Dienstag, 3. April 2018

Zeitreise

Mangels Schlaf in der letzten Woche war ich gestern vor "meinem" Wochenende tatsächlich in eine schon als Bewusstlosigkeit zu bezeichnende 14-stündige Abwesenheit aus der realen Welt gerissen worden und hinein in ein Meer absolut traumloser Tiefe des Nichts gefallen. So, als würde jemand mit der Schere die Zeitlinie in der Erinnerung abschneiden: du schaust auf den Kalender und auf die analoge Uhr, danach kurz aus dem Fenster ins helle Licht des Tages, doch schon im nächsten Augenblick hat sich das Tageslicht nur leicht verändert aber das Datum wurde umgestellt. Ein komplett verschwundener Tag. Science Fiction quasi direkt vor der eigenen Nase. Ich bin ein Zeitreisender.

Ab morgen bis nächste Woche werden abermals dieselben Umstände vorhanden sein; also bin ich mal gespannt, ob und falls ja, zu welcher Reise ich dann aufbrechen werde. Natürlich fällt einem unwillkürlich dabei ein, dass es auch die letzte Reise sein könnte, diese Gedanken sind vorhanden, sie lassen sich nicht einfach leugnen. Was wäre demnach, wenn man nicht mehr aufwacht, der Tod also das Reiseziel ist? Natürlich glaube ich das für die nächste Woche eher weniger aber immerhin, irgendwann wird es genau so jedem von uns ergehen: von jetzt auf gleich versinken wir ins Nichts, und wenn wir nirgendwo mehr aufwachen sollten, bemerken oder bewerten wir nicht einmal diesen Vorgang. Eigentlich ist das Nichts doch tröstlicher als jedes Heilsversprechen der vielen Religionen, nicht wahr.

Nun muss ich erst mal schauen, ob und was ich denn gestern so verpasst habe. Bis dahin, man liest sich.

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