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Dienstag, 10. September 2019

Erholung

"The Terror", Staffel 2, eigentlich eine vollkommen neue Serie, die gar nichts mit der hervorragenden 10-Punkte 1. Staffel zu tun hat, wird von der Kritik geradezu überschwänglich gelobt (ich erwähnte es bereits). Nachdem nun vier Episoden verfügbar sind, habe ich mich der Serie angenommen (wie man so schön sagen kann). Nach der 3. Folge ist Schluss: langatmig, langweilig, historisch durch eine moderne Brille betrachtet und daher zumindest unseriös und, wie ich finde, ziemlich belanglos. Ihr mystischer Anteil oder ihr Horror-Teil ist albern. Vielleicht wäre er für eine Teenie-Serie geeignet, doch ich glaube (hoffe), nicht einmal Teenager sind so dämlich, daran Gefallen zu finden. Persönliche Bewertung: Einen von 10 Punkten.

"The Spy": Hochspannend und grandios gespielt. Ein Agenten-Thriller, in dem neben der Hauptfigur auch sein persönliches Umfeld Beachtung findet. "The Spy" ist so gut, dass ich hier und jetzt von den sechs Episoden absolut nichts verraten möchte. Persönliche Bewertung: 9 von 10 Punkten (Bestnote).

"Baptiste": Ein toller Krimi, wie es bereits "The Missing" war. Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Bewertung: 8 von 10 Punkten (außergewöhnlich gut).

"City on a Hill": Endgültiger Abbruch bei Episode Nr. 10. Über diese Serie hatte ich schon geschrieben, nämlich dass es die gefühlt hundertste zum selben Thema ist (Rassismus der 80er/90er Jahre in den USA, Korruption der Polizei und Behörden). Nach den einigermaßen verheißungsvollen ersten Folgen ebbt das Geschehen mehr und mehr in Beziehungs-Kitsch ab, so dass die Serie als Einschlafhilfe empfohlen werden kann. Wie bei der 2. Staffel "The Terror" wird das Geschehen durch die Brille heutiger Erkenntnisse geschildert und bewertet; das ist wohlfeil und nicht besonders originell. Persönliche Bewertung: 3 von 10 Punkten (es hat etwas, doch es reicht nicht, um bis ans Ende zu schauen).

Ansonsten befinde ich mich gerade im Erholungsmodus. Das bedeutet Schreibfaulheit, Denkfaulheit, Lümmelei in den heiligen Hallen (krame hier ein wenig, krame dort, höre diesen Song und jenen, schaue alte Spielfilme, genieße Schokolade, Chips und Dosenravioli, fröne der Leidenschaft des E-Dampfens und des lecker Tässchen Kaffeetrinkens); noch Fragen?

Einen angenehmen Dienstag wünsche ich dir.

Kommentare:

  1. Die WELT schreibt heute einen Fast Verriss über "The Spy", was mich aber nicht im mindesten beirrt. Vertraue da ganz auf dein Urteil.

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    1. Naja, weil Elmar Krekeler Netanjahu nicht mag, was er ja deutlich schreibt, und wahrscheinlich kann er auch nicht ertragen, dass aus Israel überhaupt gute Serien kommen. Meiner bescheidenen Meinung nach hat die gegenwärtige Politik nichts in Film- und Serienkritik zu suchen. Das wird ja leider mehr und mehr heute vermischt. So ist es genauso bei der 2. Staffel von "The Terror": die Lobhudelei dieser Serie geht einher mit Trump-Bashing, obwohl beides rein gar nichts miteinander zu tun hat.

      Ganz schlimm sind dann die Serien oder Filme, die so etwas tatsächlich vermischen, wie etwa - Mensch, mir fällt nicht einmal der Name der Serie mehr ein: ꞌs ging mal wieder um Rassismus in den USA und im Hintergrund stand meist ein eingeschalteter Fernseher, auf dem Trump in ganz jungen Jahren zu sehen war. Natürlich verzerrt dargestellt als ein Rassist. In jeder zweiten Episode kam das vor. Was wurde diese Serie in den Himmel gelobt von Spiegel, SZ & Co. - und war doch sooo langweilig und grottenschlecht produziert, dass ich sie vorzeitig abbrach.

      Es muss ja auch nicht jeder alles mögen, bestimmt können Viele mit "The Spy" wenig anfangen, da die Serie auf schnelle Schnitte und den nervigen modernen Kram verzichtet. Sie spielt eben nicht im Heute, sondern in den 60er Jahren und dafür sieht sie sehr authentisch aus. Auch verzichtet die Serie komplett auf eine wertende Haltung oder auf pädagogisches Gut- und Schlecht-Gehabe, was mir ebenfalls sehr gut gefällt. Sie ist ziemlich zeitlos, finde ich. Ganz sicher gibt es cineastisch spannendere Agententhriller, erst recht mit den Möglichkeiten Hollywoods erstellt, ich denke, das will "The Spy" aber gar nicht sein. Auch ist die Serie nicht emotional ergreifend, sie ist halt keine Droge, um einen Psychokick zu erzielen, sondern einfach eine unterhaltende Biographie eines spannenden Agentenlebens, das schnell und tödlich endete. Und trotz teilweise großer Müdigkeit war ich keine einzige Sekunde bei ihr eingeschlafen - was mein persönliches Bio-Kriterium für eine gute Serie ist :-)

      Gleich schaue ich mir die 3. Staffel von "Better Things" an. Darauf freue ich mich schon den ganzen Tag. 12 Episoden a ca. 25 Minuten = ein schöner langer Spielfilm von 5 Stunden. Humorvoll, intelligent... darüber habe ich zu den ersten beiden Staffeln ja schon ausführlich geschrieben, willꞌs nicht wiederholen, die Altersdemenz muss noch warten.

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  2. "The Spy" gefällt uns gut. Sacha Baron Cohen mochte ich nie, mit seinem nackten Hinterteil im Badeanzug. Die Filme habe ich mir nicht angeschaut. Aber hier ist er jedenfalls ein exzellenter Darsteller.
    Am Rande: in jeder, wirklich absolut jeder Netflix Produktion kommen die Mercedes Modelle der 60er Jahre vor, so auch hier. Jemand da hat ein absolutes Faible dafür. Ob sie den Fuhrpark jeweils an die Drehorte verschiffen?

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    1. Da schau an! Das war mir gar nicht aufgefallen. Darauf werde ich jetzt mal verstärkt achten. Tja, gottlob wird es bei Netflix nicht so penetrant gehandhabt mit der versteckten Werbung, Produktplatzierungen und so weiter, wie es im öffentlich-rechtlichen TV üblich ist (unsägliche Einblendungen - für wie doof werden Zuschauer eigentlich gehalten? Kaufen sich einen Mercedes, weil Schauspieler im TV Mercedes fahren?), also kann ich mir schon vorstellen, dass Mercedes diese Produktionen finanziell unterstützt. Ob altes oder neues Modell, Hauptsache der Stern leuchtet. Wobei ich mir ebenfalls vorstellen kann, dass auf der arabischen Halbinsel noch etliche alte Mercedes-Wagen fahren. Die haben dort ja nicht solche Sorgen wie wir mit Feinstaub, Steuerklassen etc. und die Autos rosten da klimatisch bedingt auch nicht so schnell wie hierzulande. Und dort werden noch Autos repariert. Wie dem auch sei, es ist eine interessante Beobachtung von dir - ich werde jetzt nichts mehr gucken können, ohne darauf zu achten ;-)

      Schön, dass die Serie euch gefällt.

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.