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Donnerstag, 2. März 2017

Serien-Tipp: "Bosch"

Schämen sollte ich mich, denn ich kannte die Krimiserie "Bosch" nicht, obwohl sie eine der bekanntesten neueren überhaupt ist. 2 Staffeln a 10 Folgen sind verfügbar, 2 weitere sollen bereits in der Pipeline stehen. Egal, momentan befinde ich mich in einer kurzen Pause nah dem Ende der 1. Staffel. @Barbara, hattest du die Serie nicht schon mal erwähnt?

Humor zeichnet diese Serie nicht aus aber es wird ein Krimi geboten, in dem die Figuren in einer selten erreichten Art und in ausgesprochen sehenswerten Charakterzeichnungen agieren. Die visuell normale Umgebung Los Angeles', in der die Serie spielt, erscheint irgendwie schon beinahe surreal, denn trotz der realen Umgebung legt sich ein eigentümlicher Schleier über alles - vielleicht am ehesten vergleichbar mit der Musik, die der Hauptdarsteller als Polizist (auch noch mit Namen Hieronymus Bosch und seine Mutter war Prostituierte) gerne hört: populärer Jazz, in dessen Rhythmen eine fremdartig wirkende Trompete alles aufzubrechen scheint. Schwer zu erklären, sie klingt als spiele sie alleine, sie bewegt sich nicht mit der Musik aber dennoch passt es, sie spielt der Musik in gewisser Weise entgegen - der Moment ihrer Begegnung erschafft dann diesen wunderbaren Sound und trägt zur ungewöhnlichen aber angenehmen Stimmung bei. Nein, ich kann so etwas nicht beschreiben, doch es ist gewissermaßen wie ein Spiegel der Seele der Hauptfigur, eine ebenso seltsame wie aus der Zeit gerissene, rätselhafte Figur. Insgesamt wird somit eine "sonderbar melancholische" Atmosphäre erzeugt, durch die das rationale Handeln der anderen Personen beim Zusehen oft eine Verlangsamung erfährt, also nicht die Serie wird langsam, ganz und gar nicht, sondern der Erzählstil ist einerseits ruhig und gelassen aber schafft andererseits gleichwohl eine ungeheuer dichte Spannung, die mich schier fesselt.

Viel mehr kann ich ohne zu spoilern gar nicht sagen. Außer vielleicht, dass ich trotz momentaner Übermüdung (hatte zu wenig geschlafen) und fast zufallender Augen hochkonzentriert partout nicht vom TV lassen kann. Dieser Krimi macht süchtig, er will auch mich unbedingt in seinem eisernen Griff behalten. Deshalb bin ich justamente wieder weg, der Computer fährt herunter, Internet und Telefon werden ausgeschaltet, frischer Kaffee steht schon bereit, die Tafel Schokolade ist in kleine Stückchen geteilt und die Tanks der E-Dampfen sind bis zum Rand gefüllt: weiter geht's.

1 Kommentar:

  1. Das war nicht ich, da die Serie für mich nur über Amazon verfügbar wäre. Ich habe noch zwei kostenlose 30-Tage-Prime-Abos hier liegen. Wann immer ich es aktivieren möchte, kommt auf Netflix schon wieder etwas Neues. So wie gerade eben "How to get away with Murderer" mit der wunderbaren Viola Davis (die gerade den Oscar für die beste Nebenrolle in "Fence" bekommen hat).
    Vielen Dank für die ausführlichen Handlungsanweisungen, wie ich an die von dir reviewten Serien komme.
    Ich werde mich per elektronischer Post bei dir melden. Dafür muss ich deine erst einmal finden - ist vielleicht im Impressum versteckt?

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.