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Freitag, 3. Februar 2017

TV-Serien-Kritik: "Quarry"

Eine Geschichte, so dünn wie Pergamentpapier, Klisches der 1970er Jahre wie sie nur von 30 oder 40-jährigen stammen können, die aus heutiger Rückschau diese Zeit einfach chic finden, stylige 70er-Deko aus dem Trödelladen mit etlichen Fehlern, aber da bin ich zu pingelig, die seien also mal dahingestellt, ein bisschen Politik der USA, Rassenprobleme und so weiter, der Vietnamkrieg und Gräueltaten der US-Soldaten, finstere Machenschaften eines bösen, geldgeilen und alten, weißen Mannes im Hintergrund (Drogen) wie auch laufende TV-Geräte mit Nixon-Reden - man könnte bei diesem breiigen Mix an "Timm Thaler" für Erwachsene denken - all das, um der Serie eine wenigstens halbwegs intellektuelle Legitimation zu verleihen, die sich allerdings von Folge zu Folge als bloße Kosmetik angesichts haufenweiser unnötig in die Länge gezogener Sex- und Gewaltszenen entpuppt, noch dazu geschmückt mit nichtssagenden Dialogen der oft ebenso elendig in die Länge gezogenen einzelnen Folgen. Zusammengefasst in einem Wort: Kitsch. Das ist die 8-teilige Serie "Quarry". Schulnote: noch 4, denn die Schauspieler haben toll gespielt und es gibt viel gute Musik.

Kommentare:

  1. Ach Mensch. Scheint gerade etwas Flaute zu herrschen auf dem Serienmarkt. Ich filze gleich noch einmal die N****ix Seite und sollte ich fündig werden, gebe ich Zeichen.
    Um eine Bildungslücke zu schließen, wurde gerade "Platoon" angeschaut, naja.

    "Apokalypse Now" spielt in einer ganz anderen Liga (vor allem die Redux Version).
    Guckst du die Serien immer zu Ende, auch wenn sie dir nicht gefallen?

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    1. Habe mich missverständlich ausgedrückt, denn die Serie spielt nicht in Vietnam (nur in seltenen kurzen Rückblenden), sondern es geht um einen Ex-Soldaten, der dort 2 Einsätze hatte. Jedes Klischee aus jener Zeit wird dabei bedient. Aber naja.

      "Platoon" ist auch so ein Ding. Deine "Naja-Bewertung" teile ich zu 100 Prozent. Einerseits ein typischer Oliver-Stone-Film, hektisch, ziemlich nervend, andererseits auch jedes Klischee bedienend, halt der Gute und der Böse *gähn*. Anti-Kriegsfilme über den Vietnamkrieg waren zu Zeiten "Platoons" bereits vorhanden, es gibt nichts, was dieser Film nun besser gemacht hätte oder was wir durch ihn nun anders sehen würden. Reine Unterhaltung? Vielleicht, vielleicht ist es der erste Unterhaltungs- oder Abenteuerfilm über Vietnam ohne pädagogischen Fingerzeig und ohne Auftrag, etwas aufzuarbeiten. Hätte "Platoon" nicht diesen Krieg zum Thema, wäre er mit Sicherheit in der Versenkung des Vergessens verschwunden.

      Genau, Barbara, "naja", trifft's exakt. Nicht schlecht, nicht gut, professionell gedreht aber dennoch ziemlich beliebig.

      "Apokalypse Now" aber auch "The Deer Hunter" und "The Killing Fields" sind Meilensteine des modernen Antikriegsfilms, finde ich, wobei "Apokalypse Now" auch schon wieder Popart ist und viele andere Filme dahingehend beeinflusst hat. "Platoon" aber ist ein Nichts im Vergleich zu diesen Meisterwerken.

      Da du es angesprochen hast und ich mir darüber nun auch so meine Gedanken mache, kriege ich richtig Lust, mal wieder in der alten Filmsammlung zu stöbern. Das wäre etwas fürs Wochenende.

      Schlechte Serien schaue ich "eigentlich" nicht bis zu Ende. Je nachdem, auf Arbeit schon manchmal oder wenn ich nicht sicher bin, ob sie sich nicht doch noch zum Guten hin entwickeln. Das war bei "River" und "Quarry" der Fall, da ist Potential vorhanden, leider flachen beide Serien aber von Folge zu Folge mehr ab statt es auszuschöpfen.

      Ähnliches gilt auch für "The Good Wife", da bin ich auch immer hin- und hergerissen. Die 7. Staffel ist bis jetzt gut aber absolut nicht überragend, wenngleich ziemlich humorvoll, was ich klasse finde. Aber ob diese Staffel so bleibt, kann man nicht sagen, zu unstet waren die vorherigen Staffeln, um hier eine Prognose abgeben zu können.

      Zum Beispiel hatte ich "Tyrant" in der ersten Staffel noch gelobt, heute kann ich's nicht mehr ertragen vor lauter triefendem Kitsch. Dasselbe gilt bei "Vikings", ist nicht mehr ansehbar, finde ich. Trotzdem überfliege ich noch die Folgen, immer in der Hoffnung, ihr Potential kommt noch zum Vorschein - aber es wird nur schlimmer. Irgendwann beende ich diese Serien auch komplett.

      Ja, es ist seit "Breaking Bad" und "Better Call Saul" schwer für andere Serien geworden, doch dein Tipp mit "The Bletchley Circle" beweist, es gibt sie noch, die guten Serien, man muss sie nur finden :-))

      Ein schönes Wochenende euch.

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