituationen, Existenznotstände, ja, das begeistert, wenn man innerhalb fertiger Strukturen aufgewachsen ist. Erst ab der dritten oder vierten Wiederholung führt dieser Trash dann zu gähnender Langeweile.

Alles wie gehabt also, damit könnte ich abschließen, doch wenn die Serie "Krieg der Welten" H.G. Wells Vermächtnis geradezu verhunzt aber die Kritik diese B-Serie auch noch überschwänglich lobt, dann hat sich etwas verändert. Und ja, der magische Begriff, der geradezu vollumfänglich diese Merkwürdigkeit erklärt, fällt bereits in jeder zweiten Rezension: Klimawandel. Mit einem Mal wird ein B-Movie fürs Feuilleton allein deswegen interessant, weil man ihn benutzen kann für andere Ziele. Du bist nun vorgewarnt, die Serie wird nicht besser, allein da sie edle Intentionen verfolgt (das macht sie gar nicht, sie werden da nur hinein interpretiert). Die dümmsten vorstellbaren Dialoge, die billigste technische Ausstattung, schauspielerische Leistungen, die an eine Schulaufführung erinnern - schlimmer geht nimmer, 1 von 10 Punkte erhält diese neue Serie.

Schlimmer geht nimmer? Die Jugendserie "Dickinson", die das Leben Emily Dickinsons im 19. Jahrhundert in je 20-minütigen Episödchen nachzeichnet, kommt mit Text daher wie: "Was geht ab, Bro?" "Ich chill hier nur.", während im Hintergrund dämlicher Rap erklingt. Jaja, ich weiß, es ist eine Jugendserie. Sollte sie wider Erwarten aber erfolgreich sein, so wäre die Frage zu beantworten, ob diese Serie die Jugend verdummt hat oder ob der umgekehrte Fall eingetreten ist, nämlich dass eine solche Serie lediglich ihr Spiegelbild darstellt.

Es gibt aber auch Erfreuliches vom Serienmarkt zu berichten. Neben dem Highlight "For all Mankind" (10 von 10 Punkte) hat "Apple-TV" ebenfalls mit "The Morning-Show" eine weitere hervorragende Serie produziert, deren drei Start-Episoden von meiner Wenigkeit mit 8 von 10 Punkten = sehr gut bewertet werden (die Kominsky-Methode beginne ich erst morgen oder übermorgen, liebe Barbara).

So, einen schönen Tag wünsche ich weiterhin.

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