Dienstag, 11. September 2018

Ein Dickkopf, der andererseits nicht Nein sagt

Nun, das Telefon hatte geklingelt, ich ging leider ran und schon habe ich doch kein arbeitsfrei, so wie es ursprünglich geplant war und wie es leichtfertig von mir hier im Tagebuch angekündigt worden war. Wie heißt es so schön? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. "Georg, du hast doch jetzt ein paar Nächte frei, sag mal, wir brauchen unbedingt [vorgetragen mit dramatischer Betonung eines andernfalls bevorstehenden Firmenzusammenbruchs oder eines Weltuntergangs] für diese Zeit eine Vertretung wegen ...". Ja, ich kann nicht Nein sagen :-)  Macht aber nicht viel, so etwas bin ich schließlich gewohnt (meinerseits jetzt geäußert im Tonfall übertriebenen Selbstmitleids).

Aber andererseits in diesem Zusammenhang:

Eine kleine Rolle Klebefolie (Warenwert 6 Euro) wurde hier nicht angeliefert, da ich persönlich nicht anzutreffen war. Mein anschließender Kontakt zu UPS, in dem ich erklärte, dass ich nicht für den Empfang eines 6-Euro-Päckchens einen Tag Urlaub nehmen und zu Hause warten werde, führte zu nichts. Ich hätte das Päckchen in der Nachbarstadt in 10 Kilometer Entfernung mit dem Fahrrad abholen können oder mit dem Bus, was eine noch längere Fahrtzeit verursacht und den Warenwert quasi verdoppelt hätte. UPS weigert sich, das Paket vor Ort abzustellen. Natürlich ist es kein Einschreiben und es handelt sich ebenso wenig um die Notwendigkeit einer vom Versender verlangten persönlichen Empfangsbestätigung. Auch ist kein Altersnachweis vonnöten, wie etwa bei E-Dampf-Zubehör, das, wenn es aus Deutschland verschickt wird, so etwas Irres erfordert. Und es besteht mit der Garage direkt neben dem Briefkasten ein sicherer Abstellort. Es ist und bleibt eine popelige Rolle grüner Decefix-Klebefolie. Alle anderen Versender stellen solche Päckchen hier ab, dies ist auch entsprechend vor Ort groß und deutlich beschildert (sogar Hermes hat es endlich verstanden). Eine rote Rolle derselben Folie wurde gestern von DHL hier abgelegt, UPS beharrt aber darauf: "Eine generelle Abstellgenehmigung in schriftlicher Form wird von UPS nicht angeboten". Online als registrierter Kunde ist es für eine solche Option für diese Sendung zu spät. Achso, noch etwas, denn auf meine Einlassung, dass bisher die UPS-Boten Pakete und Päckchen hier anstandslos abgestellt haben, ging die werte Dame des Kundendiensts nicht einmal ein. Was bisher richtig war, ist heute eben falsch. Halt wie bei vielen Dingen mittlerweile.

Leider habe ich als Käufer bei Amazon-Bestellungen nicht die Auswahlmöglichkeit des Versenders - anders als beispielsweise in China, dort kann ich unter etlichen Optionen selber bestimmen, welches Unternehmen ein Päckchen liefert. Somit geht die Folie kostenlos zurück an Amazon mit dem nachträglich online von mir versehenen Vermerk über den Unwillen von UPS. Dieselbe Folie wird sodann erneut bestellt. Und zwar jetzt erst recht und so lange, bis dass ein anderer Versender die Rolle anliefert oder UPS das Päckchen hier doch abstellt. Mal schauen, wie das ausgeht.

Beharre auch du auf dein Wohlergehen an diesem Dienstag, sage Ja, um den Menschen einen Gefallen zu tun aber sage Nein, dich zu einem Sklaven unsinniger Regeln zu machen.

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