Donnerstag, 7. Februar 2019

Virtuelles Haloperidol

"True Detective", die von der Kritik überschwänglich mit Vorschusslorbeeren versehene 3. Staffel, entwickelt sich von anfänglich 8 (von 10) Punkten nach jeder Episode einen Punkt abwärts und ist nun für mich beim 4. Punkt angelangt, das heißt, sie ist kaum noch zu ertragen. Eine schlechte Auswahl der Synchronstimmen, ein nerviges Hin und Her auf drei Zeitebenen, vollkommen humorlose unsympathische Hauptdarsteller, dämliches privates Beziehungs-Blabla, ein völlig klischeehaft gezeichnetes "cooles" Bild der Rassenproblematik in den USA (hätte von Relotius stammen können), ein uninteressanter Fall, bei dem man von Beginn an sein Ende erahnt und last but not least so schlechte Regie, wie ich es kaum für möglich gehalten hätte (sogar mit Anfängerfehlern, z.B. schaut der Fahrer während der Fahrt dem Beifahrer oft viel zu lange ins Gesicht ohne kurz nach vorne zu sehen, er wäre längst von der Straße abgekommen oder anderweitig verunfallt). Jede der bisherigen vier Folgen habe ich zweimal sehen müssen, da ich bei jeder Episode zuerst eingeschlafen war.

Nunja, um mitreden zu können, kann man sich einmal pro Woche im wachen Zustand die eine Stunde einer Folge antun, archivieren werde ich diese 3. Staffel aber definitiv nicht, denn ein Mal bedeutet auch nie wieder. Okay, vielleicht reißen mich die letzten vier Folgen ja noch vom Hocker, schaun wir mal.

Ein negativer Tagebucheintrag? Von Minute zu Minute erlangt nach dem Konsum der 4. Folge mein Gemüt seine positiven Grundschwingungen zurück. Vielleicht sollte ich einfach nicht direkt im Anschluss etwas schreiben. Trotzdem gut zu wissen, denn falls es dir mal emotional viel zu prächtig geht, besitzt du nun mit dieser 3. Staffel ein Medikament, das dich mit sofortiger Wirkung von deiner Euphorie heilt und dich wieder zu einem missmutigen Zeitgenossen werden lässt.

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