.

.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Schönen Feierabend!

Nur so zum Spaß von wegen
"Rauchfreie Zone":
das ist Dampf, kein Rauch :-)
Komme aus der Nachtschicht und habe bis Sonntag frei. Normalerweise müsste ich noch Lebensmittel einkaufen, lästige 6 Kilometer mit dem Rad fahren, zuvor warten, bis dass die Geschäfte öffnen und dann übermüdet durch die Gänge schlurfen, die Waren weniger nach Preisen als vielmehr nach ihrem Gewicht abschätzen, dem stressigen Gewusel um mich herum ausweichend - doch alles ist reichlich hier: Brot, Würstchen, Ravioli, Chips, Schokolade, Kaffee, Liquid, E-Dampfen - alles ist in einer bemerkenswerten Menge zu Hause vorrätig. Mensch, das ist das große Glück, das sich im kleinen widerspiegelt.

Und deshalb lümmle ich nun nach Feierabend in meinen heiligen Hallen so herum und freue mich darüber, mit so wenig Aufwand glücklich zu sein. Und ich meine richtig glücklich wie urlaubsglücklich. Die großen Themen der Republik interessieren mich grad nicht die Bohne und ich werde den Teufel tun, Telefon, TV oder Internet-News einzuschalten, denn es gibt noch 7 Teile einer vielversprechenden Serie, die in meiner abgedunkelten Höhle gleich ab halb 7 Uhr, und so doch an meinem eigenen späten Abend, anlaufen und genüsslich angeschaut werden. Nichtsdestotrotz wünsche ich dir einen so angenehm wie möglichen Donnerstag.

Kommentare:

  1. Dann habe eine genüssliche Zeit.
    Fehlt dir in deinem Speisezettel niemals etwas Gemüse oder ein Salat?
    Oder wie jetzt gerade Bärlauch, Spargel...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Entschuldige meine viel zu lange Antwort.

      Ganz ehrlich? Aaalso... eigentlich gab es "früher" immer Salat, Gemüse usw., "weil man das so macht" oder weil im Grunde immer jemand anderes für meinen Speisezettel mitverantwortlich war. Seit dem ich aber alleine lebe und nur noch das esse, was allein ich mag - und seit ich auf keine Gesundheitsapostel mehr höre (ab einem bestimmten Alter tangiert es einfach nicht mehr, ob ein bestimmtes Lebensmittel oder eine einseitige Ernährung angeblich in 20, 30 Jahren krankheitsmäßig irgendwelche mehr oder weniger imaginären [Krebs! lässt sich universal angstmachend in allen Lebensbereichen einsetzen] Spätfolgen zeigen soll), sind Gemüse und Obst reine Ausnahmeerscheinungen meines Speisezettels. Zumal das Thema Essen für mich von Kindheit an eher unwichtig war. Ich kann nur von mir schreiben, bei anderen Menschen mag das alles anders sein. Ist auch gut so, dass nichts gleich ist.

      Sollte im Laufe der Zeit eine Einseitigkeit zu einem gewissen Mangel führen, so gibt mir mein Gehirn rechtzeitig Bescheid und erzeugt automatisch eine Lust auf bestimmte Lebensmittel, die diesen Mangel dann schnell beheben. Jeder sollte sich meiner Meinung nach ohne schlechtes Gewissen nach nach Lust und Laune ernähren, ein Luxus, der heute bezahlbar ist. Dann wird man eben etwas dicker, und wenn das einem nicht passt, nimmt man halt wieder ab oder es wird einem egal. Mit 60 sieht keiner mehr aus wie mit 40 und mit 50 nicht wie mit 30 und so weiter - wer das dennoch glaubt, erreichen zu müssen, macht sich zu einer Witzfigur. Außerdem ist das Leben sowieso stets ein Hin und Her. Echte und krasse Fehlernährungen aufgrund von psychischen Süchten oder sonstigen Krankheiten sind die Ausnahme, sie hingegen sollte nicht als mahnendes Beispiel herangezogen werden, um der Mehrheit zu verordnen, wie sie sich zu ernähren hat. Die Ernährung der Menschen wird immer religiös, ideologisch oder politisch missbraucht, meist von fanatisierten Lebenshassern, die ihre eigenen Probleme zu Problemen aller anderen machen wollen oder die es schlicht und ergreifend nicht ertragen können, wenn andere Menschen Spaß und Freude an ihrem Leben haben. Die Unbekümmertheit anderer ist für sie der eigentliche Dorn im Auge. Klar, das sprachst du alles ja überhaupt nicht an, fällt mir nur gerade dazu ein. Von et Höcksen aufs Stöcksken sozusagen, Georg labert mal wieder oder so ;-)

      Deine Frage wäre aber auch ganz kurz zu beantworten: "Fehlt dir in deinem Speisezettel niemals etwas Gemüse oder ein Salat?" Nö.

