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Samstag, 6. Mai 2017

Man bekommt, was man verdient

Die linken, beinah täglich gegen Israel hetzenden Medien schimpfen plötzlich Xavier Naidoo aus und werfen ihm ihren eigenen Antisemitismus vor; die bürgerliche Presse wütet förmlich in gleicher Weise und nennt seinen Song "Marionetten" Pegida-Sprech. Eltern und Lehrer warnen ihre Kinder vor Xavier Naidoo. Erziehungs-berechtigte diverser Anstalten versuchen ihren erwachsenen Zöglingen den feinen Unterschied von berechtigter zu unberechtigter Kritik am Establishment zu erklären, also von links (gut) zu rechts (schlecht), selbst wenn sie gleichlautend tönt. Das hat etwas von Polit-Offiziellen und ist ziemlich lustig: "Was sind Sie von Beruf?" "Ein politischer Facebook-Kommissar".

Böhmermann steht selbstredend für Satire und Kunst, Xavier Naidoo nur für Wahnsinn und Unkultur. Wenn dann sogar ein Foto Claudia Roths in der "Welt" zu sehen ist (Ex-Managerin von Rio Reisers "Ton, Steine, Scherben" u.a. "Macht kaputt, was euch kaputt macht" = gute, da linke Kritik am Establishment), die vor Xavier Naidoo eindringlich warnt, ja dann fehlt eigentlich nur noch der erhobener Zeigefinger des Lehrer Lämpels, denn damit ist ersichtlich, dass Xavier Naidoo an etwas rührt, was zutiefst wahr ist, denn es tut weh.

Wie schon in der DDR "die Monotonie des Yeh,Yeh,Yea" offiziell ihre Ablehnung fand und gegen staatsfeindliche Kunst vorgegangen wurde, so wird Xavier Naidoo nun vom politisch korrekten Medien-Mainstream ausgegrenzt und beinahe schon religiös als "Zerstörer statt Erlöser" diffamiert, allerdings mit dem Unterschied, dass es kein staatlich exekutives Vorgehen gegen Kunst und Kultur heute mehr gibt; es bleibt also beim kollektiven Schimpfen. Eine größere und bessere PR kann man sich kaum vorstellen.

Wenn Eltern ihre Kinder vor einer vermeintlichen Unkultur warnen, steigt diese binnen Kürze in eben den Olymp der Kultur auf. Seit dem Rock n' Roll der 50er Jahre wiederholt sich schablonenhaft dieses Vorgehen von Generation zu Generation. Dies als empirische Wahrheit auf Xavier Naidoo angewandt, bedeutet, dass unser Land in spätestens ein, zwei Generationen voller Xavier Naidoos sein wird. Heute offenbart sich uns durch seine Kunst der Blick in den Spiegel unserer eigenen Zukunft.

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