Samstag, 26. Mai 2018

"Siren V2", der "Ares", wie er hätte sein können

Jetzt ist es so weit, vorgestern kam der "Siren V2" (4,5 ml Tank, 24 mm Durchmesser) hier an und zwar als Antwort auf den von mir als alltagsuntauglich bewerteten "Ares-Verdampfer". Siehe da, der "Siren" ist praktisch ein fast identisches Gerät mit nur unwesentlichen Unterschieden - bis auf einen großen (!). Wie immer, auf ein Blid klicken, dann wird es enorm größer.

Klick's groß, dann erkennst du, dass es
keine wichtigen Unterschiede gibt.
Ob die Verdampferkammer gewölbt oder eckig ist, ob die Post-Schrauben geschlitzt oder mit Kreuzschlitz versehen sind, ob die Luftführung unter der Wicklung durch 9 kleine oder 3 etwas größere Löcher erfolgt - Himmel, so etwas sind kosmetische Aspekte bzw. Marketing-Gags, mit denen unbelegbare Behauptungen verkaufsfördernd in die Welt gebracht werden. Natürlich sind beide Verdampfer dampfmäßig sowie geschmacklich absolut identisch gut, teilen sie doch dasselbe technische Prinzip. Der "Ares" erschien später auf dem Markt. Er ist zwar keine Kopie des "Siren", er ist vielmehr ein "verschlimmbesserter" Nachbau.

links = Siren; rechts = Ares
Der einzige entscheidende Unterschied beider Verdampfer macht sich also in einer anderen  Eigenschaft bemerkbar, und sie bestimmt tatsächlich über die Alltagstauglichkeit, hop oder top sozusagen: während der "Ares" die undichte und verschleißanfällige Schiebevorrichtung zum Befüllen besitzt, wartet der "Siren" mit einem Bajonettverschluss auf. Dies ist ein Kompromiss zwischen einem Schraubverschluss (wie beispielsweise beim "Cubis pro") und dem Schiebemechanismus, kommt aber einem Schraubverschluss am nächsten. Beim "Siren" hält man nach dem Öffnen zwei Teile in Händen, den Verdampfer und die Kappe. In verschiedenen Reviews las und hörte ich, dies sei nicht komfortabel genug und daher werde ein Schiebeverschluss, bei dem der Deckel nach dem Öffnen am Verdampfer befestigt bleibt, empfohlen. Sooo ein Unsinn! Diese Kritiker gehören ausgelacht, denn was nutzt der vermeintlich schönste Komfort, wenn dadurch der Deckel nicht dicht bleibt? Und so etwas kann man nicht nach einer Stunde feststellen, dazu benötigt man mindestens einen Tag intensiver Benutzung. Diese Dichtigkeit ist mit dem Bajonettverschluss nun gegeben. Auch den "Siren" führte ich zwei Arbeitstage in der Jackentasche mit mir, genauso wie vorher den "Ares", aber im Gegensatz zum "Ares" bleibt der "Siren" zu 100 Prozent dicht und trocken. Halleluja!

Hier rechts siehst du ihn nach zwei Tankfüllungen vorgestern Nacht. Ihn braucht man nicht abzuwischen, er ist von außen dermaßen trocken, dass man glauben könnte, das Firmenemblem sei eine äußere Banderole, nein, das ist innen auf der Verdampferkammer gelasert. Der "Siren" zeigt nicht mal die Spur eines Liquidrestes - und das selbst nach robuster Outdoorbehandlung, liegend, stehend, in der Jackentasche, durchgeschüttelt in der Fahrradgepäcktasche sowie bei Temperaturunterschieden zwischen draußen und drinnen (mit kleiner Einschränkung).

Auf meiner Arbeitsdampfe,
dem geliebten und schon
mächtig verranzten
alten iStick 60.
Besäße ich nicht schon so viele Verdampfer, würde mir der "Siren V2" vollends genügen. Ob DTL (mit etwas Zugwiderstand, so liebe ich es) oder MTL (mache ich auch zwischendurch), es ist ein Universalgenie. Ich dampfe ihn bei 14 Watt* und er ist geschmacklich gleichauf mit dem kleinen aber optisch hässlichen "Flashi VS", dem Referenzgerät für meine Art des Dampfens. Jetzt werde ich mir jeden Monat einen weiteren "Siren" kaufen (monatliches 30-Euro-E-Dampf-Budget). Und ich könnte mir vorstellen, schlussendlich in jedem der drei täglich benutzten E-Dampf-Sets (bestehend aus 3 bis 4 Dampfen) einen Vertreter des "Siren" einzugliedern, was bei 3 bis 4 Geräten plus "Reserve" dann einer Halbjahresplanung gleichkommt.

Aber was mache ich jetzt mit den beiden "Ares-Verdampfern"? Verkaufen? Nein, ich kann nicht etwas reinen Gewissens verkaufen, von dem ich weiß, dass es einen eklatanten Mangel besitzt. Verschenken? Noch schlimmer, der Beschenkte verstünde sich als Resteverwerter und er würde damit ziemlich sicher sogar unglücklich werden. Verschenken soll man bekanntlich nur das, von dem man sich ungern trennt oder es selber gerne haben möchte, alles andere sind schlimme Alibi-Geschenke. Entsorgen? Hallo? Als Messi? Das geht gar nicht. Dann werden die "Ares" wohl in einer Schublade verwesen.

So, heute gab's also wieder die E-Dampfthematik, tut mir leid für dich als ein eventuell daran uninteressierter Mensch, ich musste einfach meiner Begeisterung für dieses technische Wunderwerk Ausdruck verleihen. Bis morgen, gehab dich wohl.

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* 30er Kanthaldraht, 6 Windungen bieten ca. 1,3 Ohm Widerstand, 2,5 mm Durchmesser der Wicklung, Drogeriewatte aus 2013 (99 Cent für 100 Gramm), 12 bis 16 Watt bei einer 50/50-Liquidmischung = exzellenter Geschmack, Throat Hit genau wie beabsichtigt und eine absolut ausreichende Dampfentwicklung. Kein Blubbern oder Kokeln, nicht einmal Kondenzliquid tritt aus. Dr. Siren summa cum laude.


Nachtrag: In Grau

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