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Dienstag, 18. April 2017

Oster-Filmfestival, Teil 2 (mit Preisverleihung)

Nun also erst einmal Tag 2 des österlichen Filmfestivals:

Weitere 4 Folgen der 2. Staffel "Billions"; es bleibt bei der 1 minus. Alles sehr maskulin, man merkt deutlich, dass beim Drehbuch sowie bei der Herstellung nur Männer das Sagen hatten. Gerade was die Intrigen betrifft, würde hier eine weibliche "Spezifikation" der Serie sehr gut bekommen. "Was ist denn bitteschön eine 'weibliche Spezifikation der Intrigen'?" Egal was ich jetzt darauf antworten würde, es führte zu Missverständnissen, deshalb sag ich's einfach mal so: Frauen können das besser.

"Ein Schnupfen hätte auch gereicht"; und Gaby Köster hätte eine bessere Biografie verdient. Klamauk auf RTL-Niveau in der Machart von "Ritas Welt". Peinlich, Schulnote 6.

And the winner is … Einstimmig hat die Festival-Jury sich 2017 entschieden für:

"Leb wohl, meine Königin" (dieser Link führt m.E. zu der besten Kritik über diesem Film von Andreas Staben), ein französischer Spielfilm, der untypischerweise für französische Filme sehr gut synchronisiert worden ist. Es handelt sich hierbei um einen Historienfilm von 2012, der zur Zeit der Französischen Revolution spielt und aus der Sicht einer kleinen Angestellten des königlichen Hofs die dramatischen Momente wiedergibt. Sie finden trotz ihrer zentralen Thematik also nur am Rande statt, was den Film schon zu etwas Besonderem macht. Neben Diane Kruger, die die Königin Marie Antoinette unspektakulär verkörpert, spielt Léa Seydoux die Hauptrolle als Vorleserin der Königin. Und das ist es bzw. sie ist die Schauspielerin, die den ganzen Film trägt. Ungeschminkt und ausdrucksstark als Darstellerin sowie durch die gelungene Wahl Anne Helms als Synchronsprecherin findet hier akustisch und visuell eine wunderbare Symbiose statt, die ich selten so erlebt habe. Es ist erfrischend, junge international eher unbekanntere Schauspielerinnen und Schauspieler in Hauptrollen solcher Filme großer Themen zu sehen, so etwas wertet diese Filme kolossal auf und lässt sie weniger als PR-Streifen berühmter Kollegen erscheinen. Diane Kruger verblasst zu recht hinter Léa Seydoux' Darbietung, die, wie gesagt, neben der sehr interessanten Perspektive, den Film zu einem äußerst sehenswerten und einmaligen Ereignis macht.

Schulnote: eine fette 1. Der Film wird archiviert und mit Sicherheit noch mehrmals angeschaut. Daher ist er auch ein würdiger Preisträger des diesjährigen erstmals vergebenen "Güldenen Osterpokals" der österlichen Filmfestpiele in den heimischen Gefinden. Übrigens, falls du das Häschen zu albern finden solltest, ein Bambi ist nicht wirklich besser.

Kommentare:

  1. Hast du ja doch noch die Praline unter all den langweiligen Schokeiern gefunden.
    Diane Kruger ist für mich eher ein Grund, den Film nicht anzusehen. Irgendwie langweilt sie mich.

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    1. Auch ich kann mit ihr nur wenig anfangen aber in der Rolle der Königin ist das sogar gut! Und sie spielt nur eine Nebenrolle (obwohl Wikipedia das Gegenteil erzählt, stimmt aber nicht). Ich sag ja, ihre Rolle und ihr Spiel verblasst wunderbar hinter der bzw. dem von Léa Seydoux, so dass eine Antipathie für Kruger perfekt passt und für den Film förmlich eine Idealbesetzung ist. Wer weiß, vielleicht wollte genau das der Regisseur auch so haben?

      Der Film lohnt sich wirklich, Barbara.

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