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Dienstag, 14. Februar 2017

Durch Ravioli zu mehr Weisheit

Da ich ja auf dem Land lebe und meine Einkäufe mit dem Fahrrad erledige und ich mich noch dazu momentan auf einem unglaublichen Dosen-Ravioli-Trip befinde (nur die guten teuren von "Maggi", denn wer einmal auf Knorpel biss, will das nie, nie, nie mehr erleben), ist gepäckraummäßig arg eingeschränkt. Ohne Elli steht der Hundeanhänger rostend in der Garage, es fährt sich nur mit Rad doch flotter und ich möchte nicht ständig an den Verlust Ellis erinnert werden, der macht sich sowieso nach wie vor regelmäßig bemerkbar und tut immer noch genauso weh. Also habe ich mal wieder Amazon-Prime bemüht, um für Nachschub zu sorgen. Ganze Dosen-Sets und Kaffee auf Vorrat, hey, das sind schwere Pakete. Verrate bloß nicht der lieben Postbotin, dass sie eigentlich für mich zum Einkaufen fährt, denn die schweren Kartons werden von ihr bis vor meine Eingangstür geliefert und dort abgestellt; ich brauche also nicht mal vor Ort zu sein. Luxus pur ohne Mehrkosten, im Gegenteil, doch ein Billiger ist halt nicht der Grund für meine Lebensmittelbestellungen im Internet, wird aber natürlich auch nicht ungern von mir gesehen. Letzte Woche kamen zwei 5-Liter-Kanister PG und VG an, bei denen war der Preis allerdings sehr wohl der Grund ihrer Bestellung. Das waren schwere 10 Kilo aber so etwas kommt nur ein Mal im Jahr vor. Und die Postbotin braucht keine Treppen oder Stufen zu steigen, einfach "nur" ausladen und vor die Tür stellen - ich würde niemals eine Postbotin für mich schwer schleppen lassen. Also zu meiner Verteidigung: es hält sich durchaus in Grenzen. Regelmäßiges Weihnachts- und Ostergeld gibt’s überdies seit Jahrzehnten. Persönliches Schwarzgeld sozusagen.

Was bezweckt nun dieser Eintrag? Damit möchte ich der oft geäußerten Kritik an Lebensmittellieferungen etwas entgegensetzen, denn die Welt ist bunter und vielfältiger als so manche Leute meinen. Neulich tönte nämlich wieder jemand laut, er könne sich überhaupt nicht vorstellen, welche Leute Lebensmittel im Internet orderten. Der Service-Gedanke fände in diesem Bereich eine unnötige Übertreibung. Ob er danach am Abend eventuell den Pizza-Service bemüht hatte, weiß ich nicht zu berichten aber würde mich schieflachen, falls dies der Fall sein sollte.

Viele Menschen beziehen alles immer nur von sich auf andere und sind kaum noch in der Lage, fremde Welten neben der eigenen wahrzunehmen. Nachdenken, Überdenken, andere Perspektiven einnehmen, all das funktioniert eben in einem Facebook- und Twitter-Universum nicht mehr so richtig. Manchmal braucht es dafür einfach ein wenig mehr Zeit ohne Ablenkungen für sich allein, dann reift nämlich erst der Gedanke genauso wie das Liquid. Hallo, du mein Kritiker, lass den Atomen und Molekülen Raum und Zeit für die Tänzchen ihrer Entfaltung; nicht im Smartphone, im eigenen Ich-Account liegt der Schlüssel zur Reifung des Verstands; ist so, das bringt dich weiter, versprochen. Und jetzt lass dir die Pizza gut schmecken, ist bei meinen Ravioli auch der Fall.

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