Mittwoch, 18. April 2018

Luftverkehr

Irgendetwas ist im Busch. Seit dem Tag, an dem der Westen Syrien bombardiert, hat der Luftverkehr des Militärs hier am unteren Niederrhein erheblich zugenommen. 1. fliegen nachts große Hubschrauber zu mehreren, was bisher nur in Ausnahmefällen sehr selten geschah, und 2. fliegen tagsüber auffallend viele tieffliegende Jets umher, so wie es in den 70er Jahren üblich gewesen war. Eine extreme Lärmbelästigung ist das. Ab ca. Mitte/Ende der 80er Jahre gab es das hier nicht mehr und jetzt komischerweise wieder. Also ist doch irgendetwas seit wenigen Tagen anders als bisher. Vielleicht wurden klammheimlich Vorschriften geändert und nun darf das Militär wieder zu Hause üben, glaube ich aber nicht, denn viel wahrscheinlicher sind das für mich Teile von Truppenbewegungen der Luftstreitkräfte. Müssen keine deutschen sein, wir besitzen zur Zeit ja nicht so viel flugfähiges Material. Wenn ein paar Dutzend Jets verlegt werden (Briten?), fliegen sie bekanntlich peu à peu zu ihren neuen Stützpunkten und werden nicht dorthin gefahren.

Bis auf dieses Rätsel gibt es sonst nichts Neues. Einen schönen sonnigen Frühlingsmittwoch wünsche ich dir.

Kommentare:

  1. Das klingt tatsächlich nicht nach Übungen.
    Was Syrien betrifft bin ich gespalten. Die Länder, deren Potentaten man getötet hat, sind inzwischen im Chaos versunken. Insofern sollte man Assad eher stärken als bekämpfen. Die Giftgasangriffe sind nicht klar bewiesen, somit war die Bombardierung fragwürdig.
    Fällt Assad auch noch, wird die gesamte Region keinen Frieden auf Dauer sehen.

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    1. Letzte Nacht war's ruhig und heute wurde ich von keinem Tiefflieger geweckt ;-) Es hat also knapp drei Tage gedauert. Die Amis fliegen hier nicht, die Franzosen nähmen eine andere Route, es bleiben im Fall Syrien die Briten. Und falls sie so viel Menschen und Material tatsächlich seit drei Tagen verlegen sollten, war von Beginn an also bereits geplant, einen größeren und länger andauernden Einsatz in Syrien zu fliegen. Die Inspektionen vor Ort haben darauf scheinbar keinen Einfluss, da das Ergebnis erst gar nicht abgewartet wird bzw. das Ergebnis eh vorher fest steht.

      Nun, was die Verhältnisse in Syrien betrifft, die komplexen Interessenlagen, Verstrickungen und so weiter, da erlaube ich mir keine Beurteilung. Ich bin ja kein Journalist, der glaubt, als vermeintlicher Allgemeinexperte zu jedem Thema der Welt sein Geseier abzusondern. Wenn ich schon solche Begriffe lese wie "Nahost Experte", dann weiß ich bereits, dass weiterzulesen sinnlos ist, denn jeder wirkliche "Experte" besitzt auch eine Berufsbezeichnung oder zumindest einen Tätigkeitsnachweis, der sein ausgezeichnetes Wissen belegt; allein die Bezeichnung "Experte" zeigt, dass diese Person überwiegend eben ein Laie ist. Und der bin ich selber.

      Was deine allgemeine Einschätzung betrifft, so klingt sie für mich vernünftig, doch wann hat jemals die Vernunft beim Militär oder in der Politik Entscheidungen getroffen? Wenn ich bedenke, dass jetzt diese enorme Menge an Menschen, Material und Kosten in die Region geworfen wird, dann ist mir schon klar, dass es dort weder um hehre Menschenrechte noch um Ideologien geht, sondern dass sich diese Kosten zukünftig auch auszahlen sollen. Und was so teuer ist, belegt seinen Wert für den "Investor".

      Die normalen Menschen hierzulande oder dort werden nicht nach ihrem Willen gefragt. Es hat noch nie in der Menschheitsgeschichte einen Krieg oder eine Krise gegeben, der bzw. die per Volksabstimmung beendet worden wäre. Sogar die Volksabstimmung auf der Krim wird einfach verleugnet. Daran erkennt man außerdem sehr schön, wie weit wir noch von einer demokratischen globalen Politik entfernt sind. Eine Utopie.

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