Donnerstag, 7. Juni 2018

Es kreucht und fleucht und lärmt und brummt

Rabe zu sein, wär ja nichts für mich; Gott, was stehen die früh auf. Und wie sie es tun! Gegen 4 Uhr beginnen sie als erste Lebewesen des Tages einen Riesenlärm zu veranstalten: "Seht her! Ich bin wach. Du auch? Hallo Nachbar-Rabe auf dem Schlafbaum gegenüber". "Ja,, ja, ja, was denkst du denn, klar, klar, klar bin ich längst schon wach. Hallo Kollegen und Kolleginnen auf den restlichen Bäumen, seid ihr wach?" "Ja! Ja! Ja! …". Das weckt natürlich alle anderen Vogelarten gleichfalls auf, und die beschauliche Nacht hat ihr Ende gefunden.

Igel übrigens, so selten man sie für gewöhnlich auch antrifft, sind derzeit ebenfalls ziemlich munter und kommen sich jetzt oft in die Quere. Dann brummen sie wie ein Bär. Ich bekam letzte Nacht einen regelrechten Schrecken. "Was ist das?", so fragte ich mich. Etliche Quadratkilometer haben sie Platz, um sich aus dem Wege zu gehen, aber nein, auch ihre Hormone sind wohl in Wallung, und da die Stachligen schön ausgeschlafen sind, wollen sie genauso wie alle anderen Lebewesen vor den Geschlechtsgenossen den mächtigen Macker markieren.

Das vermeintliche Insektensterben hat wahrscheinlich dieses Jahr ein Ende, denn so viele wie momentan unterwegs sind, habe ich lange nicht gesehen. Gut, dass ich nah ohne Lesebrille nicht mehr deutlich sehen kann, denn ich sitze nachts gern unter einer mächtigen ausladenden Fichte auf einer Bank, und wenn sich die Spinnenviecher von der Hutkrempe vor meinem Gesicht abseilen, also das muss ich dann nicht unbedingt detailgetreu beobachten. Jedenfalls krabbelt und flattert es dieser Tage wie ewig nicht mehr.

In diesem Sinne keinen allzu flatterhaften Donnerstag wünsche ich dir.

Kommentare:

  1. Nicht nur die Raben lärmen. Hier hackt der Buntspecht in aller Hergottsfrühe auf dem Fensterbrett herum.
    Vor den Insekten ist mir nicht bang. Bei ständig offenen Fenstern herrscht ein ständiges Kommen und Gehen.
    Einzig die seit einigen Jahren sehr anhängliche Bernsteinschabe kann ich so gar nicht leiden.
    Ich hätte gerne eine Fledermaus im Garten, mein Lieblingsflattertier.

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    1. Insekten sind überhaupt nicht mein Fall, das Fenster bleibt zu. Nun schlafe ich aber auch tagsüber, da ist es eh eine andere Situation. Die Buntspechte hingegen verhalten sich hier genauso. Wenn ich nicht rechtzeitig vor dem Fenster neue Meisenknödel aufhänge, klopfen und hämmern sie mich aus den Schlaf :-)

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