.

.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Steuer auf Liquid?

Bei allem, was ich hier schreibe, handelt es sich um meine persönlichen Ansichten, denn das hier ist mehr ein Online-Tagebuch als ein Weblog, selbst wenn sich die Begrifflichkeit meist überschneidet. Meine Ansichten sind auch nicht statisch und das vielbeschworene Adenauer-Zitat, ob nun in seiner Herkunft belegbar oder nicht, trifft ganz besonders ebenso auf mich zu: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Nur mal so gesagt, rein prophylaktisch, vielleicht wechsle ich Morgen ja ins Lager der Liquidhersteller, rein theoretisch, ich meine, dann könnte ich mich auf Adenauer berufen.

Derzeit wird viel in der sogenannten "Dampferszene" über eine zukünftige Besteuerung des Liquids geschrieben. Sie gibt es schon in mehreren EU-Ländern. Norwegen ist dabei mal wieder Spitzenreiter und erhebt für den Genuss der eigenen Bürgerinnen und Bürger unerträgliche 3 Euro Steuern auf nur 10 Milliliter Liquid. Mit oder ohne Nikotin, das ist unerheblich. Nun ja, gerade für die Norweger ist ein solches Vorgehen ein alter Hut, denn beispielsweise gibt es dort so viel selbstgebraute alkoholische Genüsse wie anderswo vielleicht nur zu Zeiten der Prohibition.

Schon mehrfach habe ich hier erwähnt und vorgerechnet, dass selbstgemischtes Liquid zwischen unter 10 bis maximal 50 Cent pro 10 Milliliter kostet und ich daher bis heute überhaupt nicht nachvollziehen kann, wieso jemand überhaupt fertiges Liquid für 5 bis 10 Euro pro 10 Milliliter kauft. Aber sei's drum, es gibt auch einen Markt für goldene und mit Edelsteinen besetzte Smartphones. Vielleicht ist ebenso Liquid für manche Zeitgenossen ein Lifestyle-Produkt, wer weiß.

Meinen Wein baue ich mir natürlich nicht selber an, ein Vergleich damit wäre allerdings unseriös, da für die Liquidherstellung nicht mal ansatzweise ein ähnlicher Aufwand betrieben werden muss. Und bevor jetzt jemand meint, nicht jeder Mensch sei in der Lage, sein eigenes Liquid selber zu mischen, und die vielen Neueinsteiger, denen würde durch steuerbedingt uferlos steigende Liquidpreise ein Umstieg von der Tabakzigarette unmöglich gemacht - die Liquidhersteller als sozial engagierte Menschen darzustellen, das wäre dann schon recht lustig.

Das Liquid besteht aus drei bis vier Stoffen, die alle einzeln (!) keiner gesonderten Steuer unterliegen können und es daher auch nicht werden. Verbieten kann man den Kauf dieser Komponenten ebenfalls nicht, die letzten Versuche dazu (übrigens durch Deutschland initiiert) wurden europaweit von der "ach so bösen" EU abgeschmettert (Prophylenglykol ist kein Gefahrenstoff, für den es im Handel besondere Auflagen erfordert, sondern PG ist nun amtlich bestätigt harmlos wie Mehl, Salz und Butter). Für mich wie für jeden selbstmischenden Menschen sind erhobene Steuern auf Liquid daher völlig wumpe. Egal, schnurz, gleichgültig, wurscht, unerheblich.

Gewerbliche Liquidhersteller sind in meinen Augen sowieso reichlich unverschämte Leute, da sie im Verhältnis zu den Herstellungskosten fürs Mischen nicht zu rechtfertigende Preise verlangen. Sie träumen alle davon, es Coca-Cola nachzumachen und mit einem Produkt, das so gut wie keine Rohstoffkosten aufweist, reich zu werden. Es ist zudem kein qualitativ hochwertiges Tun bzw. Können iherseits erforderlich. Es wäre vielleicht vergleichbar mit einem Bäcker, der für ein Brötchen plötzlich 7,50 Euro verlangte. Oder gar mit dem Bestreben einiger Unternehmen, Wasser zu privatisieren. Stetig sprudelnde Geldquellen ohne die Finger bewegen zu müssen. Ich würde sagen, auch beim Liquid wird der Markt zukünftig für einen fairen Preis sorgen - das Geschrei der Hersteller über beabsichtigte Steuern kann ich also zwar verstehen, muss aber gleichzeitig meinen Kopf schütteln aus Mitleid und vor lauter Unverständnis über deren augenscheinliche Dumm-Dreistigkeit.

Quintessenz: Steuern auf Liquid? Ja, gerne und viel. Möge der Staat daran reich werden, dann lässt er die E-Dampferinnen und E-Dampfer wenigstens zukünftig in Ruhe. Also ich kann dieses Vorhaben nur nach Kräften unterstützen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen