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Samstag, 16. März 2019

"Machen"

Statt nur ein Mal im Jahr zu Weihnachten, kommt heute quasi außer der Reihe mein Bruder zu Besuch. Da muss ich wenigstens ein klein wenig das Badezimmer "machen" (ja, damit ist putzen gemeint; hier in der Gegend benutzt man für die meisten Vorhaben den Universalbegriff "machen", wie zum Beispiel "muss noch meine Steuern machen" oder "will noch schnell den Einkauf machen" usw.). Apropos Einkauf, ein 3-Wochen-Einkauf steht heute ebenfalls an, den werden mein Bruder und ich dann gemeinsam - na, was? Genau, machen.

Inneres Ich: "Und was hat das jetzt mit dem Tagebuch zu tun?"
Habe heute halt keine Muße, das Tagebuch zu machen.

Inneres Ich: "Muße? Du meinst wohl keine Lust."
Wieder der widersprechende Widerling in mir; ich dachte, du seist nun lieb.

Inneres Ich: "Ha! Falsch gedacht."
Na, da kann man wohl nichts machen.

Kommentare:

  1. Machen tut man bei uns auch. *kicher*
    Gestern zum Beispiel habe ich meine Fingernägel gemacht. [gefeilt und mit farblosem Lack überzogen]
    Und früher gab es Leute, die machten rüber. Das hieß, sie verließen die DDR in Richtung Westen, und zwar dauerhaft.
    Und nun? Was machen wir nun? NICHTS.
    Oder doch, Wäsche aufhängen. Und dann mache ich mir mal noch nen Kaffee.
    Herzeliche Grüße
    die Mira

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    1. Ja klar, das Naheliegenste vergaß ich: Wäsche machen! Wird daran nicht sogar deutlich, dass "machen" wegen der Faulheit der Menschen benutzt wird? Ich meine jetzt nicht die Tätigkeit des Waschens, sondern die bis zu 4 nötigen Begriffe und Sätze, die diese Information eigentlich erfordern würde. Also weil keiner heutzutage mehr sagen kann, "ich muss noch Wäsche waschen", denn das erledigt die Maschine (deine Waschfee, ein toller Name übrigens), Sortieren bräuchte einen Extra-Satz, der Trockner trocknet, bügeln und einräumen, dafür müssten auch je wieder separate Worte benutzt werden, also passt alles hervorragend in den Sammelbegriff "Wäsche machen".

      Dazu passt dann die heutige Unterhaltung mit meinem Bruder, der es lustigerweise genauso wie ich sieht: nach halbjährlicher Benutzung des Bettlakens, ist es preislich günstig, arbeitstechnisch viel leichter und ökologisch wahrscheinlich sogar sinnvoller das halb durchgelegene Laken zu entsorgen und ein neues zu kaufen, statt es aufwendig einem Waschvorgang zu unterziehen. "Wäsche machen" kriegt hier eine ganz neue Nebenbedeutung.

      Jaahhh, und das mit dem "Rübermachen", das ist auch ein wunderbares Beispiel. "Er/sie hat rüberjemacht", ich glaube, das steht schon als feste Begrifflichkeit in etlichen Wörterbüchern. Also "machen" ist wirklich universal :-)

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  2. Hier ebenso, es wird gemacht. Manches lieber, anderes weniger gern;-)

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    1. Machen und tun, "put", wie der Änglischmän zu sagen pflegt, könnte man tatsächlich in jedem zweiten Satz benutzen. Für sprechfaule Menschen und solche mit einem kleinen zur Verfügung stehenden Wortschatz prima geeignet.

      Und zum Vorgaukeln falscher Tatsachen: Wenn ich sage, Essen zu machen, könnte man an eine aufwendige Zubereitung denken, gar ans Kochen. Dabei sind meine Dosenravioli binnen einer Minute in der Mikrowelle fertig :-)

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