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Sonntag, 11. Juni 2017

Festplatte: Abschied mit Vorankündigung

"Error, no operating system found". Meine großen Augen angesichts dieser Meldung beim Start eines der beiden Hauptrechner kannst du dir sicher vorstellen. Nachdem ich sämtliche mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen habe und sich mein Gehirn auch nicht weiterhin weigern kann, die mechanischen, beinahe metallend klingenden Geräusche zur Kenntnis zu nehmen, die bei den Versuchen, auf die eingebaute Festplatte Zugriff zu erhalten, neuerdings entstehen, liegt das Ergebnis auf der Hand: die Festplatte röchelt und zuckt mir ihren letzten Odem als wohlmeinend warnenden Abschiedsgruß entgegen.

Nach jedem 5. bis 10. Mal Netzstecker ziehen und Neustartversuch klappt es derzeit noch und der Rechner fährt hoch. Das kann aber nach jedem Herunterfahren sein Ende finden. Nun, ich betreibe zwei identisch eingerichtete Hauptrechner parallel (kleine stromsparende Office-Rechner, Tischrechner ohne Laufwerke, ohne verbaute Netzteile und so weiter aber dadurch flüsterleise), die bis aufs Mailprogramm mit denselben (neudeutsch) Apps versehen sind. Sämtliche Daten sind auf mehreren externen Festplatten gespeichert, übrigens ebenfalls in zweifacher Ausfertigung. Als ein schon etwas älterer Bio-Deutscher kenne ich noch gut das Kohlepapier aus unserem allseits geliebten Behörden- und Verwaltungsapparat vergangener Zeiten, sein Umgang pflanzt sich förmlich in meinen Genen fort. Die defekte Festplatte ist nicht die mit dem Mailprogramm, so dass der jeden Augenblick entstehende Schaden eher lästiger Natur sein wird. Die Neueinrichtung wird trotzdem viel Zeit in Anspruch nehmen, denn 1. wird sowieso nie alles so problemlos funktionieren, wie man's sich am Anfang denkt, und 2. sind Zig manuelle Anpassungen, Installationen sowie Registierungsänderungen mit einem jungfräulichen Betriebssystem erforderlich, unabhängig davon, dass alle Daten vorhanden sind.

Diese Arbeiten mag ich nicht. Noch nie. Bäh.

Im Aufschieben unangenehmer Tätigkeiten bin ich allerdings äußerst geschickt, und routiniert in seinem Umgang; was mache ich also nun? Erst mal gar nichts. Den Rechner einfach nicht mehr herunterfahren, seine angeschlossenen Monitore und die Netzwerkverbindung kann ich durch Knopfdruck mechanisch ausschalten. Updates (bis aufs Anti-Viren-Programm) finden eh keine statt, die einen Neustart erforderlich machen würden (keine Windows-Updates, seit Jahr und Tag nicht, auf einem dritten Rechner läuft noch die XP-Version von 2003). Jetzt könnte ich, da es sich bei den Hauptrechnern um dasselbe Win7-Betriebssystem handelt, theoretisch die komplette Festplatte des 2. Hauptrechners auf eine neue kopieren - tjaaa, das hatte ich vor Jahren schon ein mal versucht, es funktioniert letztlich nicht zufriedenstellend. Einfacher und schneller ist es, Programme neu zu installieren und Einstellungen erneut zu treffen. So lautet zumindest meine Erfahrung, denn genau dort liegt der stets hechelnde Hund begraben: zwischen Theorie und Praxis.

Nunja, ich komme um die Anschaffung und den Einbau einer neuen Festplatte nicht umhin, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Soll ich den nächsten Feiertag damit verbringen?

Technik-Nerd vom Planeten Schraubanus
Es gibt ja Menschen, die mögen solcherlei Tätigkeiten, die können an ihren Computern gar nicht genug herumspielen im Sinne von herumschrauben. Was bei ihnen im Gehirn anders gestrickt ist, das wüsste ich schon gerne, denn es steht dermaßen diametral den eigenen Synapsen entgegen, dass ihre Lebenswelt, Sichtweisen, Interessen und so weiter mir oft vorkommen, wie die außerirdischer Wesen. Für mich muss ein Rechner still sein, kommunikations- bzw. spionagefrei, er soll irgendwo unsichtbar in einer Ecke stehen und mir als sklavisches Werkzeug dienen. Er existiert weder um seiner selbst willen, noch hat er irgendwelche selbstständigen Entscheidungen zu treffen - genauso wenig wie die benutzte Software übrigens. Allein dem Anti-Viren-Programm überlasse ich seine Überwachung und Updates, doch nicht mal ihm gönne ich eine statistisch begründete Kommunikation darüber hinaus mit seinem Hersteller. Den Web-Browsern schon gar nicht - aber das ist alles ein schier unendlich weites Feld, und ich bemerke gerade, dass ich mich mit jedem weiteren Satz dazu dort verlieren würde.

Der Sonntagsgruß an dich lautet also: Toi! Toi! Toi! Dir sowieso, aber auch deinem technischen Sklaven wünsche ich gesundheitlich nur das Allerbeste.

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