.

.

Dienstag, 18. Juli 2017

Filmkritik zu "Certain Women"

Das Nichts
Habe gerade einen Film gesehen, justamente, stehe also noch unter dem Einfluss seines ersten Eindrucks - und obschon ich mir vorgenommen habe, keine Verrisse hier zu fabrizieren, komme ich nicht umhin, "Certain Women" als einen der langweiligsten und nichtssagendsten Filme zu bezeichnen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist eine einzige anderthalbstündige Einleitung ins Nichts. Aber lies mal, was der "Spiegel" daraus macht. Oha, ich habe also das Nichts scheinbar bloß nicht verstanden.

Die erste halbe Stunde verlief sogar vielversprechend. Du nimmst den Hauch einer einleitenden Erzählung wahr. In der nächsten halben Stunde lobte ich innerlich die schönen Landschaftsbilder, die eigenartige Stimmung, die von der Lebensroutine vierer Menschen in atmosphärischen und ruhigen Bildern eingefangen wird. Die letzte halbe Stunde staunte ich gerade noch über den Mut der Filmemacherin, sich dermaßen obsessiv der Gelassenheit hinzugeben, eine durchaus wohltuende Ruhe cineastisch förmlich zu zelebrieren, da war der Film plötzlich aus. Ende. "For Lucy", Abspann. Vier Einleitungen ohne Geschichten. War ich eingeschlafen? Aber nein! Es ist die gelungene Verfilmung von vier Sequenzen in die Belanglosigkeit. Und so gesehen hat der Streifen auch die vielen Preise, die er verliehen bekommen hat, absolut verdient, denn er ist ziemlich einzigartig. Mir fällt spontan kein anderer Film ein, der es auch nur ansatzweise wagt, ein Nichts derart mutig (dreist) dem Publikum zu servieren.

Dagegen wird der langweilige Arbeitsalltag heute zum abenteuerlichen Real-Time-Thriller. In diesem Sinne, schau dir den Film irgendwann einmal an, ich wette, er lief oder läuft noch in den öffentlich-rechtlichen Sendern, "arte" wahrscheinlich, mit ihm lernst du wieder die Routine deines Lebens mehr zu würdigen (wo wir gestern ja beim Thema Belehrungen und Pädagogik waren, gell).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.