      Löschen
  2. Ich bin kein Gesundheitsapostel! Die Küche meiner Mutter war grottenschlecht und ich untergewichtig. Gutes Essen habe ich erst im Erwachsenenalter schätzen gelernt. Durch die Arbeit mit Köchen und die vielen Reisen entwickelten sich Vorlieben für gewisse Speisen. Mich gelüstet es nach Abwechslung und ich esse keine zwei Tage hintereinander das Gleiche.
    Diejenigen, die Ernährung als Ersatzreligion betrachten, oder sich das ewige Leben erwarten durch "das Richtige" tun mir leid. Genießen tun die nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist schon interessant. Deine Kindheit/Jugend verlief ernährungsmäßig demnach sehr ähnlich wie meine; auch ich war untergewichtig. Die Mahnungen aller möglichen Leute, "du bist viel zu dünn", waren schon sehr nervig. Trotz dieser Gemeinsamkeit entwickelte sich unser Ess- und Genussverhalten also unterschiedlich. Das sehe ich übrigens auch bei meinem Bruder, für ihn hat gutes Essen einen ganz anderen Stellenwert als für mich. Demnach scheint es sich dabei um kein sozialisiertes Verhalten zu handeln, wie ja auch immer gerne behauptet wird. Bei Ernährungsempfehlungen oder -vorschriften wird, wie immer, gerne der Kinderschutz angeführt: "wenn du deine Kinder schlecht oder nicht ausgewogen ernährst, leiden sie ihr Leben lang an Essstörungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten". Wir widerlegen also in der Praxis diese These.

      Ich glaube, dass Essverhalten ist individuell und vielleicht sogar genetisch angelegt. Ähnlich wie bei Süchten aller Art, die unter gänzlich verschiedenen Umständen und Voraussetzungen in allen Schichten der Bevölkerung vorkommen und sich jedem kausalen Erklärungsmuster widersetzen.

      Du wirst jetzt vielleicht lachen, doch beim E-Dampfen lässt sich dieses unterschiedliche Verhalten prima erkennen. Die eine Fraktion liebt die Aromenvielfalt. Der anderen, zu der ich mich zähle, genügt zwei, drei immer gleiche Aromen über Jahre hinweg. Für die eine Seite bedeutet die Vielfalt Genuss, für die andere Seite das möglichst stets gleichbleibende Geschmackserlebnis, also die Monotonie. Schon lustig. Und doch erleben beide Fraktionen eben ihren persönlichen Genuss.

      Ja, und zu dem Thema Genuss und Genussfeindlichkeit könnte man immer neue Bücher füllen.

      Lange Jahre war ich mir nicht sicher, welche grundsätzlichen Gemeinsamkeiten die Menschen besitzen - also als Basiskonsens gewissermaßen. So vielleicht wie die Liebe, nach der sich jeder Mensch sehnt. Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass am Ende nur eines immer und überall und zu jeder Zeit gleich ist, nämlich das Bedürfnis, den Mitmenschen zu verordnen, wie sie ihr Leben zu leben haben. Und da ist die Ernährung ein Teil des Bildes.

      Ich glaube noch nicht einmal, dass Genussfeinde den Menschen deshalb Ernährungsvorschiften machen, um sich am Verdruss dieser Menschen zu ergötzen, sondern wahrscheinlich glauben diese Gesundheitsapostel tatsächlich daran, dass durch ihre Ver- oder Gebote der Welt oder der Menschheit Gutes widerfährt, selbst dann, wenn es auf Anhieb Widerspruch auslöst. Vielleicht wie beim EU-weiten Glühbirnen-Verkaufsverbot: die Bevölkerung wird zu ihrem eigenen Glück und Wohl gezwungen. Deshalb sind solche Genussfeinde auch eine Gefahr, denn sie sind davon überzeugt, ihr Kreuzzug, ihr böses Tun sei in Wahrheit gut und edel. Das zieht sich von der Ernährung in alle Bereiche des Lebens, wird, wie bereits erwähnt, religiös, ideologisch oder politisch, je nach Kultur und Zeit, begründet: anderen ihre Lebensweise vorzuschreiben, das ist m.E. ein roter Faden.

      Es ist ähnlich wie der Geisterfahrer auf der Autobahn, der sich über die vielen Falschfahrer wundert. Diese Menschen sind selber seelisch krank aber besitzen Positionen und Möglichkeiten, die Gesellschaften, in denen sie gerade leben, in ihre Richtung umzuformen. Wenn die Psychotherapeutin psychisch krank ist, ist ihr Patient erst dann gesund, wenn er wie sie "fehlfunktioniert".

      Ein weites Feld. Ich wünsche dir jedenfalls den bestmöglichen Genuss. Vielleicht ist der dann auch ein weiterer Grundkonsens des Lebens: allen Widerständen zum Trotz ein Streben nach Genuss. Wenn es kein Jenseits gibt, keinen Gott, kein Paradies und so weiter - und alles sieht ja danach aus - dann wäre man doch verrückt, sich dem Genuss zu verweigern.

      Löschen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.