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Mittwoch, 8. März 2017

Lera Lynn

Wunderbar! Da hat es sich doch mehr als gelohnt, die 2. Staffel von "True Detective" zu beginnen. Ich schaute noch ziemlich skeptisch angesichts der klischeehaften Verwirrungen der beginnenden skurrilen Handlung, da fing die Kamera eine Szenenbild ein, das sorgsam arrangiert wie ein Gemälde Edward Hoppers wirkte: eine abgedunkelte verrauchte Bar, im Hintergrund eine Sängerin auf einer Gitarre spielend, am Tisch sitzend zwei Männer. Ein korrupter Detective, ein Looser und Alkoholiker, ihm gegenüber ein Krimineller aus der besseren Gesellschaft. Auf dem Tisch eine zu zweidrittel geleerte Flasche teuren Whiskeys - und dann erklang die Musik und ich war hin und weg, war wie elektrisiert sofort, denn unmittelbar durchdrangen mich die Klänge dieser Musik durch und durch, die Stimme und der Sound, oje, ich war verloren, das, genau das ist "meine" Musik, eine Mischung aus Lana Del Ray, Leonard Cohen, Amy Winhouse und Joni Mitchell.

Wie gut, vernetzt zu sein, Stopp gedrückt, Browser gestartet, binnen Sekunden den internationalen Datenkatalog der Filme aufgemacht, "True Detective" rausgesucht, zu den FAQ gescrollt und da stand sie auch schon, die Frage aller Fragen: "Who is the girl singing in the bar during Season Two?" Weitere Links folgten und die Antwort lautet: Lera Lynn. Lera wer? Potztausend! Nie gehört. Nun bin ich ganz und gar kein Musikkenner, da ist meine Unkenntnis nicht verwunderlich, also wieder gegoogelt und zusätzlich nebenbei das Album "The Avenues" von 2014 heruntergeladen, das höre ich seit dem rauf und runter, sensationell gut, fast schon genial.

Da ich anscheinend längst nicht der einzige bin mit dem Interesse an der Musik Lera Lynns, weist Nate Jones in einem mit ihr geführten Interview ausdrücklich darauf hin: "[die Alltagssituation] made it very clear that she is not playing herself in those smoky bar scenes". Ja, heutzutage wird man wohl recht schnell mit einer Rolle identifiziert und kommt aus diese Ecke dann kaum noch heraus. Aber es ist gar nicht das rauchig-neblige Bild dieser Frau im Halbdunkel der Bar-Szene, da könnte genauso gut ein Elephant auf den Saiten einer Klampfe zupfen, es ist ihre Stimme, es sind die Songs und es ist der Sound, die mich so sehr faszinieren.

Schau mal bei YouTube, dort gibt es noch viel mehr von ihr als nur diese zwei Beispiele einer tollen Interpretation von "Ring Of Fire" und die Serienmusik (in den Kommentaren steht ürigens der Text, deshalb eben mein Vergleich mit Joni Mitchell):



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