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Montag, 9. September 2019

Bücherkiste

Was steht denn da? Eine Telefonzelle? Ja, aber ohne Telefon, sondern mit einem Bücherregal. Gleich zwei solcher Zellen befinden sich seit wenigen Tagen auf dem Gelände, auf dem ich meinen Dienst verrichte. Den Initiatoren wünsche ich ein gutes Gelingen mit hoffentlich wenig Vandalismus.

Es gibt mittlerweile ein paar Hundert solcher Bücherkisten, Bücherecken, Bücherschränke oder wie sie auch immer heißen mögen. Wiki führt sie sogar in einer (nicht sehr aktuellen) Liste.

Diese beiden sensationellen und gestochen scharfen Fotos aus meiner 1,3 Mbit Handyknipse belegen, wie innovativ es hier auf dem Lande heutzutage zugeht. Die Bücherzellen sind Tag und Nacht durchgehend geöffnet.

Wie gesagt, toi, toi, toi für die Zukunft. Ich werde nachts während meines Dienstes unentgeltlich ein besonderes Auge auf sie werfen und achtgeben, dass ihnen nichts geschieht.

Kommentare:

  1. Das ist ja sympathisch!
    Hier in der Nähe haben wir auf Zeit eine Wagenburg. Die Leute haben einen wettergeschützten Stand hingestellt, mit Regalen und sogar einem Schrank. Da kann man seine Bücher hingeben, und auch andere gut erhaltene Sachen. Wird ganz fleissig genutzt.
    Nachdem der Stand von Vandalen verwüstet worden war, gab es ihn zum Leidwesen aller eine Weile nicht mehr. Jetzt ist er wieder da, mit der Bitte ihn künftig zu verschonen. Da könnten wir dich gut gebrauchen;-)

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    1. Nun bin ich ja nicht jede Nacht dort (wie jetzt, 1 Uhr und ich habe endlich F*R*E*I), meine Anwesenheit deckt somit leider nur einen Teil der Nächte ab. Eine Zelle wird garantiert (ich weiß es nicht mit Sicherheit, bin aber davon überzeugt) per Videokamera des gegenüberliegenden Gebäudes erfasst, die andere Zelle aber definitiv nicht. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe einer ehemaligen Bushaltestelle mit Wetterhäuschen. Die Bänke darin sind längst abgebaut und die eigentlich unzerstörbaren Regenschutzwände sind zertreten. Neben dem Bushäuschen steht ein offenes öffentliches Telefon, also keine Zelle, sondern nur so eine Telefonsäule. Die ist ebenfalls schon durch Vandalismus gezeichnet. Ich befürchte, dass diese zweite Bücherzelle nicht lange unbeschadet wird überstehen können.

      Dem Klientel, das vornehmlich auf dem Gelände unterwegs ist und dem ich in gewisser Weise meine Arbeitsstelle zu verdanken habe, ist Bücher und Videoüberwachung völlig egal. Selbst wenn du einen Vandalen im Nachhinein identifizieren würdest, wäre von ihm keine Entschädigung zu holen. Wenn überhaupt, so ließe sich eine Zerstörung nur persönlich vor Ort verhindern. Auf Dauer sehe ich deshalb leider schwarz, denn meinen Kollegen sind die Bücher ebenfalls egal.

      Ich will aber gerade hier und jetzt nicht unken. Jeden Tag, den diese Zellen schadlos überstehen, feiere ich innerlich und freue mich darüber. Habe bereits einige Bücher bei mir aussortiert (in gutem Zustand, keine Müllentsorgung), die ich zum nächsten Dienst dorthin mitnehmen und ins Regal stellen werde. Unter anderem Hesse (Hesse ist immer gut), einen Science-Fiction-Band und etliche Gedichtbände klassischer Autorinnen und Autoren. Natürlich mache ich das alles anonym als Schatten der Nacht, denn wie du finde ich diese Idee der Bücherzellen, -schränke oder -burgen einfach nur großartig.

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.