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Sonntag, 28. Mai 2017

Angst bei Gewitter

Heute sollen die ersten kräftigeren Gewitter hier antanzen. Im wortwörtlichen Sinne. Freistehendes Haus ohne Blitzableiter und drumherum tanzen dann die zackigen grellen Blitze bis dicht heran und schlagen in die Felder ein. Warum kein Blitzableiter? Ihn will keiner haben, alle sperren sich dagegen, teils aus Aberglaube, "das Haus steht ungetroffen seit 17-hundert-soundsoviel" (natürlich ungeachtet der Stromleitungen und Metallautos vor der Tür), teils aus Kostengründen, "ich bezahle dafür aber nichts". Nun ja, ich selber lebe direkt unterm Dach, alles nur aus Holz, und darf dann Jahr für Jahr hoffen, dass nichts passiert.

Okay, okay, du als geneigte Leserin und als Leser hast meine Worte schon richtig interpretiert: der Georg hat schlichtweg Angst bei Gewitter und sucht seine Angst jetzt rational zu begründen. Hatte ich immer schon, von Kindheit an. Ich glaube, die damalige Angst meiner erzkatholischen Großtanten, bei denen ich aufgewachsen war, und die sehr gerne bei Gewitter schaurige Sprüche absonderten, was so alles mal geschehen sei und was geschehen könne und der liebe Herrgott, der solchermaßen Strafen sendet, hat sich auf mich übertragen. Diese Angst mag ein halbes Jahrhundert verborgen in mir geschlummert haben, mehr oder weniger, aber mit fortschreitendem Alter, so muss ich zugeben, lugt sie doch immer öfter und ursprünglicher aus dem Seelenversteck hervor. Grade jetzt, da es in der Ferne gewittrig grummelt, was aber diese Nacht noch nicht als Unwetter bis hierher reichen wird, dreht sie ihr hässliches Köpfchen schon mal in meine Richtung und grinst mich provozierend an. Morgen bzw. heute am Sonntagabend wird es spannend.

Apropos spannend, durch eine Überspannung hat's ja "letztens" (2015?) meinen Router zerschossen, den teuren werde ich also ab Mittag komplett vom Netz nehmen, da ich dem Überspannungsschutz nicht traue bzw. kein 200-Euro-Router als Testgerät dafür zur Verfügung stellen möchte. Offline also und ohne Heimnetzwerk.

Naja, is' halt so. Gewitter in der Nacht ...

Kommentare:

  1. Hi Georg,
    bei mir hat vot 2 Jahren der Blitz in die Telefonleitung geschlagen. Das war ein Feuerwerk. huii. seitdem bei Gewitter alles raus was geht. auch Telefonanschluss! Ansonsten mach ich es wie die Tiere-ducken und durch- und ein lieber Gruss an die Wettergeister mit der Bitte mich zu verschonen.
    Die Alten haben eine schwarze Kerze angezündet um vor Blitz zu verschonen...
    lg Elke

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    1. Hi Elke, jetzt möchte ich ja nicht den Teufel an die Wand malen, doch tatsächlich sind wir als Massenmenschheit vor Unwetter aller Art klein und machtlos wie vor kaum sonst etwas. Früher hat's wenigstens Höhlen gegeben. Okay, bei einer Sturzflut wird eine Höhle auch zur Todesfalle. Hochhäuser? In ihnen kann man seit "9/11" ebenso nicht mehr sicher sein, ich meine, bei einem Einsturz ist es egal, ob durch Menschen verursacht oder durch ein Erdbeben. Was bliebe sonst noch? Wo ist es sicher? In der ISS? Selbst dort wird die Besatzung durchweg von Weltraumschrott und Minimeteoriteneinschlägen bedroht.

      Also eigentlich ist man nirgendwo mehr sicher. Außer bei "Wetter-online", die haben nämlich mal wieder "gelogen" und ihre Vorhersage geändert: aus heute Abend ist morgen Nacht geworden. Doch sogar ohne Gewitter habe ich auf eine Nur-Überschwemmung durch Starkregen auch keine Lust, denn gerade erst sind die Steine ums Haus mit dem Hochdruckreiniger tagelang abgespritzt worden, bei heftigen Regen kommt der ganze Dreck von den angrenzenden Feldern bis vors Haus, danach ist alles wieder feldbraun und schlammig.

