.

.

Mittwoch, 5. April 2017

Von der beruhigenden Normalität

Eigentlich wollte ich heute neue Fotos zeigen von weiteren prächtigen Bastelarbeiten, doch - wie soll ich's sagen? - jene sind auf ganzer Linie kläglich gescheitert. Keine Sorge, deswegen bin ich nicht deprimiert oder so etwas ähnliches, ganz im Gegenteil, denn die letzten gelungenen Arbeiten hatten mich selber nicht mehr als ein vertrautes Ich erkennen lassen und es breitete sich schon ein wenig Angst aus, dass da etwas mit mir nicht stimmen möge, so wie hin und wieder davon berichtet wird, dass nach einem Blitzschlag manch einer mit dem Klavierspielen beginnt, obwohl er sein Leben lang unmusikalisch gewesen war. Gelungene Bastelarbeiten gleich mehrmals nacheinander, huuhhh, das wäre in der Tat nicht recht geheuer.

Nein, heute kann ich davon berichten, dass alles in normalen Bahnen läuft. Mein außergewöhnliches Talent einer allumfassenden praktischen Ungeschicklichkeit schillert auch weiterhin in bunten Farben und das mitunter in einem solch gleißenden Licht, dass bereits aus der Entfernung mein Vorhaben zu erkennen ist, damit genügend Zeit für alle Beteiligten bleibt, sich rechtzeitig in Sicherheit zu begeben oder Maßnahmen einer eigenen Uneignung zu ergreifen: Messer, Schere, Licht stellen sich einfach tot und schneiden, öffnen, leuchten nicht.

Dies erspart mir gnädigerweise das eigene Blut aufzuwischen, hätte aber, so ich denn abschließend meine Kamera zur Hand genommen hätte, als Schlachtfeld eines Bastelexzesses allerhand hergemacht: diverse Filzreste groß und klein, erstaunlich schiefe Papierschablonen, hartnäckige Klebereste und unwürdige Skizzen als Beleg beharrlich ausbleibender Intelligenz bereits in der Planungsphase.

Doch dieses Tagebuch ist bekanntlich kein Facebook einer Bloßstellung bis in die letzte private Intimsphäre, daher behalte ich mir vor, das Bild einer misslungenen Verwirklichung kreativer Ideen in meinen biologischen Speicher zu überführen, auf dass es dort mehr und mehr verblasse.

Ja, so ist das. Die Normalität hat mich wieder.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen