Freitag, 5. Oktober 2018

Serientipp: "Bates Motel"

Bild: Wikipedia
Bin immer noch am Bingen :-)  Bei 50 Folgen (5 Staffeln a 10 Episoden) braucht man schon ein paar Tage, nicht wahr? Die habe ich jetzt frei, so dass ich die Serie bald zu Ende geschaut habe. Welche Serie? Barbaras Tipp, "Bates Motel". Viele Folgen sind genial, finde ich, einige wenige "nur" mit 9 Punkten versehen, aber insgesamt bewerte ich alles bisher Gesehene mit 9,5 Punkten. Ab 5 wird bekanntlich aufgerundet. Irre viele große und kleine Nebenhandlungen, humorvoll, gruselig, klug, dramatisch und manchmal legst du dich einfach nur auf die Bretter vor lauter schüttelndem Lachen über die herrlichen Comedy-Einlagen, die völlig überraschend und ohne jeden Zusammenhang mit der Handlung dargeboten werden.

Das Filmset und das Design sind wahre Meisterwerke. Altes im Neuen der Gegenwart aber so, dass es gar nicht auffallend oder als störend wahrgenommen wird. Einige Anspielungen und Filmzitate alter Klassiker gibt’s noch dazu, nicht nur an "Psycho" als der Aufhänger der Serie. Die Filmmusik entspringt und entspricht überwiegend den legendären Hitchcock-Streifen; erste Sahne. Die Schauspieler sind natürlich hervorragend, allen voran Vera Farmiga und Freddie Highmore. Beide spielen genail, das zu sagen, ist absolut nicht übertrieben.

Eigentlich ist es viel zu schade, die Serie in einer Woche "durchzubingen", doch was soll ich machen? Man (ich) kann nicht aufhören, denn ein irrsinniger Spannungsbogen durchzieht alle Episoden. Er lässt auch nicht nach, die Spannung zerrt an den Nerven, sie macht süchtig wie bei kaum einer anderen Serie. Das Bild auf "Rotten Tomatoes" spiegelt ausnahmsweise und zu Recht mal ein Patt wider zwischen Kritikern und Publikum, beide liegen fast punktgenau beieinander mit 90 % und mehr ihrer positiven Bewertungen.

Alsdann bin ich erst mal beschäftigt und im Internet abwesend. So kann ich mich auch nicht um Kopf und Kragen schreiben, ich meine generell. Man muss ja heute immer vorsichtiger sein, was man wozu so sagt. Ich wünsch dir etwas Schönes, bis die Tage, man liest sich.

Kommentare:

  1. Freut mich, dass ich deinen Geschmack getroffen habe.
    Die Serie erfüllt die Kriterien die wir inzwischen haben: ein Drehbuch dessen Handlung man versteht, ein vernünftiger Ton bei dem die Dialoge nicht in Nebengeräuschen untergeht und excellente Schauspieler (am liebsten neue Gesichter).
    Hier stimmt einfach alles.
    Die erste Staffel "Babylon Berlin" haben wir angeschaut. Daraufhin habe ich noch einmal deine Review gelesen. Aber nein, damit werden wir nicht warm. Ist ein bißchen wie R.W. Fassbinder's "Berlin Alexanderplatz". Obwohl als Meisterwerk ausgelobt, hat uns das schon seinerzeit nicht gefallen.

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    1. Ja, Barbara, es tut mir natürlich leid, dass wir bei "Babylon Berlin" (ausnahmsweise mal) so unterschiedlich ticken. Mittlerweile habe ich die Serie sogar drei Mal angesehen. Es ist halt so wie mit einem Bild: von vielen zweifellos guten Gemälden entscheidet am Ende doch nur der persönliche Geschmack, welches man sich im Wohnzimmer aufhängt. "Berlin Alexanderplatz" ist übrigens ein gutes Beispiel, denn ich hatte mich in meiner Jugend durch Alfred Döblins Roman unendlich gequält. Nicht des Inhalts wegen, sondern der (pseudo-) modernen Erzählform halber. Es gibt Menschen, die bejubeln grundsätzlich alles, was fundamental anders ist. Manchmal haben sie recht, manchmal hingegen nicht, bei Döblin finde ich es ganz und gar nicht.

      Mein Bruder hat zum Beispiel einen ganz anderen Geschmack als ich; Filme und Serien, da liegen wir oft weit auseinander. Manchmal gibt es Schnittmengen, bei denen wir uns begegnen. Bei dir sehe ich das genau umgekehrt: geschmacklich ziehen wir über eine weite Strecke parallele Linien, um dann hin und wieder vom Mittelweg in einem weiten Zacken auszureißen, der danach aber genauso radikal wieder zur gemeinsamen Linie zurückführt. So ungefähr halt. Hach, ich muss mich immer in Bildern ausdrücken, andernfalls wird mit die Welt des Geistes viel zu abstrakt.

      Gestern bekam ich lange einen unangekündigten Besuch. Vom Nachmittag bis tief in die Nacht hinein wurde viel geredet, was am Ende so anstrengend war wie ein kompletter Arbeitstag. Erst am frühen Morgen war ich dann wieder für ein wenig cineastische Kultur aufnahmebereit, so dass mein Binge-Watching auf zwei Episoden verkümmerte, durch die aber zumindest die 3. Staffel "Bates Motel" abgeschlossen wurde. Heute gehtꞌs also mit der 4. Staffel weiter. Dienstag muss ich erst wieder zur Arbeit: das ist also locker zu schaffen, nein, falsches Wort: zu genießen :-)

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.