Montag, 8. Oktober 2018

5-Tage-Woche

So, "geschafft", habe "Bates Motel" gebingt. Eine erstklassige Serie, absolut zu empfehlen.

Sie verläuft allerdings nicht durchweg auf einem gleichbleibenden hohen Niveau. Während die ersten 30 Folgen eine stete Steigerung der Spannung bieten, endet die 4. Staffel unbefriedigend, als sei bei deren Abschluss noch nicht sichergestellt gewesen, ob eine 5. Staffel produziert werde. Die Serie könnte mit Ende der 4. Staffel ihren Abschluss erfahren aber hält sich einerseits durch eine schlecht gemachte letzte Episode eine Fortsetzung offen, andererseits lässt gerade diese dramaturgische heiße Nadel kaum Möglichkeiten zu, die Handlung stringent fortzuführen. Es wurden dann tatsächlich weitere 10 Episoden einer 5. Staffel gedreht, denen dieses Dilemma deutlich anzumerken ist.

Da im Grunde die Geschichte mit der 4. Staffel zu Ende erzählt worden ist, findet in der 5. Staffel keine Entwicklung mehr statt. Alles sind Wiederholungen oder ein Aufkochen der bereits bekannten Gegebenheiten. Die neuen Erzählstränge sind eigentlich überflüssig, albern und werden ziemlich einfältig bzw. serientypisch geschildert. Man muss laufend dumme nichtssagende Dialoge ertragen, die mir schon arg Mühe bereitet hatten, die Serie nicht vorzeitig abzubrechen. Es fehlen der 5. Staffel Intelligenz, Humor (trotz Trump-Witz und eines genderneutralen WC-Schildes) sowie jene Magie, die den 40 Folgen zuvor innewohnt. Diese 5. Staffel lebt gewissermaßen vom Eingemachten.

Meine Bewertung erfolgt daher differenziert: Staffel 1 erhält 9 von 10 Punkten, die Staffel 2 sogar noch etwas mehr, die 3. Staffel bekommt die vollen 10 von 10 Punkte = genial. Die 4. Staffel erreicht aufgrund ihres merklich und (wahrscheinlich) den Produktionsbedingungen geschuldeten zusammengeschusterten Drehbuchs der letzten Folgen "nur" 8 Punkte. Bis hierher ist es definitiv eine 9-Punkte-Serie. Der 5. Staffel kann ich hingegen nicht mehr als 3 Punkte geben. Leider. Und das sogar nur wohlwollend. Eigentlich ist die 5. Staffel Serien-Fließband-Schrott.

Aber ich spoilere hier nicht und begründe deshalb nichts, es ist also lediglich meine persönliche Meinung. Andere Leute mögen die 5. Staffel anders empfinden und besser bewerten.

Jedenfalls liegt mit dem Serienmarathon von "Bates Motel" eine Art Urlaubswoche hinter mir. Dankeschön, Barbara, für diesen herrlichen Tipp, er hat mir eine erholsame sowie zugleich spannende Woche geschenkt. Jetzt gilt es nur noch dafür zu bezahlen, indem ich mein Defizit an Bewegung und das Zuviel an Kalorien auszugleichen habe. Irgendetwas ist ja immer, nicht wahr, Genuss ohne Reue, das kann und darf es schließlich nicht geben. "Auf, Georg, raus aus dem Fernsehsessel!" Ja, ja, ja... Einen bewegungs-tugendhaften Wochenstart wünsche ich auch dir, isꞌ ja gesünder so, gell?

Kommentare:

  1. Wir haben noch einiges vor uns. Dennoch empfanden auch wir die zweite Staffel als herausragend gut gelungen.
    Ein wenig zusätzlicher Grusel befällt uns ob des Wechsels der Synchronstimmen, aber das müssen wir aushalten.
    Mal sehen, ob und wann ich dir einen nächsten Tip geben kann.

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    1. Den Stimmwechsel hatte ich versucht aus meiner Negativbewertung der 5. Staffel herauszuhalten. Ob er nicht unterschwellig dann doch mitgespielt hat? Vielleicht. Aber mich stört an dieser 5. Staffel halt noch einiges mehr.

      Aber bis dahin steht euch ja noch eine Menge Hochgenuss bevor. Und die ersten vier Staffeln bleiben auch für mich als fast genial in Erinnerung. Nochmals Danke für diesen tollen Tipp!

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.