.

.

Donnerstag, 6. April 2017

Von wegen unseriöses China

Mein Paypalkonto besteht seit Jahren und ich kann die Menge der Bestellungen damit längst nicht mehr zählen. Beim letzten Interneteinkauf bestimmte ich wie oft (je nach Shop): "Lieferadresse = Paypaladresse". Angekreuzt und ohne Kontrolle weitergeklickt. Nachdem alles fertig und ich längst den Shop verlassen hatte, bekam ich von ihm eine E-Mail, dass etwas nicht stimmen könne, denn die Paypaladresse lautete zwar mit Name, Straße und Stadt korrekt aber plötzlich wohnte ich in den USA statt in old Germany. Ein Bug, ein Fehler war aufgetreten. Bei Paypal wird mein Konto nach wie vor als ein deutsches geführt aber irgendetwas bei der Datenübertragung war falsch gelaufen, denn der Fehler könne, so lautete die E-Mail, nur bei der Übermittlung der Paypal-Daten entstanden sein. Schuld sei definitiv nicht die Shopsoftware, sondern Paypal. Naja, egal, der Fehler war da.

Gut, Menschen korrigieren Technik. Erst mal ein Dankeschön an die aufmerksame Chinesin, ohne sie wäre die Ware in den USA gelandet.

Die Bestellung war noch nicht abgeschickt, konnte allerdings nachträglich nicht geändert werden. Diskussionen über Warum, Wieso, Weshalb mit Support-MitarbeiterInnen führen bekanntlich zu nichts, so stimmte ich der Stornierung der Bestellung zu und gab anschließend eine gleichlautende neue mit korrekter Adressangabe auf. Paypal reagierte, schrieb den Betrag sofort meinem Konto im Status "offen" gut.

Nun rate mal, wie lange dieser offene Status anhielt? 7 Tage lang. Ich gab Paypal eine Woche einen kostenlosen Kredit.

Würde ich mich darüber aufregen, stünde es mir frei, mich die nächsten Monate mit Bots und/oder indischen Deutsch-Studierendenden bei Paypal in einem munteren Hin und Her auszutauschen. In den von mir akzeptierten Geschäftsbedingungen mit Paypal steht dezidiert, dass Rückzahlungen in der Regel bis zu 7 Tage benötigen, um vom Status "offen" in den "abgeschlossenen" also vollzogenen zu gelangen.

Schaden ist keiner entstanden, nur Ärger. Er wäre vermieden worden, wenn ich besser aufgepasst hätte. Routine verleitet zu Nachlässigkeit. Wer hat letzten Endes mein Geld beschützt? Eine aufmerksame chinesische Mitarbeiterin. Liefert Fleurop eigentlich nach China?

Kommentare:

  1. Tatsächlich kein Grund für einen Aufreger.
    Vermutlich ist das chinesische Unternehmen ein großes, so dass deine Bestellung jedesmal eine andere Person bearbeitet. Hie und da habe ich es aber dennoch geschafft, mich bei dem aufmerksamen Mitarbeiter direkt zu bedanken. Es kam tatsächlich ein Feedback.
    Kürzlich habe ich eine Netzapotheke schlecht bewertet, weil das Lockvogelangebot eine linke Chose war. Aber generell hake ich es ebenso ab wie du hier.
    Ist Aldi Talk denn vom Tisch?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, liebe Barbara, Fleurop überträfe den Warenwert um ein Vielfaches, es war eine rhetorische Frage, doch ich habe mich tatsächlich persönlich bedankt (daher weiß ich auch, dass es sich um eine Mitarbeiterin und nicht um einen Mitarbeiter gehandelt hatte).

      Klar, mein Eintrag ist im Vergleich zu den Problemen der Welt oder zu echten Sorgen Peanuts. Ich betrachte diese winzige Episode auch nur als ein Mosaiksteinchen in unserem Bild, das wir uns von fernen Ländern und den Menschen dort machen. Liest man ausschließlich in den Zeitungen, so erscheint China als ein Land des Raubtierkapitalismus und der Ausbeutung von Mensch und Natur. Alles arme Menschen mit Atemschutzmasken, geknechtet und unglücklich. Liest man von Jahr zu Jahr immer weiter lediglich in dieser Hinsicht, so etabliert sich schleichend das nächste negative Vorurteil in unsere Gehirne und wir betrachten uns Deutsche (mal wieder) als "besser" oder "mehr wert" als Chinesen. In China wie anderswo auf der Erde leben und handeln aber ganz normale Menschen wie du und ich und ich frage mich, weshalb so wenig Positives von ihnen berichtet wird.

      Negatives gibt es zuhauf, da braucht's keine fernöstliche Reise, nicht mal virtuell. Da reicht schon der Name "Aldi-Talk" - und der Blick nach Düsseldorf zu deren Eintreiber-Inkasso-Gang. Nein, und klopf auf Holz, bis jetzt habe ich kein Sterbenswörtchen mehr gehört. Es ist aber noch nicht vom Tisch. Weißt du, wie lange eine Nichtreaktion dauert, eh dass sich darauf schließen lässt, dass nichts mehr folgt und die Angelegenheit nicht weiter verfolgt wird? Ich kenne mich in dieser Hinsicht absolut nicht aus.

      Löschen
  2. Lebenslang?
    Irgendwann kommen die persönlich;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Moskau-Inkasso. Duck und nix wie wech hier ;-)

      Löschen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.