.

.

Sonntag, 2. April 2017

Gedankliche Skizzen zum Sonntag

Heute nur mal so ein paar spontane Gedanken ohne Anspruch auf ihre Richtigkeit und schon gar nicht auf Vollständigkeit.

Schlafstörungen kenne ich wie viele andere Menschen ebenfalls. Zu einem Problem werden sie immer dann, wenn sie nicht mit einem strikten Gerüst aus vorgegebenen Arbeits- und Verpflichtungszeiten, so will ich das mal nennen, in Einklang zu bringen sind. Je weniger Termine desto einfacher ist der Umgang mit Schlafstörungen. Eigentlich bezweifle ich sogar, dass dies überhaupt echte Störungen sind, denn nur da sich der Schlaf einem künstlich auferlegten Rhythmus nicht bedingungslos ein Leben lang anpassen mag, heißt das ja nicht, dass etwas mit dem Schlaf nicht in Ordnung ist, vielleicht stimmt auch nur etwas mit dem Leben drumherum nicht.

Viel zu oft wird unangepasstes Verhalten als krankhaft abgestempelt und bedenkenlos von Ärzten medikamentös behandelt, um möglichst schnell und kostengünstig wieder in Reih und Glied zu marschieren. Wieso "behandelt" man nicht die Umstände und Bedingungen und passt diese dann den körperlichen Notwendigkeiten an? Der Mensch soll sich flexibel der Arbeits- und Sozialwelt anpassen. Warum nicht umgekehrt? Die Arbeitswelt bedeutet im Klartext meistens ein Schuften für jemand anderen, es sei denn, du hast das seltene Glück, dich tatsächlich dort ausdrücken und "verwirklichen" zu können. Hobby als Beruf oder ähnliches. So etwas ist aber wohl eher die Ausnahme. Die Regel ist die Fabriksirene oder die Stempeluhr, um hier in klassischen Bildern zu bleiben.

Selbstverpflichtungen, weil man nicht Nein sagen kann oder Angst hat, irgendetwas zu verpassen, Verschuldungen, denen mit einem Maximum an Einsatz des Geldverdienens entsprochen werden muss, die Sucht nach Anerkennung oder eine Kompensation psychischer Defizite, all das sind weitere Ursachen, die den eigenen seelischen sowie körperlichen Voraussetzungen oft entgegenstehen. Es mag sein, dass ich 20 oder 30 Jahre lang einem überfüllten Terminkalender hüpfend wie ein junger Hund und fröhlich pfeifend nachkommen kann, doch eigentlich sollte ebenso klar sein, dass dies nicht ein ganzes Leben gleich und gleichermaßen geschmeidig funktioniert.

Also vieles, was als Störung des Schlafverhaltens wahrgenommen wird, ist in Wahrheit keine Störung und wird erst dann zu einer krankhaften Erscheinung, wenn mit Gewalt der Medikamente der Körper traktiert wird oder durch ständige Übermüdung in den Phasen, in denen Schlaf verboten ist, einem flexiblen Schlafbedürfnis nicht nachgekommen werden kann - oder auch wenn man das schlicht nicht will.

Einerseits sind wir Gewohnheitstiere, lieben tägliche Rituale und einen strukturierten Tagesablauf, andererseits glaube ich, dass diese Routine immer nur für eine begrenzte Zeitspanne gelten kann. Wir sind nämlich Menschen und keine Bienen. Wenn in der Natur die biologische Uhr langsam abläuft, bedeutet es meist den Tod des Tieres. Durch Verhungern oder Beute der Jäger, durch Nachlassen der Widerstandskraft gegen äußere Bedingungen und Einflüsse etc.. Als Menschen besitzen wir die Intelligenz, uns Räume und Möglichkeiten zu schaffen, auch "geschwächt" noch weiter überleben zu können. Die Hilfsmittel dafür sind aber keine Zauberkräfte einer künstlichen Verjüngung oder stahlharte "Schwarzenegger-Korsetts", wie dies uns Ärzte, Arbeitgeber, Politiklakaien und Pharmaproduzenten stets weismachen.

