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Samstag, 9. Juni 2018

Langer Atem

Da schau an, das Geplänkel über meine 30 Euro Rückbuchung von "E-Plus" aus dem Jahre 2016 geht tatsächlich in eine weitere Runde. Das erste Inkassounternehmen hat wohl ein Paket vergeblich eingetriebener Schulden an ein weiteres Inkassounternehmen abgegeben (verkauft?) und ich bekam nun ein Schreiben der "GFKL", einer neuerlichen Schuldnerfabrik. In einem fehlerhaften und stilistisch schlechten Deutsch, das als Schulaufsatz gerade für ein Ausreichend genügt hätte (man könnte es auch als auf RTL-Niveau verfasst bezeichnen), wurde ich aufgefordert, die 30 Euro zuzüglich aller entstandenen Kosten von insgesamt 104 Euro zu begleichen. Dem widersprach ich und bekam ein weiteres Schreiben, das den Schuldanspruch begründete, indem es zwar den Gläubiger "E-Plus" ausweist, aus dem allerdings nicht mehr die Ursache der vermeintlichen Schuld ersichtlich ist. Dort liegt aber der Fehler begründet. Mit anderen Worten: ob meine Schuld gerechtfertigt ist oder nicht, kann heute im Nachhinein trotz all meiner Schreiben nicht mehr nachvollzogen werden, dass sie aber vorhanden ist, ist belegt. So einfach machen sie es sich.

Klar werde ich die angebliche Schuld abermals nicht anerkennen - im Gegenteil, würde ich alles aufrechnen, so schuldet "E-Plus" unterm Strich mir sogar noch 8 Euro. So nicht, liebe Inkasso-Gesellen, ich will vor Gericht! Natürlich weiß ich, dass sich kein Gericht der Welt mit einem Streitwert von 30 oder 104 Euro befasst. Leider tun sie das nicht, dann gäbe es nämlich solche Abmahnfimen erst gar nicht.

Nun würde ich ja gerne den gesamten Schriftwechsel hier veröffentlichen, doch so etwas ist schlechter Stil. Zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Vielleicht gestalte ich daraus zukünftig eine komplette Story, denn alle Schreiben wurden und werden sorgsam dokumentiert - das ist auch etwas, mit dem die nachfolgenden Inkassounternehmen nicht unbedingt rechnen, setzen sie doch oft auf die Vergesslichkeit der Menschen, die somit am Ende nach vielen Jahren der Grundforderung nichts schriftlich entgegenzusetzen haben, ja, nicht selten keine Erinnerung mehr daran besitzen.

Im ungünstigsten Fall wiederholt sich dieses Spiel nun alle paar Jahre bis an mein Lebensende. Sobald ich nicht reagieren kann (Umzug, Krankheit usw.) und ein dann damit befasstes Inkassounternehmen das bemerkt, veranlasst es umgehend einen Mahnbescheid. Wer den vergisst, rechtzeitig und kurzfristig zu widersprechen, eine Urlaubsreise würde schon ausreichen, diese Frist zu versäumen, hat seine Schuld durch sein Schweigen anerkannt und eine Vollstreckung wäre nicht mehr abzuwenden. Eine fiese Strategie, nicht wahr. Viele Betroffene bezahlen lieber als mit Argusaugen jahrelang den Briefkasten zu beobachten. Würde dieses Vorgehen sich nicht für die Unternehmen rentieren, würde sie es auch nicht betreiben.

Nun, an meiner Zähigkeit beißen sie sich die Zähne aus. Und wenn ich in einigen Jahren nicht mehr klar denken kann oder nicht mehr leben werde, dann sind die 30 Euro (bzw. 104 Euro) sowieso nur ein vergangener Hauch im Wind des Gestern. Wie sagt man so schön blumig: lebendig bekommt ihr mich nicht :-)

In diesem Sinne, bleibe beharrlich, poche auf dein Recht und lass dich bloß nicht über den Tisch ziehen.

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