Mittwoch, 11. Juli 2018

Zwei Tage geschlossen

Meine Güte, wie schnell ist die freie Woche vergangen! Die nächsten Nächte bin ich also wieder auf Dienstreise oder, ums noch treffender auszudrücken, auf Dienstrundfahrt. Dazu werde ich aber den verschobenen Biorhythmus neu justieren müssen. Schon oft schrieb ich ja, dass nämlich die Notwendigkeiten des Lebens (Behördengänge aber auch Werkstattbesuche usw.) Kontaktaufnahmen mit den zuständigen Mitmenschen erfordern, die ausschließlich mitten in meiner persönlichen Nacht stattfinden. Wenn sich dazu der ganze Stress der Ungewissheit gesellt, also ich meine das organisatorische Kümmern und Regeln der Dinge, dann kann ich nicht "nachts" für drei Stunden aufstehen, 15 Kilometer zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sein und danach einfach wieder zu Bett gehen und einschlafen. Somit werde ich aus meinem Rhythmus brutal herausgerissen und in den Tagesrhythmus hineingezwungen. Und doch sieht es niemand, für alle anderen bewege ich mich schließlich ganz normal am Tag - an ihrem Tag.

Das sind halt so die kleinen versteckten Nachteile der Nachtarbeit. Wenn dies zu oft vorkommt (zum Beispiel bei Wechselschichten, sie sind das Schlimmste, was man einem Menschen arbeitstechnisch antun kann), wird’s gruselig, denn dann bewegt man sich tagelang gewissermaßen neben der Spur, ist unkonzentriert, schnell reizbar, vielleicht, nein, sicher unfreundlich, wirkt abwesend, da hundemüde, und nicht zuletzt werden die kleinen körperlichen Zipperlein mit den Jahren immer mehr und immer störender. All das hat mentale Ursachen der Unruhe - und zwar bei mir nicht der Nachtarbeit, sondern der zu häufigen Störung des Nachtrhythmus. Deshalb will ich mich heute mal bis Freitag oder Samstag aus dem Tagebuch verabschieden, vielleicht auch nicht, jedenfalls überlasse ich die nächsten beiden Tage einfach nur der spontanen Schreiblust oder eben Schreibunlust, während sich mein wahres und waches Ich erneut dem Lauf des Mondes und der Sterne angleicht. Meiner natürlichen Biosphäre.

Dir wünsche ich ebenso natürlich zwei lustvolle und hellwache Sommertage.

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