Freitag, 20. Juli 2018

Raubvogel

Wie die Aasgeier, sag ich dir, wie die Aasgeier! Oder doch eher wie ein stolzer Adler?

Im ausgetrockneten Serien-Valley auf einem verdorrten Ast saß, den Kopf tief in seinen Schultern versunken, der Geier Georg und hielt Ausschau nach einer noch so geringen Bewegung in der weiten Wüstenei des Internets. Da erspähte er mit einem Mal das Rudel der Schakale, wie es eine einsam dahintrottende, recht neue, deutsch synchronisierte Serie lauernd verfolgte. Die Federn kurz in den brennend heißen Sonnenstrahlen geschüttelt, schon erhob sich der Geier, stieg mit den warmen Aufwinden empor und kreiste geduldig den Rest des Tages und noch die halbe Nacht hoch oben über dem einsamen Wanderer. Vorhin im Zwielicht des Morgengrauens, zu der Zeit also, an der das potentielle Opfer in seinem tiefen Schlaf durch die Traumwelten der REM-Phase glitt und bei der seine Instinkte abgelenkt waren, verwandelte sich der Geier Georg wie durch Magie in einen räuberischen Adler, der im Sturzflug gleich eines alten deutschen Stuka-Fliegers kurz vor dem Zupacken der Beute seine messerscharfen Krallen ausfuhr und dabei jenes ohrenbetäubend schrille Sirenen-Lied des Jägers erklingen ließ, das den Schakalen das Ende ihrer Hoffnung auf die Exklusivität ihrer Beute kundtat und in das sie gleichfalls heulend einstimmten, wodurch die übrigen Wüstenbewohner vor Schrecken starr erschauderten.

Jep, alle 10 Folgen der Stephen-King-Serienverfilmung "Mr. Mercedes" sind nun in meinem Köcher. Gleich beginne ich im heimischen Horst mit dieser vielversprechenden Mahlzeit. Wie sie letztendlich schmecken wird, das lässt sich im Moment noch nicht sagen.

Bis dahin wünsche ich dir einen ebensolchen erfolgreichen Tag. Möge auch deine Jagd heute von Erfolg gekrönt sein.

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