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Montag, 29. Januar 2018

Serientipp: "Peaky Blinders"

Kurzer Nachtrag: Nope, "Marco Polo" ist nichts für mich. Die Serie ist nicht schlecht, aufwendig produziert, gute Schauspieler, da gibt es nichts zu meckern, nur leider war ich schon während der dritten Folge eingeschlafen (hört, hört, liebe Barbara). Schlafen ist zwar nicht schlimm, im Gegenteil, sehr gesund und allemal besser als sich zu ärgern, aber die Lust auf eine 4. Folge war dann leider nicht mehr munter zu bekommen. Also zusammengefasst: eine an sich gute Serie aber eben nicht mein Fall. Geschmackssache halt.

"Peaky Blinders" hingegen ist klasse! Die Geschichte selber ist eine gängige Gangster-Clan-Story, doch einerseits besitzt sie durch und durch britisches Flair, ist also ganz und gar nicht typisch hollywoodmäßig inszeniert, und andererseits ist die Musik das absolut Herausragende. Schöner ehrlicher Hardrock, dreckig, laut, wild - ja, Liverpool, Birmingham, du assoziierst das sofort mit der Musik. Passt natürlich nicht in die 1920er Jahre, so what? Und auch die Szenerie ist genial. Nicht unbedingt dokumentarisch real, sondern - schwer zu beschreiben: eine künstlerisch-malerische Industriekulisse, viel funkensprühend und hammerhart. Das in Zusammenhang mit der Musik, so werden die 20er Jahre äußerst modern. Keine verstaubte Verklärung, nicht übermäßig brutal (brutal ist die Serie schon, doch keine Brutalität als Selbstzweck, sondern im Kontext). Und fabelhaft geschauspielert: britische Gesichter, Gestalten, die du in der Kneipe ums Eck täglich sehen könntest, keine Fotomodelle gestylter makelloser Menschen - ach, "Peaky Blinders" gefällt mir auf ganzer Linie und von A bis Z.

Apropos A bis Z: komme gerade müde von der Arbeit aber werde mir gleich noch Zwei Folgen reinziehen. Tüte Chips dabei, lecker Tässchen Kaffee, E-Pfeifchen... wunderbar. Wie einfach ist die Welt doch schön, um nicht zu sagen: AusgeZeichnet.

Kommentare:

  1. Bei Netflix liegt die Übereinstimmung für "Marco Polo" bei 75%. Es gefallen "die schönen Bilder", die Geschichte ist jedoch "etwas dünn". Ich hatte die mal für Notfälle auf dem Zettel, aber nun schenke ich sie.
    Mit "Peaky Blinders" sind wir mitten in der 2. Staffel und nun nimmt die Geschichte Fahrt auf.
    Stimme zu was Kulisse, Schauspieler usw. angeht. Eine Ausnahmeserie.

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    1. Du hast völlig recht, mit der zweiten Staffel intensiviert sich alles. Bin gerade ebenfalls in deren Mitte angelangt. Auch die Musik wird vielfältiger, schöne rauhe Stimme eines Blues oder Jazz vermischt mit Rock, Balladen und Furor wechseln sich ab und spiegeln die Geschehnisse wider. Die erste Staffel war in gewisser Weise die Einleitung, mit der zweiten Staffel geht’s los, genau wie du sagst: "nun nimmt die Geschichte Fahrt auf."

      Wenige, wenn dann aber äußerst brutale Szenen, gibt es, bei denen ich mich frage, für wen sie nun dermaßen offensiv zelebriert werden. Würde man sie schnitttechnisch entschärfen, wäre der Dramaturgie nichts genommen. Ich bin ziemlich sicher, dass mit ihnen Konzessionen an ein entsprechendes Publikum gemacht worden sind - doch egal, es handelt sich (bis jetzt) wirklich nur um zwei, drei exzessive Szenen. Bekanntlich gibt es andere Serien, in denen werden ausschließlich solche Szenen einfach aneinandergereiht und dann als beutender Inhalt ausgegeben. Von der Menge Sex & Gewalt ist "Peaky Blinders" weit entfernt von diesen Trash- und Splatter-Serien. Nur dummerweise kann eine einzige sehr brutale Szene die gesamte Staffel (offiziell) jugenduntauglich machen oder bei empfindsamen Menschen Abscheu erzeugen, was dieser Serie aber absolut nicht zustände, denn zu hoch ist ihre Qualität. Durch die wenigen zugegebenermaßen zu brutalen Szenen droht der Serie mehr Publikumsverlust als die Produzenten wahrscheinlich dadurch zu gewinnen hofften. Daher rate ich jedem Menschen, der hier mitliest und der sich wegen dieser Szenen vielleicht von "Peaky Blinders" abzuwenden beginnt, sie nicht überzubewerten oder geistig auszublenden, denn die Serie bietet zu 99 Prozent viel, viel mehr. Exakt wie du sagst, Barbara: Ausnahmequalität im positiven Sinne.

      Und sie macht süchtig, weswegen meine Wenigkeit heute auch wieder lange offline geht, um diese Nacht (meinen Tag) eine weitere Staffel zu genießen.

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.