      Also alles in allem eigentlich immer Stecker raus, wie du sagst, und ducken. Apropos ducken, fällt mir gerade ein, da war doch mal was... "Duck And Cover" ;-)

      https://www.youtube.com/watch?v=IKqXu-5jw60

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  2. Hi Georg,
    naja so lange es nur Dreck auf den Steinen vorm Haus ist.. Hochdruckreiniger gibt es bei mir nicht. Streite oft mit Nachbarn wegen Moosbefall-diesen Spitznamen hat er nun auch weg..Da wird gnadenlos abgemäht und plattgewalz und vergiftet. Pfui.
    Hä, was soll der Keks- Kampf der Natur oder was, wegen ein bischen Moos oder ein paar kleinen Gräslein oder Blättern...
    So wie wir die Natur bekämpfen brauchen wir uns nicht wundern dass sie uns immer massiver bekämpft, da hat sie recht!
    Oh da könnte ich jetzt ausrasten, aber hat ja keinen Sinn..der Sauberwahn ist nicht aufzuhalten..grummel...
    Und was ist schon sicher? Das einzig sichere im Leben ist der Tod-der kommt sicher:).
    lg und mach dir keinen Stress
    Elke

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    1. Mein kleiner Teil des Gartens lebt auch entsprechend. Und es ist herrlich kühl dort an heißen Sommerabenden, alles wild und hochgewachsen, nur die Brennnesseln mache ich weg, weil die alles überwuchern würden und mich im Garten nicht mögen. Aber kein Rasenmähen, seit Jahren nicht, es ist schöner als je zuvor.

      Ansonsten ist das zu 3/4 aber anders. Oma und meine Nichte mit ihrem Kind wollen es schön nach ihren Vorstellungen haben. Oma (also meine Mutter) hat noch nie in ihrem Leben mal 10 Minuten im Garten gesessen und relaxt ohne etwas dabei zu tun. Frühling und Sommer war für sie immer nur Arbeit. Da sage ich mal nichts zu, du kannst es dir sicher denken. Gezwungen hat sie aber nie jemand dazu, eher umgekehrt, sie lag und liegt allen anderen nur immer im Ohr, sie mögen mehr Gartenarbeit machen. Meine Mutter hätte sich prima mit deinen Nachbarn verstanden. Naja, nu isse dement und nervt dahingehend wenigstens nicht mehr. "Boah, was bist du fies, Georg", nenene, fies wäre die Wahrheit schonungslos berichtet ;-)

      Hochdruckreiniger macht aber Spaß wenn's richtig heiß draußen ist. Und du kannst dir den Schlamm vom Feld nicht vorstellen, den kann man echt nicht liegenlassen. Gift gibt’s hier seit der Geburt meiner Großnichte keines mehr.

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  3. Hey Georg, noch ein Nachtrag:
    dachte mir gerade, na Elke hast du mal wieder leicht dahergeredet:).
    Das selbe Problem wie du bei Gewitter habe ich mit Sturm.
    Wenn Strumwarnung angesagt ist wird mir schon ganz flau.
    Wenn es dann stürmt sitze ich im Eck wie ein verschrecktes Kaninchen und hoffe nur dass es gut vorbei geht. Bei den Sturmnächten die letzten Monate hab ich kaum geschlafen und war nervlich echt extrem angesägt.
    Also ich kann deine Angst schon nachvollziehen.
    Kannst du dich noch an Kyrill erinnern? da musste ich 2 km durch den Wald heimlaufen, kein Taxi nix mehr...das steckt mir heute noch in den Knochen.
    Trotzdem, mach dir keinen Stress:)!
    Ich wünsch dir alles liebe
    Elke

