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Dienstag, 10. Juli 2018

"Parade's End": Schlimmer geht immer

Wie hatte ich's noch am Montag letzter Woche geschrieben? Ein Verriss eines Filmes/einer Serie im Feuilleton der Mainstream-Medien sei ein Versprechen auf einen kulturellen Hochgenuss - die logische Umkehrung ergibt sich hieraus zwangsläufig.

Zweieinhalb Folgen von sechs habe ich geschafft, dann konnte ich nicht mehr. Endlich mal eine BBC-Produktion, die unterdurchschnittlich daherkommt; 's wurde ja schon fast unheimlich angesichts der Menge hervorragender BBC-Filme und Serien. "Parade's End" hätte durchaus in die ARD oder ins ZDF gepasst, der Sechsteiler wäre dort nicht aufgefallen. Was die FAZ-Kritik als "messerscharfe Dialoge" bezeichnet, entpuppt sich als stumpfes Streichwerkzeug für Ersatzbutter auf pappige Brötchen, die man selber nicht isst und nur den unliebsamen Gästen offeriert. Und wenn der FAZ-Redakteur schreibt, Rebecca Hall, die Hauptdarstellerin, sei phänomenal, so weiß man bereits im Voraus, hier gilt es ihre entblößten Geschlechtsmerkmale zu besabbern (das Feuilleton halt, es war immer schon von der Nacktheit geradezu besessen). Die Filmmusik nervt, die Schauspieler spielen nicht, sie schlendern redend durch die Räume und halten dabei auf Untertassen angeklebte Teetässchen in Händen, die Ausstattung strotzt nur so vor überflüssigen Fehlern, das Ambiente ist lieblos, die Technik erinnert an Videoproduktionen der 1980er Jahre und insgesamt meint man, einer Low-Budget-Produktion aus Brasilien beizuwohnen. Der Humor ist platt und irgendwie typisch deutsch, was ich einerseits in zwei, drei Sätzen nicht erklären kann, doch andererseits der Mühe einer Ausführlichkeit auch nicht wert wäre.

Bewertungsskala von 1 bis 10: maximal 2 Punkte (Telenovelas sind noch schlimmer, wenn auch nur eine Spur).

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