Zeigt sich nicht gerade die Stärke eines Menschen in der Fähigkeit der Erkenntnis eigener Grenzen? Was ich mit 20 Jahren problemlos konnte, gelingt mir mit 40 nur noch mit Mühe, was mit 30 zur Routine gehörte, ist mit 60 eine sportliche Herausforderung eines nurmehr einmaligen Gelingens. Wenn man das bejat und zustimmend mit dem Kopf nickt, dann weiß man aber auch, was in Wahrheit zum Beispiel mit der Verlängerung des Renteneintrittsalters gemeint ist. Geld bzw. der Profit steht schamlos über die Gesundheit.

Kommentare:

  1. Nicht schlafen zu können empfinde ich schon als sehr störend. Mich plagt das seit meiner Kindheit. Es gibt einen Typus Schlechtschläfer und den Ursachen hierfür kommt man oft auch mit Untersuchungen nicht auf die Schliche.
    Die Gründe die du aufzählst, treffen auf mich eher nicht zu (bis auf die Phase die ich hier schon einmal aufgeschrieben habe). Inzwischen kann ich mir die Termine legen wie ich möchte, ein Wecker klingelt nicht, also alles gut. Ohne eine gewisse Struktur und ein Schlafritual geht es bei mir aber noch schlechter. Versuche mit Schlaftees, Tröpfchen etc. habe ich hinter mir. Das Schlafzimmer ist dunkel und gerade hat der Mann das Fensterbrett mit schwarzem Metall überzogen (auch ihn störte die Reflektion der knalligen Morgensonne die durch die Ritzen der Jalousien ins Zimmer schien). Ich verstehe Tom Ford, der sich in jeder seiner Residenzen dunkel ausgekleidete Räume schafft, in denen natürlich auch keine Geräusche ankommen dürfen.
    Wenn die Nacht nur aus vier geschlafenen Stunden besteht, bin ich schlicht gerädert und fühle mich kraftlos. Dennoch gehe ich meinem Tagwerk nach, mache Sport, spiele Pokémon... und nie mache ich ein Nickerchen.
    Irgendwann bin ich eingeknickt und nehme eine sehr kleine Dosis Diazepamtropfen. Meine Ärztin verschreibt sie mir nur widerwillig und weil sie weiß, wie verantwortungsvoll ich damit umgehe. Ich habe auch schon ihre vorgeschlagenen Alternativen versucht, ohne großen Erfolg.
    Aufgrund der geringen Dosierung kann ich ohne Probleme immer mal vier Wochen pausieren, was ich regelmäßig mache.
    In Israel erhalten Senioren flüssiges Cannabis in geringer Dosierung, der Wirkstoff der das High verursacht, wird in der Herstellung extrahiert. Daran ist mir ja auch nicht gelegen, daher hatte mich interessiert, ob man es evtl. dampfen könnte. Zweidrei Züge und man wird müde, das wär's.
    Ich beneide jeden, der sich hinlegt, umdreht und bis 7 Uhr durchschläft.
    Dafür würde ich meine Seele dem Teufel verkaufen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Barbara, ohne high zu werden, das funktioniert! Da kann ich dir allerdings nichts über die Dosis sagen. Kam aber letztens sogar im TV und alle Dampfer hatten sich tierisch darüber aufgeregt, weil sie glaubten, dadurch würde das Bild der E-Dampfe in der Öffentlichkeit Schaden nehmen. Es funktioniert also grundsätzlich. So weit ich das beurteilen kann, benötigt man dazu auch kein teures Gerät, eine schlichte kleine E-Dampfe für um die 30 Euro reichen völlig aus. Ein sogenanntes Anfängergerät ohne komplizierte Technik. Da gibt’s etliche auf dem Markt. Wie gesagt, mehr als 30 Euro würde ich dafür aber nicht bezahlen. In China kriegste so ein Gerät sogar weit unter 20 Euro.

