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Donnerstag, 19. Januar 2017

"Passenger" und "Arrival"

Als Freund der Science-Fiction-Literatur habe ich früher meterweise Romane verschlungen und kenne sicher auch die meisten Sci-Fi-Filme in- und auswendig; natürlich weiß ich ebenfalls seit Jahrzehnten die Antwort auf die Frage, weshalb der Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" zur Mutter aller modernen Sci-Fi-Filme wurde (Design, Auseinandersetzung mit Technik vs. Emotion, offen für Interpretationen). Deshalb schmerzt mich beinahe körperlich, wenn gute und von mir verehrte Schauspielerinnen und Schauspieler in diesem Genre quasi nur verlieren, da sie oder ihre für die Auftragsannahme verantwortlichen Agenturen Schrott von Qualität nicht unterscheiden können oder wollen und die Schauspieler es sodann den Robotern gleichtun, um als Marionetten an den Schnüren des Geldes zu tanzen. So etwas kann mal versehentlich geschehen, ein Fehltritt verzeiht die Fangemeinde immer, doch auf Dauer verliert sich so die Achtung und Wertschätzung zugunsten der bloßen Billig-Unterhaltung eines hysterischen Publikums als Massengeist der Klatsch- und Tratsch-Medien.

Nun denn, die Spielfilme "Arrival" sowie "Passengers" stehen exemplarisch dafür, wie gute Geschichten bzw. Ideen durch ihre Verfilmung förmlich zerstört werden. Beide Filme sind hervorragend in Szene gesetzt und gespielt aber während "Arrival" durch sein verqueres inhaltliches Ende verliert ("Contact" sei hier mal als Beispiel erwähnt, wie eine solche Thematik perfekt verfilmt wird), fehlt bei "Passengers" jegliche Tiefe, die das Thema Einsamkeit auch nur annähernd genug darstellt. Stattdessen verliert sich der Film in pyrotechnische Albernheiten und endet in einem Bild fliegender Vöglein, die aus dem Nichts entstanden sind. In beiden Fällen wird den Zuschauerinnen und Zuschauern auf diese Art und Weise nicht nur sämtlicher Interpretationsspielraum genommen, sie werden schlicht für dumm verkauft. Es mag das Publikum unserer aktuellen Zeit tatsächlich applaudieren (Kitsch bekommt immer Applaus) und auch die Kritiker mögen mit ihren nett aufgeführten verbalen Ensemble-Tänzchen die eigenen Schnüre des Geldes verbergen, von denen sie ebenso abhängig geführt werden, in wenigen Jahren hingegen werden beide Filme wie auch deren Marionetten vergessen sein.

"Oje, was bist du böse!" Nein, das ist nicht böse, denn ich schreibe dies völlig emotionslos, von Schnüren befreit und als Produzent, Regisseur sowie als Akteur in ein und derselben Person.

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