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    1. Jaaa, Kyrill, klar, der bleibt im Gedächtnis. Es gab viele Schäden im Ort, bei uns gottlob nicht, das Haus ist ja eine alte umgebaute Kate, die sich von jeher ebenfalls gewissermaßen duckt. Aber im angrenzenden Wald gab es Wirbelwinde, die viele Schneisen schlugen, der ganze Wald wurde wochenlang gesperrt. Die Anwohner waren natürlich trotzdem dort, es sah aus, wie nach einem Bombenkrieg. Der Wald hat sich nie davon richtig erholen können, denn (wer nun auch immer) die Verantwortlichen hatten die Zerstörungen zum Anlass genommen, alles ziemlich auszudünnen, den angrenzenden Golfplatz heimlich zu vergrößern und alte Wege dicht zu machen. Aufgeforstet wurde nichts mehr.

      Jaja, so sind die Menschen halt, nehmen jede Gelegenheit der persönlichen Bereicherung wahr. Was bin ich heute aber fies, stelle ich schon wieder fest ;-)

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  4. Hey was heisst fies... ist die Wahrheit sagen fies? nö!!!
    Jedem Respekt der das tut.
    Naja und gezwungen werden die Menschen durch die Allgemeinheit. Machst du nicht was angesagt ist -wie doof es auch immer sein mag- dann wirst du geächtet, gemobbt und schräg angeschaut. Das ist auch ein Zwang: die Angst ausgegrenzt zu werden.
    Und wenn du einfach in deinem Garten sitzt und geniesst statt zu "gschaftlhubern" wie man bei uns in franken sagt, dann bist du ein Faulpelz und wirst auch wieder doof angeschaut.
    Naja, durch die gesellschaftlichen Zwänge entsteht viel Unfug.
    Ein weites Thema.
    Schöne gewitterfreie Tage wünsch ich Dir!:)
    lg Elke

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  5. Oh und nochwas, hast du schonmal Brennesselspinat gegessen? Die jungen Pflanzen ernten und wie Spinat zubereiten. LECKER!
    Ich liebe Brennesseln, eine wunderbare Pflanze die jeden geschundenen Boden wieder regeneriert.
    Aus den grossen Pflanzen frisch Tee kochen: Jami!
    teste mal, mit Melisse oder Minze gemischt. Super Sommertee:)
    nochmal lg Elke
    Ach und um deine Kate beneide ich dich:).
    Mein Traum wäre ein Haus im grünen, ohne wahnsinnige Nachbarn und einfach nur Ruhe. Wenn ich im Lotto gewinne, ja dann:).... Leider fehlt das nötige Kleingeld noch:(.

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    1. Ach, auch das findet schnell wieder sein Ende. Sobald Mutter gestorben ist, was heute ja bereits abzusehen ist, beginnen die Erbstreitigkeiten. Zum Auszahlen fehlt das Geld also wird entschieden werden, zu verkaufen und aus die Maus.

      Im günstigsten Fall zieht mein Bruder in Mutters Wohnung. Das ginge aber frühestens in 8 Jahren. Da ich die übrige bucklige Verwandtschaft kenne, weiß ich, dass zuvor der riesen Heckmeck hier ums Haus veranstaltet werden wird. Und falls meine Nichte nicht mehr mitspielt und den Verlockungen von ein paar wenigen Euro-Scheinen verfällt, was ich ihr durchaus zutraue, dann muss ich mir eine neue Wohnung suchen. Daran will ich gar nicht denken. Weg! Thema verdrängt! Fort! Fort! Fort, mit diesen Gedanken! Als Waldschrat könne ich überhaupt nicht mehr unter Menschen leben, glaube ich. Man könnte mich mit Internetanschluss (der ist allerdings Bedingung für mein seelisches Wohlergehen) irgendwo in die Walachei oder von mir aus nach Sibirien verfrachten, da würde ich mich wohler fühlen als in einem hiesigen deutschen Ort zu wohnen.

      Doch was lehrt uns unser Leben? Erstens kommt alles anders und zweitens, als man denkt. Zukunft planen, das funktioniert nicht wirklich. Es kommt sowieso immer, wie es kommt. Wer weiß denn, was in 8 Jahren ist?

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