      Was meine unreflektierten Gedanken zu dem Thema betrifft, hier entschuldige ich mich natürlich und sofort bei den Menschen und bei dir, die viel heftiger unter "echten" Schlafstörungen leiden. Ich meinte die - ja, wie bezeichne ich diese jetzt? "unechten"? - also "die anderen" ;-)

      Vor Jahren hatte ich mein Schlafzimmer umgebaut. Ich konnte partout nicht mehr schlafen. Da sagte "Moggadodde", das ist die Heidi weiter unten in der verlinkten Linkliste unter "Good Vibrations", ich solle mal das Bett drehen. Das tat ich und zwar um 90 Grad. Seit dem sind diese Störungen verschwunden. Ich weiß nicht, ob das an einem Glauben-Wollen liegt, Heidi berichtete seinerzeit davon vollkommen neutral, dass nämlich ihre Tochter das so gemacht habe und es anscheinend wirke. Ich glaube ja nicht an solch einen Hokuspokus, finde aber keine rationale Erklärung dafür, weshalb es ebenso bei mir half. Und wenn man nichts findet, sage ich halt, es war der Glaube daran (obwohl ich nie daran geglaubt hatte und es heute auch immer noch nicht tu).

      Soll ich mein Geschwurbel besser wieder löschen? Was meinst du? Ich schreibe ja auch manchmal nur Unsinn, ist aber nie böse gemeint.

      Löschen
  2. Hier wird nix gelöscht!
    Wirkte mein Beitrag empfindlich? Ist nicht der Fall.

    Es ist egal, was nun dein Schlafen gefördert hat. Es gibt so vieles an das ich nicht glaube: Globuli, Pendeln, Chemtrails, Botschaften im Wasser... ist halt Ersatzreligion für viele. Aber mei, wenns hilft ist es doch ok.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, du wirktest nicht empfindlich, ich empfand (und empfinde) meinen Eintrag über den Schlaf nur als ziemlich schlecht und mehr hingerotzt als durchdacht. Damit möchte ich dann niemandem zu nahe treten, das ist er einfach nicht wert.

      Ich lass ihn jetzt deshalb mal stehen, da dein Kommentar für das angerissene Thema wertvoll ist und er mit einem Eintragslöschen dann leider ebenso verschwände, und das wiederum fände ich dann als einen Verlust.

      Liebe Grüße

      Löschen
  3. Hallo zusammen:), ich lese schon lange hier und mag diesen bloq sehr gerne-danke Georg!
    das mit dem schlafen ist bei mir auch so eine sache. ich hab schon einiges versucht und bin immernoch am experimentieren...
    liebe barbara, hat du ein anderes zimmer in das du wechseln kannst? dreh mal dein bett wie georg sagt...alleine schlafen...?
    ich habe das zimmer gewechselt und seitdem schlafe ich "wie ein ratz" wie man bei uns sagt:), in dem vorherigen zimmer habe ich probeweise wieder geschlafen und da ging gar nix-obwohl mir das eigentlich da gefällt...
    nicht schlafen können ist grausam...
    ob du an erdstrahlen, wasseradern, elektrofelder etc. glaubst ist egal, pendeln-naja...ausprobieren ist das beste was du machen kannst, denn es ist dein körper der den richtigen platz finden muss:).
    liebe grüsse an euch und einen gesegneten schlaf:)
    Elke
    Ach georg, das wollte ich dir schon lange mal schreiben:
    "Wo staub liegt ist frieden, in der perfektion wohnt die langeweile:)"
    in diesem sinne...:)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Elke, Freundin des Staubes!

      Du triffst eine eine sehr sympathische Aussage zum Staub. Vielleicht wäre es ja sogar mal eine gute Idee, gleich mehrere, ach, was schreibe ich, so viel wie möglich Zitate und Aussagen für den Staub zu sammeln und dann auf einer Webseite sozusagen in geballter Form zu präsentieren, damit man bei Bedarf stets etwas parat hat, der Anti-Staub-Fraktion unter die Nase zu halten. Vielleicht mit passender Domain? www.Staubliebe.de ist sogar noch frei (das wundert ja nicht wirklich, denn damit lässt sich schließlich nix verkaufen). Eine Idee ist somit geboren :-)

      Wie dem auch sei, ein herzliches Hallo zu dir.

      Löschen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.