Samstag, 14. April 2018

"Je klüger, desto einsamer?"

Es ist ein Dilemma: gestern diskutierte ich mit ein paar Menschen, und was war mal wieder? Den Linken bin ich zu rechts, den Rechten zu links und der schwammigen Mitte suspekt.

Wenn ich überlege und mir vor dem geistigen Auge mein Leben in einer Art Blitz-Show Revue passieren lasse, komme ich nicht umhin, zu erkennen, dass es eigentlich immer schon so war. Ist das jetzt schlimm? Nein, wenn man sich daran gewöhnt hat, stets außerhalb von Gruppen, Clubs, Vereinen, Rotten oder Horden zu stehen, gewinnt man letztendlich sogar an Souveränität und Selbstständigkeit - nicht nur im Denken. Trotzdem beneide ich manchmal die Menschen, die überhaupt keine Probleme damit haben, sich einer Gruppendynamik widerstandslos zu fügen und es sich im wohlig-warmen Schoß der Gleichförmigkeit gemütlich zu machen. Das hat schon etwas, muss ich zugeben.

Um mein zerfranstes Fähnlein nun aber auch weiterhin allen Widrigkeiten rauher Witterungen und dem stürmischsten Wind hoffnungsfroh entgegen zu halten, bedarf es hin und wieder ein wenig samtweicher Seelen- oder Egomassage. Die beste Stärkung fürs Gemüt ist bekanntlich der Humor, ist ein herzhaftes Lachen über die eigene Situation. Da fand ich rein zufällig dieses wunderbare Video, in dem die nette Schweizerin Tamara Wernli in herrlicher Till-Eulenspiegel-Manier mir, dir und so manch anderem Zeitgenossen einen Spiegel vorhält. Übrigens bin ich auf ihrem YouTube-Kanal förmlich hängen geblieben, spricht sie doch so viele interessante Themen an; und sie zeigt darüber hinaus, wie lohnenswert das eigene Denken abseits der Normen, Kategorien und vorgegebenen Pfade doch sein kann. Aus diesen, selbst bei aller Ernsthaftigkeit, immer auch augenzwinkernden Kommentaren lässt sich förmlich neue Kraft schöpfen. Klicke dich da mal durch, ich wünsche dir viel Vergnügen:


Kommentare:

  1. Nur in aller Eile und OT: "Four Seasons in Havana" wurde soeben hinzugefügt.
    Habe mir den Trailer angesehen und ja, das wird heute abend angesehen.
    Ein "wehmütiger Detektiv" - das hatten wir noch nicht, oder? Und dann halt die Stadt in ihrer verfallenden Schönheit, die Oldtimer...

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    1. Da bin ich gespannt, was du darüber zu sagen hast. Deine Meinung wird für mich den Ausschlag geben, ob ich sie mir anschauen werde oder nicht.

      Habe gerade "Lost in Space" heruntergeladen (Mini-Serie, 10 Episoden). Nur zur bloßen Unterhaltung, kein besonderer Anspruch, denn ich konnte überraschend gute Kritiken darüber finden. Habe aber auch noch nichts gesehen, könnte also auch schlimm werden.

      Schön! So haben wir wider Erwarten zwei mögliche Kandidaten für eine unterhaltsame Woche :-)

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    2. Kommando zurück, oh, mein Gott! "Lost in Space" ist die schlechteste Serie, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Nein, nicht "gesehen habe", die Serie kann kein Mensch zu Ende sehen: billig, dumm, albern - Walt Disney produziert dagegen intellektuelle Hochkultur.

      "Lost in Space" soll eine Familienserie sein. Welche Familien? US-amerikanische der Mittelschicht, dümmlich, halb gebildet und politisch absolut korrekt, so korrekt, dass es schon wieder lustig wird. Es lässt sich aber schwer anhand von Beispielen jetzt textlich erklären. Sogar als Kinderserie taugt sie nicht, da kein Kind an so etwas Interesse zeigen würde. Es ist ähnlich wie die verdeutschte Sesamstraße, wie sich Erwachsene die Kindersendungen vorstellen und wünschen.

      Die Filmmusik ist gewissermaßen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, denn sie ist dermaßen unpassend und nervend, dass sie das Publikum (mich und dann sicher auch andere) förmlich aggressiv macht.

      "Lost in Space" ist die peinlichste Serie, die je gedreht worden ist. Die JournalistInnen, die sie positiv rezensiert haben, leben geistig auf der Höhe von niederen Insekten oder haben sie einfach nicht gesehen und betreiben bloße Werbung für die Produzenten.

      So, das musste ich jetzt unbedingt loswerden :-)

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  2. Wo anfangen. Die "Four Seasons in Havana" sind so gar nicht sehenswert. Der Detektiv bleibt farblos und spielen kann er nicht. Die Geschichte ist schlecht und unlogisch erzählt. Dem Kamerateam fällt wenig mehr ein, als Havana als Luftaufnahme zu filmen.
    Das Allerschlimmste ist jedoch der Ton. Jeder, aber auch jeder Dialog wird von einem unsäglichen Stück Jazz in immer wieder leicht abgeänderten Form unterlegt, und das viel zu laut.
    Oder es gibt eine Geräuschkulisse aus bellenden Hunden, schreienden Menschen, gackernden Hühnern und noch einiges mehr. Alles richtig schön laut, damit man möglichst wenig Dialog versteht.
    Damit die Salsa stimmt, wird alle paar Minuten schwer gevögelt.
    Nein, die Serie ist unerträglich schlecht.

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    1. Haha, so ein Zufall, da haben wir beide absolut Identisches erlebt. Ich weiß genau, wie du dich fühltest und verstehe haargenau, was du geschrieben hast. Schon lustig, nicht wahr ;-)

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    2. Zwar an verschiedenen Serien, doch dasselbe Erlebnis. So spare ich mir "Four Seasons in Havana" und du kannst dir "Lost In Space" ersparen. Das nennt man perfektes Teamwork!

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.