.

.

Dienstag, 25. April 2017

Randnotiz als Reisememo

Harmonie
Ein Tag, an dem es wie jeden Tag viel Elend in der Welt geben wird, an dem persönliche Tragödien stattfinden werden aber auch das Glück die Menschen besucht. Heute ist der Geburtstag und der Todestag von Mensch und Tier, ein Tag der Entscheidung, der Hoffnung, der Liebe, der Trauer, der Freude und des Leids - ein ganz normaler Tag also.

Aus meiner persönlichen Lebensnische schaue ich kurz hervor, wage einen Rundumblick, es ist still und unaufgeregt, ich ziehe den Kopf wieder ein und bin froh, dass in der unmittelbaren Umgebung alles ist, wie es ist; Dankbarkeit für einen weiteren Tag in Gesundheit und ohne Hysterie. Nein, das Schicksal hat mich nicht vergessen, es lässt mich gegenwärtig nur in Ruhe. Ist das nicht eigentlich bereits ein großes Glück? Ja, so sehe ich's, genieße jeden Tag und bin mir bewusst, es könnte auch mein letzter sein. Es gibt nichts, was ich noch unbedingt erleben oder unternehmen möchte, nichts Vergessenes, das ich jemandem dringend zu sagen hätte, keine wichtigen Fehlerkorrekturen und keine Sehnsüchte, denen ich hinterherjage - es ist einfach nur ein ereignisloser Tag voller Zufriedenheit.

Und diese Tagebuchnotiz ist wiederum überhaupt nicht depressiv gemeint, falls du es so verstehen solltest, im Gegenteil, sie meint das Glück und drückt die Dankbarkeit für jede ruhige Minute des Daseins aus. Wer weiß, was uns allen das Morgen bescheren wird und wie wir an das Heute zurückdenken werden? So klebe ich das Hier und Jetzt jedenfalls bewusst als Memo für die Reise in die Zukunft auf mein Gepäck.

Kommentare:

  1. Man nennt es Gelassenheit.
    Dem Tag dankbar sein dass er einen gesund aufstehen läßt. Die große Tasse Milchkaffee in der Früh und dann den Tag gestalten wie ich will.
    Das wünsche ich mir noch für eine ganze Weile.
    Ereignislose Tage löst auch bei mir große Zufriedenheit aus.
    Alles gut.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau so ist es. In einer Welt, die von morgens bis abends aus Hektik und hysterischer Aufgeregtheit wie in einem Hühnerstall besteht, wird die Ereignislosigkeit und Ruhe zu einem kostbaren Luxus. Wir sind Königskinder, liebe Barbara, wie all jene, denen auch ein solches Glück zuteil wird (Gesundheit ist schließlich ein Glück, das jederzeit zu Ende sein kann, so wie es das pure Pech eines Huhns ist, im Stall des nachts vom Fuchs gepackt zu werden). Und weil wir wissen, dass uns das Glück nicht ewig hold sein kann, genießen wir's, so lange es als Gast an unserem königlich gedeckten Tisch sitzt. Hachja ... (haucht's einen Seufzer). Immer diese albernen Metaphern. Ich liebe Metaphern ;-)

      Löschen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.